Feuerwehr Babenhausen probt den Ernstfall

Unterschönegg | am 02.07.2009 - 15:12 Uhr | Aufrufe: 429

„Wasserförderung über lange Schlauchstrecken“ war immer schon ein Thema in der Feuerwehrausbildung, aber seit dem verheerenden Großbrand in Erisried vor zwei Wochen (wir berichteten) ist das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuell geworden.


Für Heinrich Nieder, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen, war dies Anlass für eine Großübung an einem Ort, an dem die Versorgung mit Löschwasser durchaus Probleme bereiten könnte: Das Anwesen Brönner in Unterschönegg. Der Hof steht an der höchsten Stelle des Babenhauser Ortsteils - und damit gut sechzig Meter höher als Babenhausen und mehr als einen Kilometer vom sogenannten „Motz-Weiher“ entfernt, der nächsten unabhängigen Wasserentnahmestelle.

In Unterschönegg selbst gibt es keine eigene Feuerwehr. Die örtliche Wasserleitung ist nach Aussage von Fachleuten unterdimensioniert, der nächste Hydrant ist gut dreihundert Meter entfernt - und so steht nur die ehemalige Wasserreserve mit etwa fünfzig Kubikmetern Inhalt unweit vom Anwesen zur Verfügung.

Mit dieser nicht gerade optimalen Ausgangslage wurde Übungsalarm für die Feuerwehren Babenhausen, Klosterbeuren, Winterrieden und Bebenhausen ausgelöst. Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel sowie Kreisbrandmeister Tobias Hiller verfolgten das Anrücken und den Aufbau der Einsatzkräfte.

Zuvor hatten Hiller und Nieder Standorte für Pumpen auf der steil ansteigenden Straße vom Weiher zum Hof erkundet und die Wehren eingeteilt: Die Feuerwehr Winterrieden kümmerte sich um die Löschwasserentnahme und betreute die erste Schlauchstrecke. Ihnen folgten die Kräfte aus Bebenhausen mit der ersten Verstärkerpumpe, und von ihnen übernahm die Feuerwehr Klosterbeuren die Wasserförderung bis zum Ziel.

Die Schlauchstrecke wurde größtenteils vom Schlauchwagen der Feuerwehr Babenhausen gelegt, die auch den Löschangriff mit Wasserwerfer, Drehleiter Wenderohr und mehreren Rohren übernahm.

Das erste Löschwasser kam aus den Fahrzeugtanks, doch die waren innerhalb weniger Minuten geleert. Dann kam das Wasser aus dem ehemaligen Hochbehälter. Knapp 25 Minuten nach dem Alarm stand die Leitung vom Motz-Weiher zur Einsatzstelle. Allerdings erwiesen sich auch die von dort gelieferten achthundert Liter pro Minute als kaum ausreichend.

Kreisbrandmeister Hiller meinte bei der Abschlussbesprechung, dass allein der Wasserwerfer zwölfhundert Liter leisten könnte. Verstärkung aus der örtlichen Wasserleitung sei kaum möglich, da hier nur drei Einzollleitungen zur Verfügung stehen. Dies bezeichneten die Führungskräfte als „sehr dürftig“.

In jedem Fall müssten Landwirte mit zusätzlichem Wasser einspringen. Auch die eingesetzten 75 Mann und zehn Fahrzeuge bräuchten im Ernstfall Verstärkung durch andere Feuerwehren.

Die Kommandanten Peter Fieberg (Winterrieden), Robert Sigg (Klosterbeuren), Josef Schneider (Bebenhausen) und Zugführer Harald Polzer (Babenhausen) zogen insgesamt ein positives Fazit.

Rund 1700 Meter Schlauchmaterial hatten die Feuerwehrleute verlegt. Kommandant Heinrich Nieder, der den gesamten Einsatz geleitet hatte, dankte allen Beteiligten. Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel schloss sich an und lobte die gute Zusammenarbeit sowie den sehr gut koordinierten Aufbau.

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von Martina PetzFrau     
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