Ausstattung: Bei der Feuerwehr brennt’s

Augsburg | am 03.12.2009 - 05:13 Uhr | Aufrufe: 217

In der Lkw-Werkstätte der Augsburger Feuerwehr ist inzwischen Tüftlergeist gefragt: Immer häufiger stehen Einsatzfahrzeuge in der Garage, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Grund: Insgesamt knapp 20 Fahrzeuge im Bestand von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren sind um die 20 Jahre alt, Rekordhalter ist ein 33 Jahre alter Gerätewagen für Taucher.

Fuhrparkausstattung AugsburgZwar sei der Fuhrpark momentan noch schlagkräftig, so Feuerwehrchef Frank Habermaier, aber Investitionen seien bald unumgänglich. In einem Bericht an den Stadtrat heißt es, dass sonst bis 2015 durch Ausfallzeiten von Fahrzeugen die Einsatzfähigkeit in Frage gestellt sein könnte. Auch durch Sonderanfertigungen für Reparaturen seien immer höhere Kosten zu befürchten.

Das Problem ist schon seit Längerem bekannt. In den vergangenen Jahren wurden die Investitionen im Feuerwehr-Bereich massiv zurückgeschraubt. Nach 22 Jahren sollte ein Feuerwehrfahrzeug realistischerweise ausgemustert werden. Häufig gibt die Berufsfeuerwehr ihre Fahrzeuge nach einigen Jahren an eine der Freiwilligen Feuerwehren ab, die die Berufsfeuerwehr bei vielen Einsätzen unterstützen.

Doch inzwischen sind die Feuerwehrautos, die von der Berufsfeuerwehr an die Freiwilligen Wehren gehen, elf Jahre alt. „Einsatzfahrzeuge, die elf Jahre im Dienst der Berufsfeuerwehr standen, zeigen erhebliche Abnutzungserscheinungen“, heißt es in dem Bericht. Zudem sind mehrere Gerätehäuser von Freiwilligen Feuerwehren - Inningen, Bergheim, Göggingen und Haunstetten - so desolat, dass sie neu gebaut werden müssen. Für Bergheim mussten etwa bisher schmale Fahrzeuge beschafft werden, die durch die engen Tore passen. In Inningen laufen aktuell Planungen für einen Neubau.

900 000 Euro pro Jahr fällig

Nun hat die Feuerwehr ein Konzept bis zum Jahr 2025 erarbeitet, nach dem die Stadt jährlich 900 000 Euro in Neuanschaffungen stecken müsste, um die Fahrzeugflotte auf dem Stand zu halten. Der zuständige Katastrophenschutzreferent Walter Böhm (CSU) sprach gestern im Allgemeinen Ausschuss des Stadtrates von einem „erheblichen Investitionsstau“ bei der Feuerwehr.

Ohne Gegenstimmen wurde das Konzept der Feuerwehr, das detailliert vorsieht, wann welches Fahrzeug zu ersetzen ist, vom Ausschuss verabschiedet. Allerdings wird die letzte Entscheidung dazu in den Finanzberatungen für den Haushalt 2010 fallen. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), früher selbst Freiwilliger Feuerwehrmann, hat bereits angekündigt, den Feuerwehren wieder mehr Geld zur Verfügung stellen zu wollen.

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