Kleiner Waffenschein immer beliebter: Polizei äußert Bedenken

Immer mehr Deutsche beantragen einen kleinen Waffenschein, so auch in Dortmund. Doch die Polizei sieht das kritisch – und äußert offen ihre Bedenken.

Wie Dortmund24 berichtet, waren Ende 2016 über 4.600 Personen in Dortmund und Lünen im Besitz eines kleinen Waffenscheins – ca. 36% mehr Menschen als im Vorjahr. Dieser Waffenschein erlaubt den Personen das Führen von Reizgas und sogenannten Schreckschusspistolen. Den Anstieg der Träger der kleinen Waffenscheinst erklärt sich die Dortmunder Polizei durch das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Menschen – die Kriminalstatistik zeigt jedoch, dass die Verbrechen in der Region innerhalb der letzten Jahre zurückgegangen sind.

Polizei sieht Entwicklung kritisch

Doch die Polizei sieht den kleinen Waffenschein eher kritisch, wie Dortmund24 weiter berichtet. Es könne zu Selbstverletzung durch ungenügende Übung in der Handhabung der Waffen kommen. Auch in einer Auseinandersetzung könnten die Waffen gegen einen verwendet werden. Die Behörden empfehlen deshalb als Alternative zum kleinen Waffenschein, bei Gefahr nach Hilfe zu rufen, das Mitführen von lauten Trillerpfeifen oder das Erlernen von Kampfsportarten. So spare man sich auch die Gebühren für einen kleinen Waffenschein.

Waffenschein bringt Verpflichtungen mit sich

Zudem verpflichtet der kleine Waffenschein den Besitzer der Waffen zu großer Sorgfalt. Waffe und Munition müssen getrennt und für Dritte und Kinder unzugänglich gelagert werden, so Dortmund24. Schreckschusspistolen und Reizgas dürfen auch nicht uneingeschränkt bei jeder Gelegenheit mit sich geführt werden: Bei öffentlichen Veranstaltungen sind diese verboten. Sollte man in einer Ausnahmesituation tatsächlich auf jemanden schießen und diese Person dabei verletzten, könnte man im schlimmsten Fall wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt werden, so der Sprecher der Polizei Dortmund im Gespräch mit Dortmund24.

Bild: retter.tv Symbolbild

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