Johanniter Fortbildung: CO-Unfälle durch Gasfeuerstätten

Viele Wohnungen werden mit Gaskombithermen oder anderen Feuerstätten, wie zum Beispiel Kohleöfen beheizt. Aber an die Gefahren, die solche mit sich bringen können, denken die wenigsten Leute. Die Vergiftungsgefahr von Kohlenmonoxid durch eine solche Anlage wird immer wieder unterschätzt. Insbesondere „Retter“ der Hilfs-und Rettungskräfte müssen daher über die Gefahren einer CO-Vergiftung aufgeklärt sein und vor allem, wie man sich in einer solchen Situation zu verhalten hat. Herr Pyrek von der Berufsfeuerwehr Wien, hat sich genau dieser Thematik angenommen und leistet mit Hilfe seiner Workshops, die dazu notwendige Aufklärungsarbeit innerhalb der verschiedenen Hilfs- und Rettungsorganisationen in ganz Österreich, wie auch am 08.03.2010 bei den Johanniter in Wien.

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Kohlenmonoxid ist ein giftiges und geruchsloses Gas, das anfangs keine wahrnehmbaren Warnwirkungen auf den Körper zeigt. Erst bei einer Vergiftung zeigen sich Symptome wie zum Beispiel Schwindel, Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder Krämpfe. Bei langfristiger Einnahme kann Kohlenmonoxid sogar tödlich sein.

Da Gasthermen sehr schnell weiterentwickelt und vor allem verbessert werden, ist bei alten Geräten die Technik oft ungenügend. Gerade bei der Sanierung von Altbauten, bei denen der Luftaustausch durch die neue Abdichtung der Wände nicht mehr gewährleistet ist, kann es zu CO-Vergiftungen kommen. Verbrennungen brauchen Sauerstoff und ohne genügend Luft kann es vor allem bei falsch abgedichteten Räumen  zu Abgasrückstaus in Wohnungen und Häusern kommen.
Auch veraltete Rauchfänge, die nicht mehr richtig ausgestattet sind, können Probleme verursachen.

Eine weitere Ursache sind auch die verschmutzten Feuerstätten, die eigentlich jedes Jahr gewartet und somit auch gereinigt werden müssten. Verschmutzungen können sehr schnell, zum Beispiel durch Ablagerungen von Staub, Tierhaaren oder auch Haarspray an den feinen Düsen des Gasbrenners entstehen.

In Österreich gibt es bereits seit 1. Januar 2007 eine gesetzliche Regelung, der den 5-Liter Durchlaufwasserheizer ohne Fanganschluss verbietet. Trotzdem dürfen bestehende Geräte weiterhin genutzt werden. Jedoch wird versucht die Betreiber zu überzeugen, auf neue fanggebundene Feuerstätten umzusteigen.
Ebenfalls kann bei Vernachlässigung der Wartung eine ausreichende Sicherung und Funktionstüchtigkeit der Feuerstätte nicht mehr garantiert werden. So kann bei eventuellem Gasaustritt der eingebauten Abgaswächter zum Teil nicht reagieren und die Gefahr bleibt unerkannt. Auch bei sehr rascher Ausbreitung von Abgasen (z. B. durch einen Dunstabzug oder einer Klimaanlage, etc.) bleibt, ohne ausreichender Wartung, der Abgaswächter außer Funktion.

Auch für die Rettungskräfte besteht bei einem Kohlenmonoxidunfall erhöhte Gefahr. Das geruchslose Gas wird von ihnen oft nicht rechtzeitig erkannt und die Symptome der Erkrankten werden häufig falsch, zum Beispiel als Magen-Darm-Erkrankung gedeutet. So erleiden meist ebenfalls viele der Helfer eine Vergiftung.
In Wien wurde die Berufsfeuerwehr bereits mit CO-Mannschutzgeräten ausgestattet.

Trotzdem steigt in Wien in den letzten Jahren die Zunahme der CO-Einsätze und es sterben durchschnittlich allein hier 7 Menschen an den Folgen einer CO-Vergiftung durch eine Feuerstätte. In ganz Deutschland beklagt man dagegen nur ungefähr 10 Tote pro Jahr. Durch jährliche CO-Messungen und Überprüfungen durch Schornsteinfeger versucht man diese Zahl auch weiterhin gering zu halten.

Die Wartung und Inspektion von Gasfeuerstätten ist wichtig und kann die Gefahren, die von Kohlenmonoxid ausgehen, vorbeugen.

Weitere Informationen zur CO Vergiftung finden Sie auf der Seite von Herrn Pyrek

  • retter.tv user logoretter.tv
    Vielen Dank an Herrn Pyrek für den tollen und sehr informativen Vortrag zum Thema CO-Vergiftungen!
    10.03.2010 um 18:36
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