Feuerwehr überfordert: Schutzziele zu hoch gesteckt?

Vor zwei Jahren wurden die Schutzziele für die Feuerwehr in Hamburg neu gesetzt. Doch jetzt zeigt sich offenbar: die Berufsfeuerwehr ist damit überfordert, ohne die Freiwilligen Feuerwehren wäre es nicht zu schaffen. 

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hat die Berufsfeuerwehr Hamburg massive Probleme damit, die Schutzziele, die 2014 gesetzt wurden, einzuhalten. Die Zeitung stellt sogar fest, dass die Feuerwehr teilweise überfordert ist. Dass die Berufsfeuerwehr tatsächlich immer öfter Hilfe von den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt benötigt, belegen aktuelle Zahlen. Laut dem Bericht sind die Einsätze der FFW pro Jahr um über 3.000 auf 11.700 Einsätze gestiegen - seit es die neuen Schutzziele gibt. Der Grund dafür sind natürlich auch unvorhersehbare Ereignisse wie Stürme. Doch auch die festgesetzten Ziele, so das Hamburger Abendblatt weiter, tragen zu dieser Entwicklung bei. Denn die Berufsfeuerwehren hat an 17 Standorten nur noch kurze Löschzüge mit 10 Kameraden. Bei einem Wohnungsbrand, so heißt es weiter, müssten aber innerhalb von 8 Minuten schon 10 Mann vor Ort sein und innerhalb von 13 Minuten weitere 6 Feuerwehrleute. Das ist mit einem Kurzzug nicht zu schaffen, weshalb die Freiwilligen Feuerwehren hinzugezogen werden. Auch bei dem Großbrand wie am Wochenende in Veddel (retter.tv berichtete), so die Zeitung weiter, hätte die Feuerwehr ohne die Freiwilligen ein Problem, denn dann wären alle Feuerwehrleute bei diesem Großbrand und niemand mehr für andere Einsätze verfügbar.

Steht Hamburg bald vor einem Brandschutzproblem?

Die Stadt setzt mit der starken Einbindung der Freiwilligen Feuerwehren möglicherweise einfach auf die günstigste Variante, denn größere Löschzüge mit Beamten wären vermutlich teurer. Auch für die Zukunft sieht man dem Bericht zufolge bei der Stadt eine positive Entwicklung und setzt weiter auf die Unterstützung aus dem Ehrenamt. Dass aber die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg genauso unter Mitgliederschwund leiden, wird dabei offenbar verkannt. Da Hamburg weiter wächst, könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Brandschutz für die Berufsfeuerwehr - trotz der Unterstützung durch die Ehrenamtlichen - kaum noch zu bewältigen ist. 

Bild: retter.tv Symbolbild

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