Gute Öffentlichkeitsarbeit - Augen auf bei der Auswahl von Fotos und Videos

Augsburg | am 03.04.2012 - 14:03 Uhr | Aufrufe: 2579

Eine gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist nur dann erfolgreich wenn die Presse über Ihre Feuerwehr oder Ihre Hilfs- und Rettungsorganisation auch berichtet. Denn wie bereits in einem retter.tv Artikel erwähnt, können Sie durch eine gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Bild Ihrer Feuerwehr oder Ihrer Hilfs- und Rettungsorganisation positiv beeinflussen. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit kann zum Beispiel bei der Nachwuchsgewinnung viel Vorteile bringen. Gute Fotos oder auch Videos zu Ihren Pressemitteilungen kann dazu ein wichtiges Hilfsmittel sein.

Gutes Bildmaterial verkauft Zeitungen und schafft Klicks im Internet. Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei Ihren Berichten für die Presse nach Möglichkeit auch gutes Bildmaterial mitliefern. Die Auswahl passender Fotos ist bei Veranstaltungen oder Lehrgängen einfacher als zum Beispiel bei Einsätzen.



Gute Fotos und Videos für die Öffentlichkeitsarbeit- senden Sie Bilder mit Ihren Presseberichten


Im Idealfall hängen Sie in den Anhang der Email mit ihrem Pressebericht zwischen zwei und fünf gute Bilder oder Sogar Videos. Versuchen Sie die Bilder im gängigen .jpg Format zu speichern. So garantieren Sie, dass die Redaktionen Ihre Bilder auch öffnen können. Es ist üblich die Bilder zu den Presseberichten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Achten Sie am besten darauf, dass unterschiedliche Medien (zum Beispiel Printmedien oder Onlineportale) auch andere Anforderrungen an Bilder haben. Das heißt, ein Bild für den Zeitungsruck sollte mindestens 90 dpi Druckauflösung haben, im Onlinebereich spielt dies jedoch kaum eine Rolle. Bitte beachten Sie dabei auch, dass Ihre Email, in der Sie Ihren Bericht mit Bildern versenden, eine Datenmenge von 5 MB nicht übersteigt. Dies kann unter umständen dazu führen. Dass Ihre Email nicht zugestellt werden kann. Außerdem hilft es an dieser Stelle immer. Sich in den Redakteur hinein zu versetzen. Er erhält täglich unzählige Meldungen mit vielen Bildern, meistens ist das Email-Postfach jedoch nicht groß genug um auch alle Meldungen speichern zu können.

 

Gute Videos für die Öffentlichkeitsarbeit- Videos schaffen Interesse

Die Krönung eines guten Presseberichtes ist wenn Sie zusätzlich ein Video zu dem Inhalt des Berichtes erstellen. Viele Zeitungen oder Radiostationen haben Internetseiten, wo Videos und Bilder zu den Artikeln oder Beiträgen veröffentlicht werden. Videobeiträge schaffen Interesse bei den Lesern und bringen den Onlineportalen viele Klicks. Deshalb ist es eine gute Investition in die Pressearbeit Ihrer Feuerwehr oder Ihres Hilfs- und Rettungsdienstes wenn Sie ab und an ein Video drehen. Ein Tag der offenen Tür kann ein guter Anlass sein um ein Video über Ihre Organisation zu drehen. Es muss nicht immer der hoch qualitative Imagefilm sein, ein Video mit einer einfachen Kamera kann ein ebenso sympathisches Bild Ihrer Organisation oder Ihres Vereins abliefern.

 

Videos für die Öffentlichkeitsarbeit erstellen

Die Einarbeitung in das Thema Video erfordert ein wenig Engagement doch schon mit wenig Aufwand, können tolle Ergebnisse erzielt werden. In der retter.tv Videowerkstatt geben wir Ihnen viele Tipps und Hilfestellungen zu der Erstellung eines Videos. In einem kurzen Videoworkshop können Sie Schritt für Schritt die wichtigsten Grundlagen zur Erstellung eines Videos lernen. Nutzen Sie zum Beispiel die Übung Ihrer Jugendabteilung am Wochenende, begleiten Sie die Kinder an diesem Tag mit der Kamera. Die Freude und der Spaß, den die Kinder- und Jugendlichen an diesem Tag haben, lassen sich durch einen Bericht oder Fotos nicht annähernd so gut vermitteln, wie dies ein Video vermag. Ein Video kann Emotionen vermitteln, wenn die Menschen sehen, wie viel Freude die Arbeit in Ihrer Feuerwehr oder Ihrem Hilfs- und Rettungsdienst bringt, kann ihr Interesse geweckt werden, selbst Teil Ihrer Organisation zu werden.

 

Gute Fotos für die Öffentlichkeitsarbeit- Lebendige Bilder auswählen

 

Fotos von Versammlungen auf denen Ehrengäste im Halbkreis stehen und ihre Urkunden lachend in die Kamera halten, sind selten gefragt. Bilder mit Bewegung und Action sind dagegen beliebt. Wählen sie ein Bild danach aus, wie viel es ihnen erzählt. Fotos von einer Räumungsübung in der Grundschule sind zum Beispiel lebendiger, wenn darauf zu sehen ist, wie die aufgeregten Kinder von ihren Tischen aufstehen um sich in Reih und Glied aufzustellen. Dieses Bild sagt mehr aus als ein abschließendes Gruppenbild mit den Brandschutzerziehern. Nutzen Sie eine Übung der Jugendabteilung dazu viele Fotos zu machen. Wählen Sie davon ein paar aussagekräftige Bilder aus und senden Sie diese zusammen mit einem Bericht an die zuständigen Redaktionen, damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit dass Ihre Übung den Weg in das jeweilige Medium findet.


Gute Fotos und Videos für die Öffentlichkeitsarbeit- Vorsicht bei Einsatzbildern

Ob Einsatzbilder oder gar Videos für die Presse zur Verfügung gestellt werden sollen, wird derzeit heiß diskutiert. Es ist wichtig, dass Sie sich dazu mit ihrem Vorgesetzten auf ein Verfahren einigen. Sprechen Sie genau ab wann, in welchem Fall und in welcher Art sie Fotos oder Videos von Einsätzen an die Presse weiter geben. Aber seien Sie vorsichtig denn Fotos von Unfallopfern oder Unfallverursachern sind niemals unkritisch. Ebenso ist es wichtig, dass die Umstände auf dem Bild (wie zum Beispiel ein Autokennzeichen oder eine markante Haustüre) nicht eindeutig auf die Identität eines der Unfallbeteiligten hinweisen. Prüfen Sie jedes Bild, das sie für die Presse freigeben wollen noch einmal eindringlich darauf ob es für eine Veröffentlichung geeignet und rechtlich einwandfrei ist. Wie in dem Artikel „Öffentlichkeitsarbeit: Welche Aufgaben hat ein guter Pressesprecher? Teil 2“  bereits erwähnt, können Sie bei einem Einsatz auch die zuständigen Journalisten informieren. In der Regel sind Redakteure gut über die rechtlichen Bestimmungen von Fotos und deren Veröffentlichung informiert und sie können selbst geeignetes Bildmaterial vor Ort machen. Neben der sensiblen Motivwahl ist außerdem das Recht am eigenen Bild der jeweiligen Personen zu beachten.


Gute Fotos und Videos für die Öffentlichkeitsarbeit- Das Recht am eigenen Bild muss geachtet werden

Das Recht am eigenen Bild gilt gleichermaßen für Video- und Fotoaufnahmen. Bei Videodrehs sind noch weitere rechtliche Kriterien wie zum Beispiel eine Drehgenehmigung zu beachten. Eine ausführliche Beschreibung der rechtlichen Anforderungen die bei der Erstellung eines Videos zu beachten sind, finden sie in einem weiteren retter.tv Artikel.
Nach § 22 des Kunsturhebergesetzes (KUG) dürfen „Bildnisse” einer individuell erkennbaren Person nur mit Einwilligung des Abgebildeten „verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden”. Das KUG empfiehlt eine schriftliche Einwilligung. In der Praxis geht das meistens nicht. Die Einwilligung gilt deshalb im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete „konkludent oder explizit” zugestimmt hat.

Unterschiedliche Formen der Einwilligung zu einem Pressefoto

Wer für einen Pressefotografen posiert, z.B. die Aufnahme des neuen Vereinsvorstandes, hat damit seine Einwilligung „explizit” erteilt. Wenn der Abgebildete dafür sogar ein Honorar erhielt (Fotomodell), hat er „konkludent” zugestimmt. Die Erlaubnis ist stets beschränkt: Das Foto eines Biertrinkers beim Feuerwehrfest darf nicht später für einen Artikel über den wachsenden Alkoholismus in Deutschland aus dem Archiv geholt und abgedruckt werden. Bis zu zehn Jahre nach dem Tod des Fotografierten muss noch die Erlaubnis der Angehörigen eingeholt werden.


Pressefotos ohne eine Einwilligung


In der täglichen Pressearbeit gibt es viele Fälle, in denen jemand ohne Einwilligung fotografiert wird: Entweder gibt derjenige die Erlaubnis nicht (Fahndungsfoto, § 24 KUG) oder sie kann nicht eingeholt werden. „Personen der Zeitgeschichte” dürfen nach § 23 KUG ohne Einwilligung fotografiert  werden. Ausnahmen des Kunsturhebergesetzes bei Pressefotos
Ausnahmen im Sinne von § 23 KUG sind:
• Bilder, auf denen die Personen nur als „Beiwerk” neben einer Landschaft oder
sonstigen Örtlichkeit erscheinen. In einem öffentlichen Park, auf einem Fußballplatz,
bei einem Feuerwehrfest oder auf einer Straße dürfen Personen
ohne Einwilligung fotografi ert werden.
• Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen sowie zufällige
Menschenansammlungen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen
haben (z.B. Schaulustige bei einem Brand).
Verboten ist es in beiden Fällen, sie aus der Menge „herauszuziehen“, zum Beispiel mit einem Teleobjektiv. In der Praxis lautet eine Faustformel „Das Einholen einer Einwilligung ist aus praktischen Gründen dem Fotografen nicht mehr zuzumuten, wenn mehr als fünf Personen erkennbar abgebildet werden.”


Die richtige Bildauswahl ist immer subjektiv und keine einfache Aufgabe und sollte deshalb eine große Beachtung in der Arbeit eines Pressesprechers finden. In der retter.tv Serie zur Öffentlichkeitsarbeit finden Sie viele Informationen rund um die richtige Bildauswahl.

Bild: retter.tv Archivbild

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