Notaufnahme – Sammelbecken für echte Notfälle und übertrieben Problemchen

Frankfurt | am 17.03.2014 - 14:00 Uhr | Aufrufe: 1574

Eine Notaufnahme ist, wie der Name schon andeutet, ein Ort, an dem Notfälle aufgenommen werden. Doch scheinbar ist nicht jedem Bürger immer ganz genau bewusst, wann es sich um einen Notfall handelt und wann nicht.

 Armin H. Flesch, Redaktionsleiter des Gesundheits-Journals, einer Medizinbeilage von RheinMainMedia, und die Fotografin Carolina Ramirez verbrachten unlängst eine Nacht in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Frankfurt Höchst. Begegnet sind den beiden Freien Journalisten bei Ihrer Recherche sowohl echte Notfälle als auch Probleme, die ebenso gut bis zum nächsten Morgen hätten warten können. Und genau dieser letzte Aspekt ist ein Punkt, der viele Krankenhäuser bzw. deren Notaufnahmen in die Bredouille bringt.

Patienten, die kein Notfall sind, kosten Geld

Denn Patienten, die in die Notaufnahme kommen, werden natürlich auch behandelt. Weggeschickt wird niemand. Aber den Krankenhäusern entstehen dadurch enorme Kosten und – was wesentlich schlimmer ist – geht Zeit für die wirklichen Notfälle verloren. Natürlich kann nur eine Person selber beurteilen, wie nötig eine Behandlung ist, aber wer schon seit einigen Tagen Halsschmerzen hat, hätte vermutlich auch noch eine weitere Nacht überstanden, um dann zum Hausarzt zu gehen.

Triage für Leichtkranke als Lösung

In dem Artikel erwähnt der diensthabende Arzt in der Nacht, in der die Reporter vor Ort sind, dass es eine Lösung gäbe, um die Leichtkranken nicht wegschicken zu müssen und trotzdem Zeit und Kosten sparen zu können. Diese Lösung heißt Triage und wird im angelsächsischen Raum schon lange praktiziert. Das heißt, dass geschultes Fachpersonal die Patienten vorbeurteilt, so dass nur die wirklichen Notfälle auch bis zur Untersuchung beim Arzt kommen. Allerdings kostet diese Ausbildung des Personals im Vorfeld ebenfalls viel Geld, so die Zeitung weiter. Bis dahin bleibt die Notaufnahme Anlaufstelle für große und kleine Probleme.

Die Reportage von Flesch und Ramirez erschien am 14. März 2014 im Gesundheits-Journal und lag unter anderem der FAZ (Rhein-Main), der Frankfurter Neuen Presse sowie der Frankfurter Rundschau bei. Sie ist hier nachzulesen.

Bild: retter.tv Symbolbild

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