Gefährlicher Einsatz rund um die Uhr

Harburg | am 18.12.2010 - 09:00 Uhr | Aufrufe: 169

An dem durch das Feuer zerstörten Haus in der Harburger Altstadt hat am Freitag und am Samstag der Ausnahmezustand geherrscht. Wie bereits berichtet, konnten die Leichen am Freitagnachmittag erst geborgen werden, nachdem das Technische Hilfswerk (THW) diesen Bereich des Gebäudes provisorisch gesichert hatte.

Zwei Tote bei Brand in Harburg Um zwischen den einsturzgefährdeten Mauern überhaupt gezielt auf Spurensuche gehen zu können, waren weitere umfangreiche Sicherungsmaßnahmen notwendig, wie THW-Einsatzleiter Christoph Schedl erläuterte.

THW-Kräfte aus Donauwörth, Nördlingen, Gunzenhausen, Eichstätt und Dillingen arbeiteten in Schichten rund um die Uhr. Mit einer aufwendigen Konstruktion aus einem Metallgerüst und dicken Holzbalken stabilisierten die Helfer den Giebel zum alten Schulhaus hin. Im Inneren des Gebäudes stützten sie Decken und Mauern ab. Über dem Raum, in dem die Toten entdeckt worden waren, baute das THW sogar ein provisorisches Dach ein.

Aus dem Berchtesgadener Land rückte ein fünfköpfiger THW-Trupp mit Spezialgerät an. Mit Lasertechnik wurde von der rückwärtigen Seite her das Haus permanent überwacht. Sobald sich die Außenmauern auch nur einen Millimeter bewegt hätten, wären die Kräfte über einen Signalton gewarnt worden. Das Gerät sei angefordert worden, „weil es uns in dem Gebäude irgendwann zu gefährlich war“, erklärte Schedl die ungewöhnliche Maßnahme. Das Mauerwerk sei durch Löschwasser aufgeweicht worden und dann wieder gefroren.

In ganz Deutschland verfügen nur zwei THW-Standorte über diese Lasertechnik, berichtete Michael Huber von dem Berchtesgadener Einsatztrupp. Die Geräte seien beispielsweise auch nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 benötigt worden. In der Nacht auf Samstag musste das THW seine Arbeiten unterbrechen, weil in den Resten des Dachstuhls durch Glutnester erneut Feuer ausbrach. Deshalb war gegen 23.40 Uhr wieder ein Löscheinsatz der Feuerwehren aus Harburg und Donauwörth (mit Drehleiter) nötig. Die Wehren aus Ronheim und Huisheim eilten ebenfalls herbei, wurden aber nicht benötigt. Nach etwa einer Stunde waren Kreisbrandmeister Reiner Häfele zufolge die Flammen gelöscht.

Spürhund und Bauarbeiter

Am Samstagvormittag konnten dann endlich die Kripo und ein Gutachter des Landeskriminalamts das Gebäude unter die Lupe nehmen. Vor Ort war auch ein Polizei-Spürhund, der feinste Spuren von Benzin und anderen Brandmitteln wittern kann. Den Beamten zur Hand gingen auch zwei Bauarbeiter. Die Spurensuche und damit der Dauer-Einsatz des THW endeten am Samstagabend.

Bild- und Textautor: Wolfgang Widemann


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