Vorwürfe von Polizisten: Gesundheitsgefahren durch digitale Handfunkgeräte?

Wieder Ärger mit dem Digitalfunk: Wie der Trierische Volksfreund vergangene Woche berichtete, sorgen die digitalen Handfunkgeräte erneut für Probleme. Polizisten verlangen die Abschaffung der stark strahlenden Geräte. Sie befürchten Gesundheitsrisiken.

Digitalfunk SymbolbildIm Mai 2011 wurden die analogen Geräte bei der Trierer Polizei gegen moderne digitale Handfunkgeräte (HRT) ausgetauscht.  Knapp drei Jahre nach dem Wechsel sorgt nun eine Dienstanweisung aus Mainz für Verunsicherung. In der Anweisung vom 12. Dezember 2013 teilt die zum Mainzer Innenministerium gehörende Autorisierte Stelle Digitalfunk mit, dass die Nutzung von digitalen Handfunkgeräten in Fahrzeugen nicht zulässig sei.

Digitale Handfunkgeräte sollen in Autos nicht genutzt werden

Durch die Fahrzeug-Karosserien würden die von den Funkgeräten erzeugten elektromagnetischen Felder reflektiert; deshalb könne innerhalb weniger Minuten der vorgegebene Grenzwert überschritten werden. So heißt es zumindest in der geheimen Betriebsregelung, die dem Nachrichtenblatt „Trierischer Volksfreund“ vorliegt. Die erzeugten Wellen würden dabei nicht nur auf elektronische Geräte, sondern auch auf den menschlichen Körper Auswirkungen haben. Dies sei auch nicht nur im reinen Sendebetrieb der Fall, sondern auch, wenn die Geräte in den Passiv-Modus gestellt seien. Innerhalb der Fahrzeuge gebe es allerdings auch fest installierte Funkgeräte, die von den Einsatzkräften stattdessen genutzt werden könnten.

Vorwürfe: Vertuschung der Gesundheitsgefahren ?

Dennoch werden Vorwürfe laut: In einem internen Schreiben, das dem Volksfreund ebenfalls vorliegt, werfen zwei Kommissare der Polizeiinspektion Trier dem Innenministerium und dem Polizeipräsidium eine Vertuschung der Gesundheitsgefahren vor. Die beiden Beamten fordern, dass wieder die alten analogen Funkgeräte genutzt werden – zumindest solange, bis die Gefahrenquellen behoben seien. Doch die Dienstherren weisen die Vorwürfe vehement zurück. Verwende man die HRT bestimmungsgemäß, bestünden keinerlei Risiken für die Gesundheit. Schon in den ersten Schulungen habe man die Nutzer darauf aufmerksam gemacht, dass die digitalen Geräte nicht innerhalb von Autos genutzt werden dürften, so die Rückmeldung.

Weitere Informationen finden Sie hier.
Bild: retter.tv Archivbild

  • MannReporter 112
    Dass die Fahrgastzelle eines Fahrzeugs ein "Faradayscher Käfig" ist und Funkwellen im Inneren eventuell zum Strahlennachteil von Personen reflektiert werden, ist spätestens seit der Verbreitung des Mobilfunks GSM (D-Netz, E-Netz) vor 20 Jahren hinlänglich bekannt. Das ist ein wesentlicher Grund für Freisprecheinrichtungen, bei denen die Funkwellen vom eingehängten Telefon zur Außenantenne übertragen werden. Umgekehrt wäre auch der Empfang schlecht, weil Funkwellen außen abgehalten werden.
    06.02.2014 um 12:18
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