DRK in Libyen: Peter Hoffman ist zurück aus dem Flüchtlingscamp

Augsburg | am 28.03.2011 - 10:00 Uhr | Aufrufe: 761

Auch Peter Hoffman, Auslandsexperte des Kreisverbandes Augsburg Land hat sich an der Hilfe für die Menschen in Libyen beteiligt. Als Spezialist für sauberes Trinkwasser hat er eine Wasseraufbereitungsanlage nach Tunesien an die libysch –tunesische Grenze gebracht.

BRK Tunesien Libyen Flüchtlingslager Camp

36 Bilder
Am Abend des Rosenmontag bekam Hoffman die Mitteilung, dass er in Tunesien gebraucht würde. Das Lager für Flüchtlinge aus Libyen, welches dort gerade aufgebaut wurde, benötige eine Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser.

Hoffman, der zuvor schon seit 35 Jahren beim Roten Kreuz ehrenamtlich tätig ist und schon in Pakistan und Haiti im Einsatz war, zögerte nicht lange und flog schon am nächsten Tag mit einer Antonow-Maschine und vier Tonnen Ausrüstung im Gepäck in die Wüste an der tunesisch-libyschen Grenze.

Sieben Kilometer entfernt von dem Grenzübergang Raj Ajdir wurde bereits ein Lager errichtet, um die vielen Menschen, welche aus Libyen flohen mit dem Nötigsten versorgen zu können. Die Flüchtlinge benötigten Essen, Trinken und eine vorübergehende Unterkunft, bis geklärt werden kann, wohin sie weiter reisen werden. Viele von ihnen können in Ihr Heimatland nicht zurück kehren, da sie fürchten müssen dort verfolgt zu werden. Die wenigsten von ihnen waren Libyer, die meisten kamen aus benachbarten afrikanischen Ländern, Bangladesh, Indien oder Pakistan.

Die Situation in Libyen selbst ist für die Helfer an der Grenze schwer einzuschätzen. So ist zum Beispiel nicht klar, ob und in welchem Umfang Menschen an der Ausreise gehindert werden. Seit Beginn des Konflikts gibt es jedoch große Flüchtlingsströme. Von den Luftangriffen auf Libyen hat man im Camp nichts direkt mitbekommen.

Vor Ort musste Peter Hoffman erst klären, welche Ressourcen eigentlich vorhanden waren und von wo man das Trinkwasser beziehen kann. Zunächst musste die Qualität des vorhandenen Wassers überprüft und ein umfassendes Versorgungskonzept erstellt werden. Er berichtet, dass die Wasserqualität glücklicherweise kein Problem gewesen sei. Da sich das Lager jedoch in der Wüste befindet, ist es nicht leicht gewesen Wasser in einer ausreichenden Menge zu beschaffen, denn von wo immer man es weg nimmt, fehlt es dann an dieser Stelle.

Seit Mittwoch ist Peter Hoffman nun wieder in Deutschland. Die Lage in dem Camp bei Ras Ajdir hat sich inzwischen entschärft und die nötige Infrastruktur ist soweit aufgebaut. Zeitweise mussten dort 30.000 Menschen versorgt und untergebracht werden. Zurzeit befinden sich dort noch ca. 10.000 Flüchtlinge. Hoffman wäre bei einer erneuten Verschärfung der Lage sofort bereit wieder dort hin zu reisen, wenn er dort benötigt werden würde.
 
Weitere Informationen:
Mobile Nothilfe Einheit - Emergency Response Unit (ERU)

Bilder: BRK

Bilder und Videos zu diesem Beitrag
  • BRK Tunesien Libyen Flüchtlingslager Camp
  •  

    BRK Tunesien Libyen Flüchtlingslager Hoffman

Das könnte Sie auch interessieren
Johanniter
Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe erkunden seit Donnerstag die Lage im tunesisch-libyschen Grenzgebiet. Das vierköpfige Team prüft, wie den Flüchtlingen geholfen werden kann, ... mehr
am 08.03.2011 09:53
von retter.tvretter.tv user logo     
I.S.A.R. Germany_Logo
Die deutsche Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany entsendet heute ein fünfköpfiges Expertenteam nach Tunesien. Ihm gehören u.a. ein Notarzt und Sanitäter an. Sie sollen in den ... mehr
am 02.03.2011 09:49
von Christian HoferMann     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung