Ein brutaler Überfall - Verhandlung hat begonnen

Schwäbisch Gmünd | am 07.09.2011 - 13:46 Uhr | Aufrufe: 2598

Ein brutaler Überfall, untätige Tatzeugen, und nun die Fortsetzung nur schwer nachvollziehbarer Ereignisse im Prozess um den U-Bahnschläger von Berlin.

Immer mehr Gewalt gegen EinsatzkräfteRettungsfachpersonal wird regelmäßig zu den Opfern brutaler Gewalttaten gerufen. Die notfallmedizinische Versorgung erfolgt professionell, doch nach dem Einsatzgeschehen kann es schon sein, dass sich der Einsatz, nicht so einfach wie das Notfallprotokoll ablegen lässt.

Das könnte insbesondere dann der Fall sein, wenn man erkennen muss, dass es in unseren bundesdeutschen Landen möglich ist, dass man Opfer von volltrunkenen Gewalttätern werden kann, und niemand sieht hin. So geschehen in der Nacht vom Karfreitag. Ein 18- jähriger im Vollrausch, greift ohne Grund einen Passanten an. Mit einer Flasche schlägt er diesen nieder, dann folgen brutale Fußtritte gegen den Kopf des wehrlosen Zufalls-Opfers.

Es gibt viele „Zuschauer“ aber nur einer aus der Masse kam dem bereits schwer Verletzten zu Hilfe. Dieser Sachverhalt wurde auf Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras erkenntlich.

Der Geschädigte wurde schwer verletzt. Ein Schädelhirntrauma, eine Nasenbeinfraktur, und multiple Prellungen werden beschrieben. Auch das posttraumatische Geschehen muss verarbeitet werden.

Zwischenzeitlich hat der Prozess gegen den Täter, der in menschenverachtender Manier, einen unschuldigen Bürger brutal zusammengetreten hat begonnen. Die Schuldfähigkeit soll geklärt werden. Aus dpa-Meldungen kann man entnehmen, dass der Angeklagte geschätzte Blutalkoholwerte in einer Größenordnung von 3,11 Promille gehabt haben könnte.

Und wieder kann man den Eindruck nicht loswerden, dass dem Täter mehr Aufwendung zukommt als dem Opfer. Mit erstaunlich hoher Energie, wird nach Möglichkeiten, die der Entlastung des Angreifers dienen könnten gesucht.

Belastungen im Familienalltag, und der Sachverhalt, dass der Täter als Kind gelegentlich wohl selbst der „Prügelknabe“ war sollen vermutlich die Schuldfähigkeit schmälern.

Weitere Meldungen besagen „Der U-Bahn-Schläger war im Suff enthemmt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Steuerungsfähigkeit wegen Alkoholkonsums erheblich vermindert gewesen sein könnte.“

Der Sachverhalt, dass „Alkoholabusus“ oder „Vollsuff“ enthemmt ist nicht neu. Aber soll eine wenig glückliche Kindheit, und ein vermutlich vorsätzlich herbeigeführter Vollrausch, die Legitimation für brutalste Straftaten sein? Gelegentlich könnte man meinem das dem so ist. Nicht alle Gerichtsurteile sind für die Bürger nachvollziehbar.

In diesem Falle erhoffe ich mir höchstmögliche Härte eines Richterspruches. Der Angeklagte soll für seine Tat büßen.

Am liebsten würde ich die vielen untätigen „Tatzeugen“ auch vor Gericht sehen. Aber dieser Sachverhalt, der unterlassenen Hilfeleistung, scheint in diesem Verfahren wohl keine große Rolle zu spielen.

Und Abschließend noch eine regelrechte „Ohrfeige“ für alle Rettungsfachkräfte.

Der gezielte Fußtritt in die Genitalien eines Rettungsdienstmitarbeiters, wurde nach Medienmitteilungen, mit einer Geldstrafe von 150 € geahndet.

Eine kostengünstige Möglichkeit zum Stressabbau meint ein Leser in ironischer Manier. Man müsste nur darauf achten, dass es keine Rettungsfachkraft aus der Nachbarschaft wäre, denn es ist nicht auszuschließen, dass man diese bei einem eventuellen Notfall zur medizinischen Versorgung benötigen könnte.

Autor: Alfred Brandner

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