Energiewende - im Notfall eine Herausforderung: Messe akut mit vielen aktuellen Themen

Ein Techniker stürzt bei der Wartung einer Windkraftanlage aus großer Höhe in die Nordsee und verletzt sich schwer – wie versorgen ihn Rettungsdienst und Notärzte auf hoher See, 150 Kilometer vor der Küste? Und wie schaffen sie ihn dann schnellstens in ein Krankenhaus? Mit dem Ausbau der Offshore-Windstromerzeugung aber werden solche Fragen drängender. Erstmals sind solche Einsätze darum auch Thema auf der Kongressmesse „akut – Deutsches Forum für Notfallmedizin & Rettung“, die in diesem Jahr am 5. und 6. Oktober 2012 in der Messe Bremen stattfindet.

Auch andere alternative Energien bringen neue Herausforderungen mit sich: ob Biogasanlagen oder Fahrzeuge mit Gas- oder Elektroantrieb. Ihnen widmet sich die akut an prominenter Stelle: in der Eröffnungssitzung, um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen. Der Hintergrund: Seit Sommer 2011 ist Deutschlands Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen und damit der Ausbau erneuerbarer Energien. „Die Energiewende ist nicht nur politisch ein grundlegender Einschnitt – sie bringt eben auch neue Anforderungen an den Katastrophenschutz mit sich“, erklärt Tagungspräsident Professor Dr. Peter H. Tonner. Darum habe man Konsequenzen des Einsatzes alternativer Energien für Rettungswesen und Notfallmedizin zu einem Schwerpunkt der akut 2012 gemacht.

Dialog zwischen allen Disziplinen ermöglichen

Bei der Kongressmesse in den Hallen 4, 4.1 und 5 zeigen zahlreiche Aussteller ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot. Während der Tagung kommen Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Katastrophenschutz sowie Medizin und Hilfsorganisationen zum Austausch zusammen. Die Diskussion über fachliche Grenzen hinweg anzuregen, ist den Organisatoren der akut ein Grundanliegen. „Wir wollen den Dialog zwischen allen Disziplinen ermöglichen, die an Rettungseinsätzen beteiligt sind“, sagt Professor Dr. Tonner. „Jeder einzelne ist in seinem Thema zwar ein Spezialist, doch an den Schnittstellen kann es manchmal haken“, so der Notfallmediziner und Chefarzt am Klinikum Links der Weser in Bremen.

„Wir veranstalten die akut jetzt schon zum dritten Mal, denn die Nachfrage ist anhaltend groß“, berichtet der Geschäftsführer der Messe Bremen, Hans-Peter Schneider. Zur zweiten akut kamen 2010 knapp 2.100 Teilnehmer in die Messehallen.

Aktuelle Themen des Kongresses: Die Folgen der Energiewende

Die Folgen der Energiewende gehören zu den besonders aktuellen Themen des Kongresses. Unter anderem beschäftigen sich die rund 90 Referenten in den mehr als 40 Sitzungen und Workshops auch mit Grundfragen: den Umgang mit Vergiftungen, die Überwachung und Behandlung von Menschen, die beatmet werden, Kindernotfälle. Nach einem Grundlagenpapier sollen zwischen Notfallalarm und Therapiebeginn nur 90 Minuten liegen. Wie gut klappt das etwa bei Schlaganfallpatienten? Haben die neuen Fortbildungsprogramme für die Schwerstverletztenversorgung echte Verbesserungen gebracht? Und wie groß ist der Nutzen für die tägliche Arbeit, der sich aus Analysen von bundesweiten Datenbanken wie dem Trauma- oder Reanimationsregister ziehen lässt?

Viel Raum für praktische Fortbildung

Auch für die praktische Fortbildung ist auf der akut stets viel Raum. Eine große Herausforderung ist die Triage bei Unfällen oder Katastrophen mit vielen Betroffenen. Bei dieser Verletztensichtung müssen Ärzte oder Rettungsdienstmitarbeiter binnen Sekunden entscheiden, wer sofort behandelt werden muss und wer warten kann. Beim Triagetraining üben die Teilnehmer, wie vorzugehen ist. Ein neues Thema im Rettungsdienst ist die Anleitung von Angehörigen per Telefon, um zum Beispiel einen Betroffenen nach einem Herzstillstand reanimieren zu können. Ziel ist, die Zeit zwischen einem Notruf und dem Eintreffen des Notarztes sinnvoll zu überbrücken. Doch wie erklärt man einem Laien das Vorgehen so, dass er es sofort versteht? Das ist Thema eines entsprechenden Workshops.

Fortbildung im internationalen Maßstab

Parallel zur akut findet zudem in den Hallen 5 bis 7 eine Fortbildung im internationalen Maßstab statt: die Rescue Days des Unternehmens Weber Hydraulik, ein Praxistraining, das seit zehn Jahren Interessierte aus aller Welt anzieht. Zu dieser weltweit größten Ausbildungsveranstaltung für technische Hilfe durch Feuerwehren werden vom 5. bis 7. Oktober rund 800 Teilnehmer aus 20 Ländern erwartet. Im Basisseminar geht es unter anderem um die Rettung aus Autos, Lastern und Bussen, auch solchen mit neuartigen Antrieben. Erstmals gibt es ein Aufbauseminar, bei dem zum Beispiel Landmaschinen und gepanzerte Fahrzeuge Thema sind.

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