Uni Kassel entwickelt realitisches Spiel zum virtuellen Feuerwehrtraining

Wissenschaftler der Uni Kassel haben in Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband Fulda und Brandschutz-Experten eine virtuelle Trainingsarena für die Ausbildung von Feuerwehr und Katastrophenschutz erschaffen.

Uni Kassel entwickelt Spiel zum virtuellen FeuerwehrtrainingDas Projekt trägt den Namen KATIE, das steht für Katastrophen, Avatare, technische Simulationen, in virtuellen Environments. KATIE ist ein sogenanntes „Serious Game“. Auf den ersten Blick wirkt das Programm wie ein 3D Computerspiel oder Konsolenspiel doch KATIE ist viel mehr als das. KATIE soll Situationen des Katastrophenschutzes simulieren und dadurch auf Lerninhalte Aufgaben und Regeln des Katastrophenschutzes abgestimmt sein. Mit diesem Projekt sollen die Aus- und Weiterbildung von Feuerwehrleuten unterstützt und verbessert werden. Auch wenn KATIE Ähnlichkeiten mit einem handelsüblichen Computerspiel hat, steht hinter dem Projekt ein wichtiges Ziel, die Verbesserung der Feuerwehrausbildung. Deshalb besteht die Aufgabe bei KATIE auch nicht darin, einen Schatz zu finden oder Gegner auszuschalten; die Aufgabe lautet, einen Brand zu bekämpfen oder einen Zug zu evakuieren, und zwar nach Lehrplan der Feuerwehr oder des Katastrophenschutzes.

Einsatzstrategien in der virtuellen Welt trainieren

“Es geht nicht darum, den Griff am Schlauch zu üben; das geht in der Realität besser“, beschreibt Prof. Dr. Dieter Wloka, Leiter des Fachgebiets Technische Informatik, die Ausrichtung. „Wir trainieren die human skills, das Zusammenspiel der einzelnen Funktionsträger.“ Um ein Zusammenspiel der einzelnen Feuerwehrleute zu ermöglichen, bekommt jeder Teilnehmer der Schulung einen eigenen Avatar (also eine Figur in dem Computerspiel) zugeschrieben. Im Spiel selbst begegnen sich dann die digitalen Stellvertreter und die Schulungsteilnehmer können die Interaktion der Figuren steuern. So kann die Kommunikation und die Strategie im Einsatz geübt werden, ohne dass ein reales aufwändiges Übungsszenario erstellt werden muss. Der Ausbilder kann die Zusammenarbeit der Kameraden in dem Spiel beobachten und sogar auf Video aufzeichnen. So kann nach der Teilnahmen an KATIE immer wieder auf das Material zurückgegriffen werden. Besonders innovativ ist, dass KATIE nach eigenen Vorstellungen programmiert werden kann. So kann bei KATIE eine 3D-Umgebung nach Wunsch angepasst werden – es kann also ganz konkret ein Einsatz in der Schreinerei um die Ecke oder im nächstgelegenen Eisenbahntunnel geprobt werden.

KATIE, kostenlos für Freiwillige Feuerwehren

Das Training ist auf dem Tablet oder dem PC, online oder lokal basiert möglich; nach Absprache auch in der „Cave“ des Fachbereichs Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel; das ist eine Projektionsumgebung, in der sich Menschen mithilfe einer 3D-Brille in einer virtuellen Welt bewegen können. Durch die Zusammenarbeit mit Experten aus dem Brandschutz und mit dem Kreisfeuerwehrverband Fulda konnten Abläufe und Regeln der Feuerwehrausbildung in die digitale Welt transferiert werden. Werden bei einer Übungsgruppe mehr Teilnehmer benötigt, als tatsächlich daran teilnehmen, so können fehlende Kameraden durch vorprogrammierte Avatare ersetzt werden. „Unsere Avatare können mit diesem Wissen intelligent handeln, falls menschliche Spieler fehlen und in der Simulation ersetzt werden sollen“, erklärt Diplom-Informatiker Frank Poschner. „Auch intelligente Ergebnisauswertungen der Aktionen von Spielern sind so möglich.“ Die Teilnahme an KATIE ist für freiwillige Feuerwehren derzeit kostenlos.

Mehr zu dem Projekt KATIE finden sie unter http://www.katie-katastrophensimulation.de/

Bild: http://www.katie-katastrophensimulation.de/

 

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