Der Feuerwehr-Unfall: Faktor Mensch kontra Faktor Technik?

Hamburg | am 05.12.2011 - 09:00 Uhr | Aufrufe: 1762

Die Feuerwehr-Unfallkassen laden wieder ein: Das 4. FUK-Forum Sicherheit findet vom 5.-6. Dezember 2011 in der Handelskammer Hamburg statt. Themenschwerpunkt der diesjährigen Fachtagung: Der Feuerwehr-Unfall: Faktor Mensch vs. Faktor Technik?

Feuerwehr Unfallkassen FlyerDie technische Entwicklung in den Feuerwehren ist in den letzten 20 Jahren weit vorangeschritten. In vielfacher Hinsicht geschah dies zugunsten der Sicherheit der Feuerwehrangehörigen. Schutzausrüstung und -kleidung erfüllen mittlerweile hohe Standards. Neuerungen in der Einsatz- und Fahrzeugtechnik, neue Ausbildungsmethoden und veränderte taktische Konzepte im Einsatz machen den Feuerwehrdienst immer sicherer.

Wirklich? Führen technischer Fortschritt und ein Mehr an Know-how automatisch zu einer Verbesserung der Sicherheit im Feuerwehrdienst und zu einem Plus an Unfallprävention? Oder gibt es sogar gegenteilige Entwicklungen zu beobachten? Entstehen etwa durch Weiterentwicklungen der Schutzausrüstung neue Sicherheitsrisiken?

Verunfallt die Feuerwehr heute öfter, seltener oder einfach anders als früher? Auf welche Ursachen ist heutzutage der größte Teil der Unfälle im Feuerwehrdienst zurückzuführen?

Gibt es den „Sicherheitsfaktor Technik“ und den „Unsicherheitsfaktor Mensch“ oder ist es etwa umgekehrt? Kann der eine Faktor den anderen aufwiegen? Wie beeinflusst der Mensch das Unfallgeschehen im Feuerwehrdienst?
Fest steht, dass bei Unfällen im Feuerwehrdienst Ursachen wie „Risiko- bzw. Fehlverhalten“, „menschliches Versagen“ sowie „Stolpern, Rutschen und Stürzen“ an vorderster Stelle stehen - mit zum Teil schwerwiegenden Verletzungsfolgen.

Was kann getan werden, um den Feuerwehreinsatz sicherer zu machen?
Die Feuerwehr-Unfallkassen nehmen gemeinsam mit Fachleuten aus Feuerwehrwesen, Wissenschaft und Arbeitsschutz die Entwicklung des Unfallgeschehens im Feuerwehrdienst unter die Lupe und suchen nach präventiven Ansätzen und Lösungen. „Zurück zu den Wurzeln“ - so lautet das Motto des FUK-Forum Sicherheit 2011.

Ein vielseitiger und ausgewogener Themenmix erwartet die Tagungsteilnehmer  zum 4. FUK-Forum Sicherheit vom 5.-6. Dezember 2011 in Hamburg. Die Abendveranstaltung mit gemeinsamem Abendessen auf dem Traditionssegler „Rickmer Rickmers“ verspricht zudem abermals interessante Gespräche und fachlichen Austausch. Tagungsprogramm und Anmeldung zum 4. FUK-Forum Sicherheit finden Sie unter: www.hfuk-nord.de . Eine schnelle Anmeldung sichert die Teilnahme! Mit 220 Besuchern waren die letzten beiden FUK-Foren Sicherheit immer schnell ausgebucht.

***

Weiterführende Informationen zum Tagungsprogramm:


Die Feuerwehr-Unfallkassen erwarten Fachbeiträge namhafter Referentinnen und Referenten beim Forum Sicherheit 2011
 
Vorträge werden unter anderem gehalten von: Prof. Dr. Rüdi-ger Trimpop (Friedrich-Schiller-Universität Jena), der in sei-nem Impulsreferat zum Thema „Mehr (gefühlter) Schutz = falsche Sicherheit?“ darauf eingehen wird, wie technische Entwicklungen das Sicherheitsempfinden und die Risikobereitschaft in der Feuerwehr beeinflussen können.

„Menschen machen Fehler - auch bei der Feuerwehr!?“ wird von Dr. Markus Pulm, Oberbrandrat bei der Feuerwehr Karlsruhe, in seinem Beitrag kritisch hinterfragt.

Isabell Bentz von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, geht in ihrem Vortrag „Unfallgeschehen und Alter: Jung vs. Alt?“ auf die Verteilung des  Risikos einen Unfall zu erleiden, in den verschiedenen Alters-gruppen, ein.

Dem „Mythos Multitasking“ geht Friederike Engst, vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dresden, nach und klärt auf, welche Gefahren und Risiken diese Arbeitsform für den Feuerwehreinsatz birgt.

Wenn es darum geht, „Sicherheit im Einsatz“ zu schulen, reichen Methodik und Didaktik von „Drill“ bis „E-Learning“. Über moderne „Formen der Wissensvermittlung in den Feuerwehren heute und morgen“ an einer Landesfeuerwehrschule berichtet Sebastian Vries, Branddirektor an der Feuerwehr-Akademie Hamburg, in seinem Vortrag.

Dass beim Unfallgeschehen der Feuerwehren drei Buchsta-ben für viel Leid und viele Kosten verantwortlich sind, wird Detlef Garz, Obmann der Fachgruppe „Feuerwehren und Hilfeleistung“ der DGUV von der FUK Mitte, Magdeburg in seinem Referat „SRS – Stolpern, Rutschen, Stürzen“ berichten.
Dahingehend fragt Prof. Dr. Armin Kibele von der Universität Kassel, ob das „ESP“ des Menschen trainierbar ist, um „neue Ansätze in der Prävention von SRS-Unfällen“ auszumachen.

Rolf Reich, Aufsichtsperson der FUK Brandenburg, betrachtet das Problem der SRS-Unfälle aus Sicht der praktischen Arbeit der Feuerwehr-Unfallkassen. Anhand vieler Beispiele zeigt er auf, dass getreu dem Motto „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“ die Prävention von SRS-Unfällen mit einfachen Maß-nahmen am und im Feuerwehrhaus anfängt. 

Jürgen Kalweit, Leiter der Prävention bei der HFUK Nord in Kiel, wird unter der Überschrift „Je jünger – desto schutzbe-dürftiger!“ zum Thema Kinder in der Feuerwehr referieren.

Wenn es um die Beschaffung Persönlicher Schutzausrüstung geht, muss auch der wichtige Aspekt „Produkthaftung und Sachmängelgewährleistung“ angesprochen werden. Das Referat „Wenn die PSA nicht das hält, was versprochen wurde“ von Lutz Kettenbeil, Geschäftsführer der HFUK Nord, wird zu diesem Thema Antworten geben.

Schließlich kommt es auf dem 4. FUK Forum Sicherheit zu einer Premiere: Christopher Niehues vom IMN-Institut für Management in der Notfallversorgung, Münster, wird die „Datenbank „„CIRS““ zur Meldung kritischer Ereignisse und Beinahe-Unfälle in den Feuerwehren“ vorstellen. Mit dieser Datenbank werden die Feuerwehr-Unfallkassen  ab 2011 neue Wege in der Unfallanalyse gehen.

Quelle: Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord

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