1. Rüstwagen auf IVECO Trakker Fahrgestell in Deutschland geht an die Feuerwehr Ulm

Das IVECO MAGIRUS Trakker-Fahrgestell gilt als äußerst robust. Mit seinen leistungsstarken Motoren und seinem extremen Fahrwerk ist der Trakker selbst für den härtesten Einsatz gerüstet. Gleichzeitig bietet das Fahrgestell optimalen Komfort und eine hoch effektive Lärmdämmung auch bei schwierigsten Arbeitsbedingungen; viele Detaillösungen in der großvolumigen Kabine sorgen für größtmögliche Funktionalität.

1. Rüstwagen auf IVECO Trakker Fahrgestell in Deutschland geht an die Feuerwehr Ulm

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Alles das sind optimale Voraussetzungen gerade auch für die schweren Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren. Wenn größere Feuerwehr-Fahrgestelle gefordert sind, fällt deshalb weltweit die Wahl sehr oft auf den Trakker.

Nun hat die Feuerwehr Ulm als erste Feuerwehr in Deutschland einen Rüstwagen RW auf einem IVECO MAGIRUS Trakker-Fahrgestell erhalten. Der Ulmer Rüstwagen basiert auf einem IVECO MAGIRUS Trakker AT 190 T 36. Das heißt, das Fahrgestell hat eine technische Belastungsfähigkeit von 19 Tonnen und eine Motorisierung von 254 kW (360 PS). Das Fahrzeug konnte innerhalb der deutschen Normgewichtsgrenze von 14 Tonnen dargestellt werden. Zugelassen ist der Ulmer Rüstwagen jedoch mit 15 Tonnen Gesamtgewicht. Dadurch steht ein hervorragendes Motor-/ Nutzlastverhältnis zur Verfügung. Ein automatisiertes Schaltgetriebe mit 12 Gängen gibt die Kraft über ein Allrad-Ausgleichsgetriebe permanent an beide Achsen weiter. Eine Längssperre und Quersperren sowie zusätzliche Schleuderketten an der Hinterachse sorgen für optimales Vorankommen auf allen Untergründen.

Das Fahrwerk hat einen Radstand von 4.200 mm und ist damit eine robuste Basis für den Feuerwehraufbau. Das lange Fahrerhaus in der Bauweise Active Time (AT) mit Normaldach bietet viel Platz für die 3 Personen Besatzung und zusätzliche Ausrüstung. Der Rüstwagen-Aufbau wurde von MAGIRUS in AluFire3-Bauweise mit 9 Geräteräumen gestaltet. Zwischen den Achsen und hinter der Hinterachse wurde der Aufbau für eine optimale Geräteentnahme tief gezogen. Design-Kunststoff-Elemente am Heck verleihen dem Fahrzeug nicht nur einen sehr modernen Look, sondern nehmen gleichzeitig die integrierten Beleuchtungs- und Warnsysteme auf.

Alle Fahrgestell-Aggregate des Trakker wie Abgasanlage, Dieseltank, Druckluftkessel und Bremsanlagenteile etc. wurden beim Ulmer Auftrag nicht abgeändert, sondern verblieben auf Forderung der Feuerwehr Ulm in der Serienausführung. Der AluFire 3-Aufbau konnte um diese Aggregate herum intelligent verbaut werden. Abklappbare Aufbauklappen zwischen den Achsen, über der Hinterachse und hinter der Hinterachse erleichtern die Geräteentnahme. Auf dem Dach sind zusätzliche großvolumige Staukästen vorhanden.

Aufgrund der örtlichen Bedürfnisse wurde besonders auf die Ausführung der Seilwinde geachtet. Die Winde soll nicht nur für die üblichen Windenarbeiten eingesetzt werden, sondern zudem die Straßenbahnen der Ulmer Verkehrsbetriebe sichern. Eingebaut wurde eine Seilwinde Typ Rotzler Treibmatic TR 30/6 Fire 2-Gang. Diese Seilwinde hat einen einfachen Zug nach vorne und doppelten Zug nach hinten. Dadurch entsteht bei Zug nach hinten eine Verdoppelung der Zugleistung von 5 auf 10 Tonnen. Die Seillänge wurde auf 90 Meter verlängert und die Reichweite der Winde damit beträchtlich gesteigert. Das Bedienelement ist im Fahrerhaus hinter dem Fahrersitz gelagert. Über eine Klappe im Fahrerhaus kann die Windenbedienung aber auch leicht von außen entnommen werden. Dies steigert die Sicherheit und den Bedienkomfort beträchtlich.

Ebenfalls verlastet ist ein 30-kVA-Einbaustromgenerator. Besonders erwähnenswert ist, dass nur rund 1.200 Umdrehungen/min vom Fahrgestellmotor zum Antrieb notwendig werden. Es kann also fast mit Standgas gearbeitet werden, und es ist ein sehr leises Arbeiten möglich. Die Bedienung und Steuerung des Generators erfolgt auf der verkehrsabgewandten und sicheren Seite über das übersichtliche MAGIRUS HMI-Steuerelement.

Zur Stromabgabe und Weiterleitung sind nebenunterschiedlichen fest verlegten Steckdosen im Aufbau sowie Kabeltrommeln auch ein Stromschnellangriff mit einem automatischen Kabelaufroller 230 Volt und 25 Meter Länge vorhanden. Der integrierte Lichtmast ist pneumatisch zu betätigen. An der elektrisch dreh- und neigbaren Lichtbrücke sind 6 Xenon-Scheinwerfer vorhanden. (2 x Fernscheinwerfer, 4 x Nahbereichsscheinwerfer), die über die Fahrgestell-Bordspannung von 24 Volt versorgt werden und deshalb sofort zum Einsatz gebracht werden können. Zur direkten Beleuchtung um das Fahrzeug ist eine leistungsfähige und durchgehende Umfeldbeleuchtung an den Fahrzeuglängsseiten und am Heck vorhanden. Abgesichert wird das Fahrzeug außer über Martinshorn und Frontblitzleuchten im Kühlerbereich auch über geteilte Warnbalken im Ulmer Design. Am Heck sind in den Aufbauecken Warnleuchten im AluFire 3-Design integriert. Alle blauen Warnleuchten sind in modernster LED-Technologie ausgeführt. Die zusätzliche MAGIRUS-Verkehrswarnanlage am Heck hat ebenfalls Power-LED in Orange.

Als Reinigungsmöglichkeit für die Einsatzkräfte hat der Rüstwagen ein herausziehbares MAGIRUS Hygienebord, das mit einem 60-Liter-Wasserbehälter verbunden ist. Als weitere Besonderheit ist ein Schnellangriff Druckluft auf einem automatischen Schlauchabroller vorhanden. Mit einer Verlängerung ist es möglich, Druckluft bis zu 50 Meter weit vom Fahrzeug abzugeben. Anwendungen sind z.B. pneumatisch versorgte Werkzeuge, Hebekissen oder eine mit Druckluft angetriebene Gefahrgutpumpe.

Neben den üblichen Beladungen für Rüstwagen sind an dem Ulmer Fahrzeug noch zahlreiche weitere Ausrüstungsteile verlastet - gemäß den örtlichen taktischen Bedürfnissen insbesondere bei Verkehrsunfällen mit neuen Fahrzeuggenerationen. Zu diesen Ausrüstungen gehören unter anderem Hebegeräte und weitere Geräte für Straßenbahneinsätze, Schnelleinsatzzelt, Rettungsdreibock mit Handwinde, tragbare Beleuchtungsgeräte und zwei Beleuchtungs-Ballone, Schwerlast-Rettungswanne, zusätzliche Rettungszylinder und Abstützsysteme, Rettungssäge, Hebegeschirr für Tiere, Hebebänder und Anschlagmittel für den Kranwagen und vieles mehr.

Alles in allem ist der neue Ulmer Rüstwagen auf IVECO MAGIRUS Trakker auf die schwere technische Rettung in größerem Ausmaß abgestimmt. Das Fahrzeug ergänzt optimal vorhandene Fahrzeuge und Technik in und um Ulm und steht bei nahezu allen Arten von technischen Hilfeleistungs-Einsätzen - auch größeren Umfanges wie zum Beispiel Straßenbahn-Zugunfällen, schwierigen Verkehrsunfällen und Bergungen - zur Verfügung.

Die IVECO MAGIRUS Gruppe entwickelt und produziert an insgesamt sechs europäischen Standorten eine weltweit einmalige Range von Fahrzeugen und Geräten für den Brand- und Katastrophenschutz. IVECO MAGIRUS zählt international zu den größten und technologisch führenden Anbietern der Branche. Entsprechend der Kundenstruktur sind Vertrieb und Service international aufgestellt. Bei Drehleitern ist die Traditionsmarke MAGIRUS nach wie vor uneingeschränkt globaler Marktführer.

Quelle: IVECO MAGIRUS

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von Melanie ErbeMann     
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