Entscheidungstraining fürs Extreme, ein Planspiel zum MANV auf der RETTmobil 2013

Der Dauerrenner unter den Workshops auf der RETTmobil ist zweifelsohne das Planspiel MANV, das immer wieder interessierte Besucher anlockt und auch in einer simulierten Großschadenslage fordert.

 

Planspiel MANV

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Dr. Bernhard Eßer leitet den Workshop „Planspiel MANV – Entscheidungstraining fürs Extreme“ und das bereits zum vierten Mal in Folge auf der RETTmobil in Fulda. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 begrenzt, damit bei dem Planspiel auch wirklich jeder mitmachen kann und auch aktiv seine eigenen Entscheidungen zum simulierten Geschehen trifft und in der Runde diskutiert. Der Workshop ist generell sehr offen gestaltet, nach einer Stunde Theorie beginnt das eigentliche Planspiel, für das es wie Dr. Eßer anmerkt „keine Lösung gibt“. Erfolgreich ist das Planspiel wenn sich die Leute aus den unterschiedlichsten Organisationen und Funktionen gemeinsam die Gedanken der anderen anhören und vielleicht auch einprägen können.

 

Notärzte in Übungen mit einbeziehen

 

Dr. Eßer möchte vor allem eine Anregung geben, wie solche Planspiele für Großschadenslagen ganz einfach in den eigenen Ortsverband, die eigene Bereitschaft gebracht werden kann, um effektiv solche Szenarien spielerisch einzuüben. „Es ist viel gewonnen wenn der Notarzt die Feuerwehr-Denke versteht und umgekehrt.“, so der Dozent. Die besondere Wichtigkeit auch die Notärzte in solche Übungen mit einzubeziehen und gemeinsam einen Plan zu erarbeiten, um etwaige Probleme bereits im Vorfeld zu erkennen und zu beheben.

 

Planspiel? Papier, Stift, Bauklötze und Streichhölzer

 

Ein Planspiel ist ja auch ganz einfach einzuführen, als Basis reicht da erstmal ein weißes Blatt Papier, Stifte, Bauklötze als Fahrzeuge und Streichhölzer als Patienten. Simpel, aber effektiv, wenn auch jeder mal so ein Fahrzeug in die Hand nehmen kann und einfach selbst entscheidet, wo er sich aufstellt und wo Platz für nachrückende Fahrzeuge gelassen werden sollte. Dr. Eßer hat dafür auf einzelnen Platten bereits Straßenzüge und Grünflächen, aber auch Bahngleise vorbereitet, die er nur noch, je nach Szenario zusammenbastelt und schon erhält er ein Wohngebiet, oder eine Autobahn, oder eben einen Bahnübergang. Mit kleinen Spielzeug-Häusern und Spielzeug-Einsatzfahrzeugen wird so eine kleine Welt realisiert, in der aus der Vogelperspektive ganz klar die bestmöglichen Einsatzstrukturen analysiert werden können. Das passiert dann auch im zweiten Teil des Workshops, alle Teilnehmer gruppieren sich um den Tisch mit dem Einsatzszenario und jeder von ihnen bekommt ein Fahrzeug, bzw. eine Rolle zugewiesen. Ersteintreffender RTW, NEF, Löschzug, Rüstwagen, LNA, OrGEL, und, und, und. Alles was das Herz begehrt ist da und wird durch die persönliche Einschätzung jedes Teilnehmers mit unterschiedlichsten Herkunftsorganisationen lebhaft eingesetzt.

 

2 Szenarien werden durchgespielt

 

Aufgrund der begrenzten Zeit werden den Teilnehmern zwei Szenarien dargestellt, die sie gemeinsam lösen können. Im ersten Fall handelt es sich der Einsatzmeldung nach um einen ordinären Verkehrsunfall, der sich durch acht Verletzte aber schnell zum logistischen Problem entwickelt. Für die Teilnehmer aber kein Problem, mit Bravour und in Rekordzeit ordnen sie den Einsatz und versorgen die Patienten optimal. Im zweiten Fall brennt ein Mehrfamilienhaus, 25 gemeldete Bewohner, die Schadenslage ist etwas komplexer einzuordnen. Doch auch hier schaffen es die Teilnehmer nach kurzen Diskussionen ihre Anfahrten und Patientenablageplätze so einzuteilen, damit auch dieser Einsatz zügig abgearbeitet werden kann.

 

„3 Tage Großschadenslage in der Ausbildung zu haben, wäre sehr schön“

 

Auch typische Fehler beim MANV werden angesprochen. Gerade bei der Fahrzeugaufstellung passiert gerne eine Fehler, oder auch der Tunnelblick bei ersteintreffenden Rettungskräften, die sich vom Einsatz aufsaugen lassen und sofort zur Maximaltherapie des ersten Verletzten schreiten. Um auch Notärzte besser in die Strukturen und die Einsatztaktik zu integrieren regt Dr. Eßer eine erweiterte Ausbildung, zusammen mit den Rettungsassistenten, bzw. den künftigen Notfallsanitätern an. „3 Tage Großschadenslage in der Ausbildung zu haben, wäre sehr schön“. Gezeigt hat er auf jedem Fall, dass eine teure Computersimulation für kleine Einheiten nicht notwendig ist, da man ein Planspiel und eine taktische Schulung auch wunderbar mit herkömmlichen Mitteln durchführen kann.

 

Weitere Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie.

 

Bild- und Textquelle: retter.tv

 

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