Explosive Vorführungen auf der Florian
Seit 35 Jahren arbeitet Franz Gäng bereits beim Kernkraftwerk Philippsburg. Dort hat er auch seine Leidenschaft für die Feuerwehr entdeckt. Bei seiner Ausbildung als Kreisausbilder für Grundausbildung Truppführer ist ihm eine Idee gekommen: Warum sollte man den Schülern die Gefahren für Brand und Explosion nur theoretisch beibringen, wenn man doch fast alles auch praktisch vorführen kann? Seit dem sind 12 Jahre vergangen, in denen Franz Gäng viele lehrreiche Vorführungen gehalten hat.
Auf der Florian 2011 hat er einen eigenen Stand für seine "Show" bekommen. Wir haben das natürlich als Anlass für ein kleines Interview mit ihm genutzt.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihren Schülern so gefährliche Vorführungen zu zeigen?
Als Kreisausbilder für Grundausbildung und Truppführer will ich stets mein bestes geben. Dabei ist mir klar geworden, dass sich die Schüler Gefahren viel besser merken, wenn sie es vorgeführt bekommen. Natürlich sind die Vorführungen nur sehr klein, aber sie zeigen trotzdem gut, wie es sich im wahren Leben auswirken kann. Wenn sich zum Beispiel Acetylen beim Schweißen erhitzt, kann es zu einem Feuerball von 30cm Durchmesser kommen und die Teile der explodierten Flasche fliegen meterweit. Auf solche Gefahren möchte ich meine Schüler aufmerksam machen und integriere eine Lerneinheit von 2-3 Stunden in meinen Unterricht.
Wie haben Sie sich die Fähigkeiten für solche Vorführungen angeeignet, haben Sie ein spezielle Ausbildung dafür?
Nein, dafür habe ich keine Ausbildung. Ich habe mir alles in kleinster Eigenarbeit angeeignet. Viele Sachen sind auch in speziellen Zeitschriften beschrieben, die ich dann selbst ausprobiert und immer wieder geübt habe. Außerdem habe ich mich im Schulungshaus der Berufsgenossenschaft Chemie angemeldet und dort zahlreiche Vorträge gehört. Auch bei meiner Arbeit im Kernkraftwerk finde ich große Unterstützung. Die Kollegen im Labor stehen mir stets mit Rat und Tat zur Seite. Falls ich eine zu gefährliche Idee habe, raten sie mir auch mal davon ab.
Wie kommen Sie auf neue Ideen für Ihre Schulung?
Während meines Unterrichts kommt es immer wieder zu Zwischenfragen von meinen Schülern. Wenn man da mal nicht über eine Sache bescheid weiß, muss man das dann auch zugeben. Natürlich informiere ich mich anschließend sofort und versuche die Idee in mein Programm zu integrieren. So ist es zum Beispiel zu der Demonstration von Säure auf einem Handschuh gekommen. Innerhalb weniger Sekunden ist der halbe Handschuh weg.
Und wie oft üben Sie für Ihre Vorführungen oder können Sie schon alles perfekt?
Mittlerweile beherrsche ich meine Demonstrationen auswendig, aber das war ein langer Weg. Zu Beginn habe ich zu Hause in meiner Küche geübt, bis ich von meiner Frau auf die Terasse verwiesen wurde. Nach einem halben Jahr war ich dann soweit meine erste Vorführung zu zeigen. Die Geräte für meine Arbeit habe ich mir auf dem Flohmarkt und im Fachhandel zusammengesucht. Auch hier haben mich wieder meine Kollegen aus dem Labor unterstützt. Meine Tricks habe ich alle in einem Ordner gesammelt, den ich allerdings nach 12 Jahren nicht mehr brauche.
Was sind die spektakulärsten Elemente Ihrer Show?
Besonders beeindruckend sind immer die Staubexplosionen, der explodierende Wasserstoffballon und die Dose mit dem Benzin-Luft-Gemisch, bei der der Deckel wegspringt. Eigentlich alles was krach macht. Auf dem Freigelände kann ich auch einen 10 Liter Eimer voll Wasser mit nur einer kleiner Kugel Natrium zum Explodieren bringen.
Was können Sie unseren Usern noch als spezielle Tipps und besondere Gefahren mit auf den Weg geben?
Eine typische Gefahr für die Frauen stellt das Reinigungsmittel Rohrfrei dar. Dieses reagiert mit Wasser zu einer Laugenmischung und erhitzt sich stark. Dabei kann es einem entgegenkommen, wodurch man sofort sein Augenlicht verliert. Deswegen sollte man bei der Reinigung des Abflusses immer Abstand halten oder eine Schutzbrille tragen. Außerdem ist es gefährlich beim Föhnen der Haare gleichzeitig Haarspray zu verwenden. Hier kann eine Flamme entstehen. Bei Männern lauert eine ungeahnte Gefahr in der Verwendung von Stahlwolle. Diese kann sich bei der Berührung mit einer schon fast leeren Batterie entzünden und mit Glut brennen. Man sollte also immer aufpassen!
Vielen Dank für das Interview und noch viel Erfolg auf der Florian 2011.




























