Ein „sehr gut“ fürs BRK-Heim

Donauwörth | am 25.03.2010 - 07:56 Uhr | Aufrufe: 240

Es ist eine oft nur sehr, sehr schwer zu beantwortende Frage. Die Entscheidung nämlich soll jemand in ein Altenheim gehen? Und wenn ja, in welches? Bisher hatte man wenig Vergleichskriterien, denn neben der Mundpropaganda für ein Haus gab es nur die persönliche Inaugenscheinnahme und den Preis für eine Unterbringung. Künftig gibt es ein weiteres Kriterium: die Benotung der Einrichtung. Vorgenommen wird diese durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Das BRK-Altenheim am Mangoldfelsen in Donauwörth hat sich nun einer solchen Zertifizierung gestellt.

Die MDK-Experten kamen unangemeldet und testeten zwei Tage lang die Qualität der stationären Pflegeeinrichtung. Mit dabei auch ein Vertreter der Heimaufsicht des Landratsamtes Donau-Ries. Letztmalig gab es einen solchen Check im Jahr 2001. Als man mit der Umsetzung der sogenannten „Expertenstandards“ (insgesamt sechs) fertig war, wusste das Management vor Ort, dass die Prüfer „irgendwann auftauchen würden“.

Wie BRK-Kreisgeschäftsführer Erwin Rudolph und Heimleiterin Angelika Schäfer im Gespräch mit unserer Redaktion schilderten, fand die Bewertung mittels eines 20 Kriterien umfassenden Prüfkatalogs statt. Dazu gehören unter anderem Aufbauorganisation Personal, Ablauforganisation, Qualitätsmanagement, Hygiene, Verpflegung oder soziale Betreuung.

Außerdem wurden aus jeder Pflegestufe Frauen und Männer ausgewählt - insgesamt zwölf oder zehn Prozent der Bewohner - die jeweils etwa eineinhalb Stunden Fragen beantworteten. Dazu zählten beispielsweise: Behandlungspflege, Mobilität, Ernährung und Flüssigkeitsversorgung, Urininkontinenz, Umgang mit Demenz, Körperpflege. An diesem Dialog, so Leiterin Schäfer, „haben wir vom Haus nicht teilgenommen. Unsere Bewohner sollten sich nicht beobachtet oder eingeengt fühlen.“

Und wie fiel das Ergebnis aus? BRK-Kreisvorsitzender Franz Oppel: „Es ist toll, wie unser hoch motiviertes Team bewertet wurde. Es gab die Gesamtnote 1,4, das heißt ‚sehr gut‘. Ich spreche allen Beteiligten meine Wertschätzung aus.“ Man werde sich etwas einfallen lassen, um diese Anerkennung auch sichtbar zu dokumentieren: „Denn wir sind mächtig stolz darauf.“

Die Gesamtnote gliedert sich in vier Unterrubriken auf: l Pflege und medizinische Versorgung: Note 1,6. l Umgang mit demenzkranken Bewohnern: 1,9. „Hier ist sicherlich noch ein Verbesserungspotenzial vorhanden“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Rudolph. Insbesondere hinsichtlich der Dokumentation und Biografiearbeit. l Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung: 1,0. Heimleiterin Angelika Schäfer: „Hier haben wir neue Konzepte umgesetzt, wobei unsere 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eine wichtige Rolle übernehmen.“ Deren Engagement reiche vom Spazierengehen über Vorlesen bis Gottesdienst. l Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene: 1,0. „Auch hier muss man absolut aktuell bleiben“, verdeutlicht Hauswirtschaftsleiterin Anna-Maria Senger. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Küche und Pflegepersonal ist unerlässlich, etwa bei kalorienbezogenen Plänen.“

Starkes Lob der Bewohner

Und noch eine 1,0-Note erhielt die Pflegeeinrichtung: durch die Heimbewohner selbst. Doch dieser Wert, so Pflegedienstleiter Markus Baumann, „fließt nicht in die Gesamtbeurteilung ein, was wir allerdings nicht gut finden. Wenn man diese Meinungen einholt, dann sollte man diese auch berücksichtigen“.

Benotungen von Altenheimen kann man im Internet unter www.pflegelotse.de einsehen.

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