Der Feuerwehrhelm: Selbstschutz beim Retten, Löschen und Bergen

Dessau-Roßlau | am 01.11.2016 - 11:15 Uhr | Aufrufe: 2005

An meiner letzten Umfrage haben sich 972 Einsatzkräfte aus allen Teilen Deutschlands beteiligt. Dafür bin ich allen, die daran teilgenommen haben, sehr dankbar! Meine Fragen resultierten aus Tendenzen und wurden bestätigt.

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287 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und 684 aus den Freiwilligen Feuerwehren haben meine Fragen beantwortet. Davon war schon mehr als die Hälfte an bis zu 30 Brandeinsätzen, im Laufe ihrer Karriere, beteiligt. Durch die ständige Weiterentwicklung neuer Technologien wird auch die Schutzausrüstung der Feuerwehren stetig weiter optimiert. Wärmebildkameras am Helm bieten eine bessere Sicht in Räumlichkeiten mit hoher Rauchentwicklung, neue Konzepte präsentieren Atemschutzvisiere mit virtuell projizierten Interfaces und Hightech-Textilien halten immer höhere thermische Belastungen aus. Sind die neuen technischen Errungenschaften eine Reizüberflutung oder eine Reizunterdrückung? Wie kann man die menschlichen Sinneswahrnehmungen durch die Ausrüstung fordern und fördern, ohne den Träger dabei zu überfordern? Auf den Menschen, unter der Schutzausrüstung, wirken verschiedene Einflussfaktoren im Brandeinsatz. Die Ausrüstung muss innerhalb weniger Minuten angezogen sein, zumindest die Basisbekleidung. Jeder Einsatz mit Atemschutzgerät erfordert eine hohe körperliche Fitness. Der extreme Zeitdruck und die Verantwortung sind demzufolge mitunter Auslöser für Stressreaktionen. Eine erweiterte angemessene Schutzausrüstung ist wegen der lebensfeindlichen Umgebung im brennenden Gefahrenzonen vom Arbeitgeber, per Vorschrift, zur Verfügung zu stellen. Ein Pressluftatmer kann zusätzlich bis zu 18 kg wiegen. Dazu gehören Atemschutzmaske, Gurt, Beil, Equipment im Holster und Adaptionen von Atemmaske und Helm, welche zu einer erheblichen Gewichtszunahme führen. Am Einsatzort angekommen, ist das Klima ein präsenter Faktor, der auf Ausrüstung und Mensch einwirkt. Die herrschende Temperatur, Feuchtigkeit und Strömung haben dabei Einfluss. Die Luftreserve des Atemschutzgerätes reicht gerade mal 30 Minuten, je nach Betätigung und Verbrauch. Dabei müssen auch Rückweg und unvorhersehbare Ereignisse mit einkalkuliert werden. Die kurze Zeitspanne setzt so ein schnelles und systematisches Agieren voraus. Ummantelt vom Hitzeschild der Brandschutzkleidung begeben sich die Einsatzkräfte zum Brandherd oder zu den Unfallopfern ins Unbekannte. Dies führt nicht nur zu einer thermischen Belastung für das Material, sondern auch zu einer psychischen Belastung für den Mensch. Die Persönliche Schutzausrüstung hat auch eine psychologische Wirkung und Bedeutung. Oft gehen mit den Bränden auch extreme Rauchentwicklungen, toxische Gasaustritte, ätzende Chemikalien und/oder plötzlicher Sauerstoffmangel einher. In solchen Einsätzen sind alle Sinne gefordert. Zusatzgewicht durch Schutzausrüstung und Gewicht der zu rettenden Person, die genannten Einflussfaktoren wirken sich verschiedenartig auf die Einsatzkraft aus. Jeder Mensch hat individuelle Belastungsgrenzen und dementsprechend muss auch die Ausrüstung sensibel aufgestellt sein.
Mit den letzten zehn Fragen an Euch möchte ich herausfinden, wie verbreitet die normierten Helmklassen und adaptiven Kommunikationssysteme sind.

10 Fragen an Euch: Hier geht's zur Umfrage.

/rb

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