Ein 90 Meter hoher Wolkenkratzer

Bronto Skylift Fahrzeuge bringt man selten mit deutschen Feuerwehren in Verbindung. In Deutschland sind sie manchem von Spezialvermietungsfirmen bekannt. Eingesetzt werden diese Wolkenkratzer unter den Hubarbeitsbühnen beispielsweise bei Wartungsarbeiten an Windkraftanlagen.

LeiterfahrzeugDie RWE hat ihrer Werkfeuerwehr ein in Europa einzigartiges Feuerwehrfahrzeug für Rettung und Brandbekämpfung zur Verfügung gestellt. Die Rheinisch-Westfälische Elektrizitäts AG (RWE) ging 1898 aus der Elektrizitäts-AG und der Deutschen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen hervor. Ursprünglich hatte sie die Aufgabe, die Stadt Essen mit Strom zu versorgen. Der Konzernbereich RWE Power AG ist der größte deutsche Stromproduzent. Kohle, Kernkraft und Gas sind die Rohstoffe dieses Unternehmensbereiches. Ein neuer Geschäftsbereich, die RWE Innogy, beschäftigt sich mit erneuerbaren Energien und zukünftigen Möglichkeiten Energie zu speichern.

Der Konzern erwirtschafte 2008 einen Umsatz von 49 Mrd. Euro, der um 15% über dem Umsatz des Vorjahres lag. Das Nettoergebnis lag mit 3,4 Mrd. Euro immerhin noch 13% über dem Vorjahresergebnis. Die Anzahl der Beschäftigten lag 2008 bei ca. 65.900 Personen. 2007 gehörten zum Konzern noch ca. 63.500 Mitarbeiter.

In seinen vier Kraftwerken Frimmersdorf, Neurath, Niederaußern und Weisweiler unterhält der Konzern eigene Werkfeuerwehren. Die jeweils 10 Funktionen je Schicht werden von hauptberuflichen und nebenberuflichen Einsatzkräften besetzt.

Herstellung und Nutzung des Feuerwehrfahrzeugs

Das Fahrgestell des Feuerwehrfahrzeugs ist ein standardisierter vierachsiger Lkw des schwedischen Herstellers Scania, das um eine fünfte Achse verlängert wurde. Im Anschluss an die Verlängerung baute der finnische Hersteller Bronto Skylift einen Hilfsrahmen auf.

Während das Fahrzeug in Österreich feuerwehrtechnisch aufgerüstet wurde, fertigten die Finnen den Gelenkmast. Nach Abnahme der Feuerlöschpumpe, der Schaummittelpumpe und der weiteren technischen Ausstattung erfolgte der Anbau des Gelenkmastes.

Das Feuerwehrfahrzeug der RWE (Fotos: RWE)

RWE setzt das Feuerwehrfahrzeug nicht nur für die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung an ihren Kraftwerken ein. Auch für technische Dienstleistungen innerhalb der Betriebe des Konzerns wird sie verwendet. Zudem kann die öffentliche Gefahrenabwehr das Feuerwehrfahrzeug über die Leitstelle Neuss anfordern.

Das Feuerwehrfahrzeug im Überblick

Die Typbezeichnung “F 90 HLA” kennzeichnet die Nutzung für die Feuerwehr sowie die maximale Arbeitshöhe von nahezu 90 Meter. Der Boden des Korbes kann bis auf 88 Meter über dem Grund angehoben werden. Die waagerechte Reichweite liegt bei 29 Meter. Die maximale Oberfahr- und Hinterfahrmöglichkeit beträgt laut Angaben von Bronto Skylift 24 Meter.

Um diese Distanzen standsicher zu erreichen benötigt das Feuerwehrfahrzeug eine beidseitige Abstützung von sieben Metern. Laut Hersteller ist die Vollabstützung binnen 40 Sekunden durchgeführt.

Der Korb kann mit maximal 400 kg belastet werden. Der am Korb montierte Wasserwerfer erreicht ein Leistung von 3.800 l/min. Er wird gespeist von einer festeingebauten Feuerlöschpumpe, die bei 12 bar Druck 4.000 l/min liefert. Zusätzlich besitzt das Fahrzeug eine Schaummittelanlage, die ab 500 l/min zwischen minimal einem und maximal sechs Prozent Schaummittelkonzentrat zumischt.

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