Feuerwehrmann ist sein Zweitberuf

Augsburg | am 03.12.2010 - 09:31 Uhr | Aufrufe: 594

„Es ist kein Hobby, es ist mehr ein Zweitberuf.“ So beschreibt Dr. Bernhard Schmidt, Kreisbrandinspektor und Kommandant der Altenstadter Feuerwehr, welchen Stellenwert die Feuerwehr in seinem Leben einnimmt.

Dr SchmidtMöglicherweise wird er dieser Aufgabe bald einen noch höheren Stellenwert einräumen: Bernhard Schmidt hat angekündigt, sich als Kandidat für das Amt des Kreisbrandrates zur Verfügung zu stellen.

Nachdem der amtierende Kreisbrandrat Alfred Raible die „Altersgrenze“ überschreitet - aktiven Dienst darf man bei der Feuerwehr nur bis zum Alter von 63 Jahren tun - wird er nicht mehr zur Wahl stehen. Er sprach sich für Bernhard Schmidt als seinen Nachfolger aus. „Er ist der geeignete Mann“, ist sich Raible sicher. „Er hat alle nötigen Lehrgänge.“ Als Kreisbrandmeister und später Kreisbrandinspektor sei Schmidt ein erfahrener Feuerwehler. Raible kann sich Schmidt als Kandidaten jedoch nur wünschen, das alleinige Vorschlagsrecht liegt beim Landrat (siehe Infokasten). Und Erich Josef Geßner informierte, er werde zu gegebener Zeit Personen präsentieren, die ihm geeignet erscheinen. Zunächst wolle er aber Gespräche mit Feuerwehr-Führungskräften führen und sich noch nicht auf Namen festlegen.

Aktiv in der Wehr ist er bereits seit Jugendtagen

Der Wunsch, dass er in Raibles Fußstapfen treten solle, sei aber bereits von mehreren Seiten an ihn herangetragen worden, sagt Schmidt. Das habe ihn zu der Entscheidung bewogen, die Herausforderung anzunehmen, sollte er vorgeschlagen werden. „Das Amt ist nicht so leicht mit dem Beruf zu vereinbaren“, gesteht der 44-Jährige. Er werde möglicherweise zwei Tage von seinem Arbeitgeber freigestellt, um im Landratsamt Neu-Ulm seinen Dienst tun zu können. „Als reines Ehrenamt ist diese Aufgabe kaum zu stemmen.“ Hauptberuflich ist der Doktor der Biologie im Forschungslabor der Uniklinik in Ulm tätig.

Seit 1980, also schon seit Jugendtagen, ist Schmidt bei der Feuerwehr Altenstadt aktiv. Das liegt in der Familie: Auch sein Bruder und sein Vater, selbst der Urgroßvater, waren Feuerwehrmänner. „In der Jugend hat mich die Aufgabe einfach begeistert“, erzählt Schmidt. Doch je mehr Verantwortung er übernahm, desto deutlicher überwog der Gestaltungswille und das Gefühl, eine Pflicht zu erfüllen. Natürlich sei es auch befriedigend, wenn man anderen helfen kann. Doch vom Romantisieren ist Schmidt weit entfernt: „Oft sieht man auch schlimme Dinge und es kann ziemlich stressig sein.“ Zweites gelte nicht nur für den Einsatz selbst, sondern auch für Verwaltungs- und Führungsaufgaben.

Dann muss er sich mal eine Auszeit gönnen. „Ich lese und interessiere mich für Kunst und Kultur.“ Außerdem geht der Altenstadter gerne joggen. Da bekomme er den Kopf frei und schließlich muss er als Atemschutzgeräteträger fit sein.

Als oberster Feuerwehrmann des Landkreises würden auf ihn einige zusätzliche Aufgaben zukommen: Dienstbesprechungen, Ausbildungsveranstaltungen, die Leitung großer Einsätze, die Beratung der Kommunen und des Landratsamtes zum Brandschutz. Zudem sieht er noch andere Herausforderungen: „Durch die Einführung der integrierten Leitstelle und des Digitalfunks wird sich einiges ändern.“ Die Zusammenarbeit der Wehren im Landkreis müsse sich verbessern, ebenso die Kooperation mit denen von jenseits der Kreisgrenzen. „Das wäre eines meiner Ziele“, so Schmidt.

Zudem, so fürchtet er, werden sich die Feuerwehren mit weniger Personal größeren Aufgaben stellen müssen. Die Technik werde komplizierter, vermehrt seien Schulungen nötig. Gleichzeitig greife ein gewisser Egoismus in der Bevölkerung um sich; weniger Menschen seien dazu bereit, sich freiwillig einer solchen Verpflichtung zu stellen.

Das äußert sich auch in der Nachfolgersuche für Kreisbrandrat Raible: Bisher wird Bernhard Schmidt als einziger möglicher Kandidat gehandelt. „Ich würde aber einen Gegenkandidaten begrüßen“, sagt er. Das könnte in seinen Augen zur Harmonie unter den Wehren im Landkreis beitragen: „Unstimmigkeiten wie bei der letzten Wahl will ich vermeiden.“

Würde Schmidt tatsächlich Kreisbrandrat werden, würde - so will es das Feuerwehrgesetz - die Altenstadter Wehr einen neuen Kommandanten brauchen. Christian Link und Bernd Scherb haben sich bereits bereit erklärt, als Kommandant und Stellvertreter zu kandidieren.

Von Eva Büchele

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