Großübung "Busunglück" mit 300 Einsatzkräften

Bergwacht, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei und Technisches Hilfswerk befassten sich am Samstagmittag bei einer Großübung in Dachsberg-Vogelbach mit dem Szenario „Schulbusunglück“. Die Hilfsorganisationen waren mit insgesamt 300 Einsatzkräften vor Ort und retteten 50 Personen aus dem verunglückten Fahrzeug.

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Neben der technischen Rettung stand unter anderem die notfallmedizinische Versorgung der Verletzten im Vordergrund. Vertreter der Kommunen und Kreisbehörden sowie zahlreiche Zuschauer beobachteten die großangelegte Rettungsübung. Die Busunglücke am 20. Januar in Schluchsee und am 13. März im Wallis haben auf traurige Weise gezeigt, wie realistisch solche Unfallszenarien sein können und welche wichtige Rolle dabei die reibungslose Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen spielt. Vor diesem Hintergrund wurde auf Initiative der Feuerwehr Dachsberg die Übung organisiert, bei der insbesondere die Koordination der vielen Einsatzkräfte sowie die Versorgung einer großen Anzahl von Verletzten geprobt werden sollte.

Um 13 Uhr wurden die Einsatzkräfte an ihren Heimatstandorten alarmiert. Die Feuerwehr, die mit insgesamt 14 Fahrzeugen und 150 Einsatzkräften im Einsatz war, übernahm vor Ort gemeinsam mit der Bergwacht und dem THW die technische Rettung der zum Teil schwer verletzten Personen aus dem abgestürzten Bus und aus zwei weiteren, ebenfalls in den Unfall verwickelten PKW. Bergwacht und Rotes Kreuz transportierten die Verletzten zum Behandlungsplatz und übernahmen die notfallmedizinische Versorgung, das Kriseninterventionsteam des DRK betreute leichter verletzte Personen. Dabei erwiesen sich die fahrbaren Gebirgstragen sowie das geländegängige Quad der Bergwacht als wichtige Hilfsmittel bei der Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten. Die Patienten konnten schnell und schonend zum 300 m entfernten Behandlungsplatz gefahren werden, ohne den einzigen Zufahrtsweg zur Einsatzstelle mit Fahrzeugen zu blockieren.

Anschließend wurden die Patienten auf die umliegenden Kliniken, dargestellt durch Hallen in der näheren Umgebung, verteilt. Bereits um 15 Uhr konnte die Übung beendet werden. Die Einsatzleiter der beteiligten Organisationen zogen beim Abschluss in der Dachsberghalle ein positives Fazit. Den Einsatzkräften bescheinigten sie eine hohe Motivation bei der Bewältigung dieser komplexen Schadenslage. Probleme bereitete insbesondere die mangelnde Mobilfunkversorgung, weshalb die gesamte Kommunikation ausschließlich über Funk abgewickelt werden konnte. Auch die dezentrale Lage des Einsatzortes stellte die Rettungskräfte vor Herausforderungen. Die Übung hat darüber hinaus gezeigt, dass Techniken aus der Bergrettung wie Gebirgstrage, Quad, kompakte und mobile Ausrüstung sowie kleine und flexibel einsetzbare Rettungsteams auch bei klassischen Feuerwehr- oder Rettungsdiensteinsätzen eine effektive Ergänzung sein können und die professionelle Arbeit der Hilfsorganisationen erleichtern. Bilder: Bergwacht Schwarzwald

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