Fit bleiben im Feuerwehr- und Rettungsdienst

Schwäbisch Gmünd | am 14.04.2011 - 08:56 Uhr | Aufrufe: 3020

Ein kleiner Einblick in die Welt der Sportler soll den Einstieg erleichtern. Die Maßnahmen zum Aufbau einer Trainingseinheit müssen individuell geplant sein.

alfred brandnerJeder im Rettungsdienst kennt das Szenario:

Der Funkmeldeempfänger piept, und aus der Ruhephase geht’s zügig zum Einsatzfahrzeug. Am Einsatzort angekommen, werden zügig  Notfallkoffer und EKG aus dem Fahrzeug entnommen. Dann geht es im Laufschritt in den fünften Stock. Es folgt die Akutversorgung, danach erfolgt der Transport zum Fahrzeug. Ein Patient - Körpergewicht von weit über 100 kg ist keine Seltenheit.

Allein diese kleine Einblick, weist unmissverständlich darauf hin, dass eine grundlegende körperliche Fitness den Arbeitsalltag, der bei den Rettungsdiensten und Feuerwehren Beschäftigten erleichtern kann.

Die Möglichkeiten zur Steigerung bzw. Herstellung der Leistungsfähigkeiten sind vielfältig. Ein kontinuierlich durchgeführtes Ausdauertraining steht für eine gute Grundlage. Ein Ganzkörper - Krafttraining,  wozu man keine teuren Geräte oder gar ein Sportstudio benötigt, kann das Geschehen sinnvoll ergänzen.

Zu beachten ist, dass bei allen Maßnahmen, der richtige Trainingsaufbau über Erfolg oder Misserfolg entscheidend sein kann. Man sollte nicht übertreiben. Die körperlichen Aktivitäten sollen Effektiv sein, und insbesondere auch Spaß und Freude machen, aber keine Schäden verursachen.

Sport – Einsteiger wissen nicht immer, wie sie ihre diversen Fähigkeiten in ein Trainingsprogramm integrieren können, um den zum Ziel gesetzten Trainingsfortschritt zu erreichen. Mit wenigen Grundlagen lässt sich ein individuelles Programm erstellen. Von großer Bedeutung ist der Wunsch und der gegebene Wille tätig werden zu wollen. Man sollte in der Lage sein, motiviert und mit Elan, das neue „Vorhaben“ zu beginnen. Eine solche  Einstellung erleichtert das Vorgehen.

Kontrolliertes Atmen (Meditation)

Beginnen wir mit der Atmung. Es ist bekannt, dass wir Menschen fast ständig „falsch“ atmen. Zu schnell und hektisch ist der Atemrhythmus. Das wäre natürlich eine ungünstige Voraussetzung für einen Start in die Welt der Sportler. Mit einer von uns selbst kontrollierten Atemtätigkeit können wir nahezu optimale Ausgangsvoraussetzungen schaffen. Idealerweise sitzen wir hierbei aufrecht, die Augen sind geschlossen, die Beine sind überschränkt, die Hände liegen auf den Knien und die Handflächen zeigen nach oben. Die Einatemphase erfolgt durch die Nase, und die Ausatmung durch den Mund. Es sollte sich hierbei um eine Zwerchfellatmung mit verlängerter Ausamtemphase handeln. Mit ruhigen und gleichmäßigen Atemzügen kann man sich in ca. zehn Minuten in einen „entspannten“ Zustand versetzen.

Allgemeines Aufwärmen  

Um einen positiven Effekt erzielen zu können, macht es Sinn, möglichst ein Drittel der Körpermuskulatur in die Bewegungsabläufe mit einzubeziehen. Die Dauer der allgemeinen Aufwärmung kann bei ca. 10 - 15 Minuten liegen. Natürlich ist die Entscheidung hierzu von individuellen Gegebenheiten abhängig. Der gesundheitliche Allgemeinzustand, das Alter und andere nicht zu unterschätzende Kriterien sollten hierfür als Entscheidungshilfe dienen. Es ist in jedem Falle darauf zu achten, dass durch die ergriffenen Maßnahmen keine Überforderung erfolgt. Die Intensität der Ausführungen sollte so gewählt sein, dass die „neuen“ Sportler hierbei noch in der Lage sind, um z.B. während den Übungen einen verständlichen Meinungsaustausch führen zu können. Natürlich sind auch Anforderungen zu stellen, und die Körpertemperatur kann steigen. Schweißperlen sind der Beweis dafür. Die Leistungsbereitschaft des gesamten Körpers wird hierdurch erhöht, und somit eine sehr gute Einstiegslage für das weitere Aufwärmtraining geschaffen.

Aufwärmen individuell


Diese erforderliche Maßnahme beinhaltet das gezielte Aufwärmen aller Muskel- und Gelenksysteme die im weiteren Trainingsverlauf beansprucht werden. Sinn macht eine zwischendurch positiv wirkende Auslockerung des Körpers. Wichtige Elemente  sind die einfache Aufwärmgymnastik verbunden mit Dehnungsübungen. Wippen ist bei den Ausführungen nicht zu empfehlen, da von den Auswirkungen eher ein schädigender Effekt zu erwarten ist. Die Ausübung einfacher Gymnastik kann in mehreren Variationen erfolgen.

Dynamische Gymnastik

Das können alle Bewegungen sein, die den ganzen Körper in Bewegung versetzen. Als Beispiel stehen laufen, springen, hüpfen, tanzen und andere.

Statische Gymnastik

Hiermit sind sämtliche Übungen gemeint, die man ohne sich von der Stelle zu bewegen, stehend, sitzend oder liegend ausübt. Das können Liegestütze, Bauchpressen, Klimmzüge, kontrollierte Kopfbewegungen und andere Ausführungen sein.

Konditionsgymnastik

Unter Konditionsgymnastik versteht man die gemeinsame Durchführung von dynamischer und statischer Gymnastik. Durch dynamische Gymnastik wird die Ausdauer aufgebaut, und durch die statische die Muskulatur gestärkt.

Trainingsprogramm

Das eigentliche Programm bestimmt den Hauptteil jeder Trainingseinheit. Wenn Kraft und Ausdauer in einer Einheit trainiert werden, sollte der Grundsatz „Kraft vor Ausdauer“ gelten. Im Krafttraining macht es Sinn, die großen Muskelgruppen vor den kleinen, und die anspruchsvollen Übungen vor den einfachen zu trainieren.

Abwärmen (Cool – Down)

Abwärmen sollte nach sportlicher Betätigung als Standart zu sehen sein. Bei diesen Maßnahmen soll die Regenerationszeit verkürzt werden, indem die Durchblutung der zuvor beanspruchten Muskulatur erhöht wird. Stoffwechselprodukte werden ausgespült, und die Muskeln verstärkt mit Nähr- und Aufbaustoffen versorgt. Das richtige Abwärmen ist eine grundlegende Maßnahme, die zudem geeignet erscheint, eine schnelle Leistungsförderung bewirken zu können.

Wasser- und Elektrolythaushalt

Nach den Trainingsmaßnahmen muss die Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr erfolgen. Als geeignetes Getränk für den Breitensport, wird von Ernährungswissenschaftlern die klassische Apfelschorle genannt. Das ideale Mischungsverhältnis sind drei bis vier Anteile Wasser, und ein Teil Saft. Um die gewünschte Wirkung zu erreichen, sollte man schon darauf achten, dass das Mineralwasser ca. 150 mg Natrium, und mindestens 5o mg Magnesium pro Liter enthält. Zu beachten ist aber auch, dass eine Flüssigkeitszufuhr schon lange vor dem Training zu erfolgen hat. Die Flüssigkeitsaufnahme durch den Körper dauert nach Literaturangaben  mindesten 20-30 Minuten.

Nun wünsche ich allen Interessierten bei Feuerwehren und Rettungsdiensten einen guten Start in die Welt der sportlichen Übungen.

Idealerweise erlernen Sie die erforderlichen Kenntnisse in Vereinen oder anderen Institutionen, zumindest aber unter Anleitung erfahrener Instruktoren.

Quelle: Alfred Brandner

Weitere Informationen:

Alfred Brandner Selbstschutz

Notwehr im Einsatz

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