RTW landet in Sackgasse: Patient stirbt

Im Saalekreis kam es Ende März zu einer schweren Panne im Rettungsdienst. Kurz vor dem Wohnort eines Notfallpatienten fand sich die Besatzung eines RTW plötzlich in einer Sackgasse wieder – was zu einer Verzögerung mit tödlichen Folgen führte.

Wie die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, wurde die Rettungsleitstelle in Merseburg per Notruf über einen älteren Herren mit Atemnot in Ermlitz informiert, der dringend Hilfe benötigte. Die Einsatzkräfte machten sich umgehend auf dem schnellsten Weg über die A9 und dann über den Ortsteil Wehlitz zu dem Notfallpatienten, über den sie im Normalfall innerhalb der Hilfsfrist von 12 Minuten vor Ort sein würden. Doch dann kam alles anders.

Rettungswagen mehr als 20 Minuten zu spät

Wie die Mitteldeutsche Zeitung weiter berichtet, war die Besatzung des Rettungswagens nicht über die Sperrung einer Zufahrtsstraße informiert, sodass sie in einer Sackgasse landete. Umgehend meldeten die verzweifelten Einsatzkräfte den Vorfall und kehrten um, um den Einsatzort auf einem anderen Weg über Röglitz zu erreichen. Als sie nach insgesamt 33 Minuten am Haus des Mannes ankam, war dieser bereits tot. Ob der Mann bei rechtzeitigem Eintreffen des RTW überlebt hätte, ich allerdings im Nachhinein nicht klar.

Sperrung zu spät bekannt gegeben

Der MZ zufolge war die verzögerte Bekanntgabe der Sperrung die Ursache für diese Rettungsdienstpanne, die ein Menschenleben kostete: Die Rettungswache wurde erst Stunden nach dem Tod des Mannes und insgesamt mehr als eine Woche nach der erfolgten Sperrung über die Bauarbeiten informiert.

Bild: retter.tv Symbolbild

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