Ängste bei öffentlichen Defibrillatoren unbegründet

Köln | am 28.09.2010 - 12:36 Uhr | Aufrufe: 201

Bei einem medizinischen Notfall kann der Einsatz von sogenannten Laiendefibrillatoren lebensrettend sein. Ängste im Umgang mit den Geräten, die einen Herzstillstand verhindern sollen, sind nach Expertenmeinung verständlich, aber unbegründet.

Ängste bei öffentlichen Defibrillatoren unbegründet«Der Defibrillator kann nur helfen und auf keinen Fall weiteren Schaden anrichten», sagt Ina Baaken, Rettungssanitäterin und Ausbilderin beim Malteser Hilfsdienst in Köln. Die Defibrillatoren gibt es an Flughäfen und Bahnhöfen, in jüngster Zeit auch verstärkt in öffentlichen Gebäuden oder Banken. Erkennbar sind sie an einem grünen Hinweisschild mit einem Herz und einem Kreuz.

«Bei scheinbar Bewusstlosen sollte man zuerst feststellen, ob der Patient noch atmet», rät Baaken. Wenn nicht, sollte sofort ein Notruf an die Nummer 112 abgesetzt und mit Wiederbelebungsmaßnahmen, etwa einer Herz-Druck-Massage, begonnen werden. Gleichzeitig sollte der Helfer jemand anderen bitten, einen Defibrillator zu beschaffen.

Die Bedienung des Geräts sei denkbar einfach, beruhigt Baaken: «Das Gerät hat eine bebilderte Anleitung und spricht mit dem Benutzer.» Wichtig sei nur, die Anweisungen des Gerätes auch zu befolgen - vor allem dürfe während des Stromstoßes niemand den Patienten berühren. Der Helfer müsse aber keine Angst davor haben, dem Patienten einen schädlichen Stromstoß zu versetzen: «Die Defibrillatoren enthalten immer auch ein EKG. Das überprüft, ob der Stromstoß überhaupt notwendig ist.»

Die Laiendefibrillatoren sollen im Notfall lebensbedrohliches Kammerflimmern verhindern. Der Umgang damit ist mittlerweile fester Bestandteil vieler Erste-Hilfe-Kurse. Für Baaken geht es dabei vor allem darum, Ängste abzubauen: «Ein Defibrillator ist ein Gerät, das Strom in den Körper leitet. Davor haben viele Menschen verständlicherweise Respekt.» Trotzdem sei es wichtig, sich davon im Ernstfall nicht leiten zu lassen: «Nichts zu tun, ist immer das Verkehrteste, was man machen kann.»

Text: dpa/tmn

Bildquelle: Malteser

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