259 Fahrzeuge an Unfall-Serie auf A 2 beteiligt

A2 Hannover | am 20.07.2009 - 07:58 Uhr | Aufrufe: 782

Für die Fahrer war es eine unheilvolle Mischung aus heftigem Regen, Wasser auf der Straße und der tiefstehenden Sonne: Mehr als 60 Mal krachte es am Sonntagabend auf der unfallträchtigen Autobahn 2 zwischen Braunschweig und Lehrte bei Hannover

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82 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, 20 von ihnen schwer. Etwa 240 Autos waren in die seit Jahren größte Serie von Massenkarambolagen in der Region verwickelt. Und auch am Montag waren die Ermittler immer noch damit beschäftigt, zu klären, wer alles beteiligt war - endgültige Zahlen gab es noch nicht.

Die Kette von Unfällen in Fahrtrichtung Hannover begann etwa um 18.30 Uhr: Auf einer Strecke von 30 Kilometern rasten immer wieder Wagen ineinander, viele rutschten in den Graben. «Das war ein Trümmerfeld wie ich es noch nicht vorher gesehen habe», sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Braunschweig, Torge Malchau. «Wir hatten großes Glück, dass am Sonntag noch keine Lkws unterwegs waren.» Möglicherweise hätte es dann auch Tote gegeben.

Für die Verletzten wurde eine Sammelstelle auf einem Parkplatz eingerichtet, von der aus sie in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Notfallseelsorger betreuten die Reisenden, für die der Urlaub oder Wochenendausflug mit einem Schock endete.

Ungewöhnlich für wetterbedingte Massenkarambolagen ist aus Sicht des ADAC die große Zahl an Verletzten. Nach Erkenntnissen der Polizei waren viele Fahrer bei starkem Regen und Aquaplaning viel zu schnell unterwegs, außerdem fuhren sie zu dicht auf. «Wir werden zahlreiche Verfahren einleiten», sagte Hans-Hermann-Ehlers, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes der Polizei Braunschweig. Drei Crash- Verursacher hätten Unfallflucht begangen. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen insgesamt bei etwa 1,2 Millionen Euro.

Die A2 war nach der Unfallserie zwischen Braunschweig-Hafen und der Abfahrt Hämelerwald in Teilstücken stundenlang gesperrt, erst am Montagmorgen hieß es wieder freie Fahrt auf der stark befahrenen Ost- West-Achse. Dank schärferer Kontrollen und Warnhinweisen waren die Unfallzahlen auf dem niedersächsischen Teil der A2 im vergangenen Jahr zwar rückläufig, jedoch stieg die Zahl der getöteten und schwer verletzten Autofahrer. Das Land Niedersachsen will deshalb auf der Strecke durchgängig Verkehrsleitsysteme mit variablen Tempolimits einrichten.

Auf dem Abschnitt, auf dem am Sonntag dutzendfach Wagen ineinander krachten, wurden noch keine Leitsysteme aufgebaut. «Die hören vier Kilometer davor auf», berichtete Ehlers. Zwischen Braunschweig und Lehrte stehen nach seinen Angaben lediglich Tempo-120-Schilder. «Mit elektrischen Hinweistafeln wäre die Unfallserie vielleicht zu verhindern gewesen». Die Aufklärung der jüngsten Unfallserie wird Ehlers noch lange beschäftigen. «Die A2 ist bei uns leider ein Dauerbrenner.»

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