Geldbuße für tödlichen Motorradunfall

Aichach | am 29.01.2010 - 12:56 Uhr | Aufrufe: 419

Es war ein Unfall, der weit über Affing (Landkreis Aichach-Friedberg) hinaus für Entsetzen sorgte. Die beiden Beteiligten waren im Oktober 2008 gerade einmal 21 und 22 Jahre alt gewesen. Der 21-Jährige, der aus einem Affinger Ortsteil stammte, starb noch am Unfallort. Der andere, damals 22 Jahre alt, musste sich nun vor dem Amtsgericht Aichach wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Geldbuße für tödlichen MotorradunfallDas Verfahren wurde gegen 2500 Euro Geldbuße wegen geringfügiger Schuld eingestellt.

Hintergrund: Den Strafbefehl über 4400 Euro hatte der junge Mann, der im Nachbarlandkreis Augsburg wohnt, nicht akzeptieren wollen. Deshalb kam es zum Prozess. Darin beharrte er darauf, den Motorradfahrer nicht gesehen zu haben.

Der junge Landwirt war in einem Traktor mit Tragkraftspritzenanhänger auf der Staatsstraße 2035 von Mühlhausen in Richtung Aulzhausen gefahren. Bei Bergen setzte er den Blinker und bog nach links in einen Feldweg ab.

Dabei prallte der entgegenkommende Motorradfahrer gegen die rechte hintere Seite des Anhängers, flog meterweit durch die Luft und blieb in einem Feld liegen.

Die Frage, ob der junge Landwirt den Motorradfahrer hätte sehen müssen, bevor er abbog, konnte vor Gericht nicht endgültig geklärt werden. Vor allem deshalb, weil auch ein Sachverständiger nicht mit letzter Sicherheit sagen konnte, wie schnell der Motorradler gefahren war.

Staatsanwältin Christina Dumler war in ihrer Anklage mit Bezug auf das Gutachten davon ausgegangen, dass der 21-jährige Motorradfahrer mit 137 bis 149 Stundenkilometern unterwegs gewesen war. An der Unfallstelle waren nur 100 erlaubt.

Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, den Traktor vor dem Abbiegen nicht angehalten zu haben. Sonst hätte er den Unfall „verhindern können und müssen, erst recht angesichts der überhöhten Geschwindigkeit des Motorradfahrers“.

Der Angeklagte erinnerte sich nicht mehr, ob er mit dem Traktor vor dem Abbiegen angehalten hatte. Er sagte, er habe zweimal nach vorne und in den Spiegel geschaut, den Motorradfahrer aber dennoch nicht gesehen.

Das bezweifelte der Gutachter zunächst. Doch nach Zeugenaussagen, wonach der Motorradfahrer unter Umständen sogar noch viel schneller unterwegs gewesen sein könnte sowie auf mehrmaliges Nachfragen von Richterin Nadine Grimm, der Staatsanwältin und des Verteidigers, Stefan Pfalzgraf, wollte der Gutachter nicht an seiner anfänglichen Meinung festhalten.

Seine zunehmend ungenaueren Aussagen sorgten bei den Prozessbeteiligten sowie den Eltern und Bekannten des Angeklagten im Zuhörerraum für Unverständnis.

Obwohl Zeugen sofort nach dem Unfall den Notarzt verständigt hatten und zufällig sogar Polizisten an der Unfallstelle vorbeigekommen waren und versucht hatten, den Motorradfahrer wiederzubeleben, war dieser kurz darauf gestorben.

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