BASF Großübung: Austritt von Schwefeldioxid und Schwefelsäure

Ludwigshafen | am 10.08.2011 - 09:40 Uhr | Aufrufe: 2165

Zur diesjährigen Großschadensalarmübung im BASF-Werk Ludwigshafen am 10. August waren Vertreter der Landesregierungen der Metropolregion, der Städte Ludwigshafen, Mannheim und Frankenthal sowie der umliegenden Landkreise anwesend.

Ebenso waren Führungskräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste DRK und ASB, der Polizei, Ordnungsämter in der Metropolregion sowie des THW und des ABC-Abwehrregiment der Bundeswehr aus Bruchsal vertreten.

Nach einer Einführung durch Rolf Haselhorst, den Leiter der BASF Werkfeuerwehr, in die Aufgaben der beteiligten Werkfeuerwehr, Rettungsdienst und den betrieblichen Helfern und deren Zusammenspiel, wurde die Übungslage erläutert:

Leck im Lager für Schwefeldioxid und Schwefelsäure. Eine unbekannte Menge der vorhandenen Flüssigkeiten ist entwichen und hat sich teilweise in giftiges Gas verwandelt. Beteiligte an dieser Übung waren neben Kräften der Werkfeuerwehr, des Rettungsdienstes, der Werkschutz, die Wasserwehr, der Umweltzentrale und der Mitarbeiterbetreuung war auch der GRTW (Großraumrettungstransportwagen) der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen beteiligt. Ein Ziel der Übung war der Einsatz von als "Ersthelfern" geschulten BASF-Mitarbeitern aus anderen Produktionsbereichen. Bestandteile der Übung waren die Rettung von verunglückten Arbeitern. Auf dem zwischenzeitlich eingerichteten Sammelplatz für die alarmierten Rettungsdienste wurden eine Triage der Verletzten vorgenommen, erste Behandlungen durchgeführt und Transporte eingeteilt. Dabei zeigte sich auch wie wichtig der Einsatz von "Ersthelfer" am Unglücksort ist. Eine weitere wichtige Schnittstelle war die Zusammenarbeit mit dem psychologisch geschulten Team der Mitarbeiterbetreuung.

Wehrleute unter Atemschutz mit Chemikalienschutzanzügen sollten das aufgetretene Leck in der Anlage abdichten bzw. Zuleitungen absperren.

Einer der beiden "Turbolöscher" der BASF hatte die Aufgabe mit dem erzeugten Wassernebel die Chemikalienwolke zu binden und auf den Boden niederzuschlagen.

Ein Trupp der BASF-"Wasserwehr" verschloss die Zugänge zur Kanalisation, damit keine Chemikalie in den Rhein gelangt.

Einbezogen in die Übung auch Angehörige des Werkschutzes. Unter der Führung von Manfred Jilg, Leiter des Werkschutzes der BASF sicherten sie die Unfallstelle und begannen anschließend erste Ermittlungen zur Schadensursache. Mitarbeiter der "Umweltzentrale" verfolgen mit Messwagen die Ausbreitung der Chemikalienwolke aus dem Werksgelände und stellen Kontakt zu städtischen Behörden in Ludwigshafen, Mannheim und Frankenthal her.

Nach der jährlichen Großschadensalarmübung im BASF-Werk Ludwigshafen zeigten sich der Leiter der BASF-Feuerwehr, sowie die einzelnen Einsatzleiter sehr zufrieden. "Für mich war das eine der besten Übungen in den letzten Jahren", sagt Bernd Trauth als Leiter des Rettungsdienstes. Kritik gab es in der anschließenden Diskussionsrunde keine. Haselhorst lobte insbesondere das "sehr gute Zusammenspiel".



Sicherheitsfachwirt (FH) Frank D. Stolt, MSc, MSc, MA, MIFireE
„Technischer Fachberater Feuerwehr“ Feuerwehr Mannheim
Fotos: Pressestelle BASF

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