Bessere Öffentlichkeitsarbeit für höheres Ansehen der Rettungsassistenten/innen

Schwäbisch Gmünd | am 24.04.2013 - 09:55 Uhr | Aufrufe: 3789

Gute Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitgeber könnte einer im Gesundheitswesen wichtigen Berufsgruppe mehr Wertschätzung bringen. Hochqualifizierte Rettungsassistenten/innen werden als „qualifizierte Tragehilfen" bezeichnet.

Deutschland verfügt über ein hochwertiges, und flächendeckendes Rettungswesen zur notfallmedizinischen Versorgung unserer Bevölkerung. Die Verteilung der Rettungsleitstellen und Rettungswachen ermöglicht in den allermeisten Fällen ein frühzeitiges Eintreffen, wie vom Gesetzgeber vorgegeben.

Persönlicher Einsatz des Rettungsfachpersonal auf hohem Niveau

Nicht nur auf technischen und einsatztaktischen Gebieten sind wir auf einem guten Stand, sondern insbesondere der persönliche Einsatz des Rettungsfachpersonales, oftmals auf sehr hohem Niveau, hat manchem Patienten vor Dauerschäden oder dem Tode bewahrt.

Guter Ausbildungsstand der Rettungsfachkräfte

Die erweiterte Patientenversorgung wird oftmals von hoch motivierten Rettungsfachkräften getätigt. Begründet durch einen guten Ausbildungsstand und kontinuierlicher Fortbildung ist das Rettungsfachpersonal in der Lage, bis zum Eintreffen eines Notarztes bei akuten und lebensbedrohlichen Zuständen auch die Maßnahmen zu treffen, die eigentlich einem Mediziner zuzuordnen sind.

Ansehen ist der Leistung der Berufsgruppe nicht angemessen

Venöser Zugang, Infusionen, Analgo–Sedierung, Schockbekämpfung, EKG–Diagnostik, Frühdefibrillation und zahlreiche weitere Maßnahmen werden von Rettungsfachpersonal seit über zwanzig Jahren in entsprechenden Einsatzlagen, und wenn ein sofortiges und situationsgebundenes Handeln erforderlich wird, nachweislich zu Gunsten der Patienten getätigt.

Doch honoriert wird der Einsatz nur selten. Das Ansehen in der Bevölkerung, im klinischen Bereich und bei niedergelassenen Ärzten ist nach subjektivem Empfinden als auch bei objektiver Betrachtung nicht den Leistungen dieser Berufsgruppe angemessen. Nach wie vor ist die Rede vom Krankenwagenfahrer, Krankenträger oder ,wie neulich auf einer Transportbescheinigung zu lesen war, von „qualifizierter Tragehilfe".

Kaum Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitgeber

Es ist nur schwer zu verstehen, dass einer Berufsgruppe, die eine hochqualifizierte notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, nicht die Wertschätzung entgegengebracht wird, die Betroffenen eigentlich verdient hätten.

Auf der Suche nach den Ursachen ist mir unter anderem aufgefallen, dass durch die Arbeitgeber bis heute, so gut wie keine, oder nur sehr begrenzte Öffentlichkeitsarbeit zum Fachberuf der Rettungsassistenten geleistet wurde.

Diesen Fehler sollte man bei dem neuen Fachberuf „Notfallsanitäter" nicht wieder begehen, denn schon jetzt zeichnen sich Versorgungslücken im Rettungsdienst angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft und fehlendem medizinischen Nachwuchs ab.

 

Alfred Brandner

Bild: retter.tv Symbolbild

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