Staatsanwaltschaft äußert sich: Keine Strafanzeige gegen gefeierten Kameraden

Aschaffenburg | am 14.11.2017 - 10:00 Uhr | Aufrufe: 3015

Nach der Spritzaktion eines Kameraden gegen Gaffer (retter.tv berichtete) zeigen sich die Mitbürger solidarisch. Nun äußert sich auch die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg.  

Nach dem schweren Verkehrsunfall mit drei getöteten Unfallopfern am 09.11.17 auf der BAB A 3 bei Rohrbrunn im Landkreis Aschaffenburg wurden von mehreren Medien Bilder und Filmaufnahmen verbreitet, in denen eingesetzte Feuerwehrleute vorbeifahrende „Gaffer“, die von ihren Fahrzeugen aus Videos und Bilder von der Unfallstelle machten, mit dem Feuerwehrschlauch bespritzten. In den Medien wurde insoweit eine mögliche Strafbarkeit der Feuerwehrleute wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in den Raum gestellt. Doch von Seiten der Mitbürger erhält der Kamerad großen Zuspruch. Besonders in den sozialen Netzwerken wird sein Einsatz regelrecht gefeiert – bis hin zu einer Petition. Einige sind der Meinung, dass er statt einer Strafe viel mehr einen Orden verdient hätte. Auch ein Antenne Bayern Moderator zeigt seine Solidarität für den Kameraden: "Wenn der Feuerwehrmann wirklich eine Strafe kriegen sollte, zahl ich die aus der eigenen Kasse!"

Staatsanwaltschaft wendet sich an die Öffentlichkeit

Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg weist darauf hin, dass bislang keine entsprechende Strafanzeige eines betroffenen „Gaffers“ bei ihr eingegangen ist. Auch werden derzeit allein aufgrund der vorliegenden Bildberichte keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer strafbaren Handlung der betreffenden Feuerwehrleute gesehen, sodass auch kein hinreichender Anlass für eine Verfahrenseinleitung von Amts wegen besteht. Auf den vorliegenden Bildern und Filmen ist ersichtlich, dass die „Gaffer“ in der sehr langsam fahrenden Fahrzeugkolonne mit dem Schlauch mit geringem Spritzdruck besprüht worden sind, wobei vor allem die geschlossenen Fenster der Beifahrerseite getroffen wurden. Anschließend sind die jeweiligen Fahrzeugführer von der Polizei angehalten und zur Anzeige gebracht worden. Ein versuchter oder vollendeter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr kann hierdurch nicht festgestellt werden, da der Kamerad nicht bewusst einen Unfall der Fahrzeuge herbeigeführt hatte.

Quelle Text: Staatsanwaltschaft Aschaffenburg

Quelle Bild: Symbolbild retter.tv

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