Heikler Großeinsatz in vermintem Wohnhaus

Dietenheim (Alb-Donau-Kreis, BW) | am 09.05.2011 - 22:52 Uhr | Aufrufe: 443

Heikler Einsatz für die Sprengstoffspezialisten der Polizei: Gestern Nachmittag entschärfte die Polizei mit Spezialkräften mögliche Bomben in einem Dietenheimer Wohnhaus. Um das offensichtlich verminte Gebäude zu sichern, waren die umliegenden Häuser evakuiert worden.


Mit einem Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften wurde das Anwesen weiträumig abgesperrt. Wie sich nach sechsstündigem Einsatz herausstellte, lagerten in der Wohnung tatsächlich Gegenstände, die „nach dem Sprengstoffgesetz und dem Kriegswaffenkontrollgesetz dort nicht lagern durften.“ Nähere Angaben machte die Polizei nicht. Es sei von den Gegenständen jedoch eine konkrete Gefahr ausgegangen.
Am Anfang des aufsehenerregenden Einsatzes stand eine Leiche in einem Dietenheimer Waldstück. Dort war ein 53 Jahre alter Mann tot aufgefunden worden. Er hat sich vermutlich das Leben genommen. Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jürgens sei ein Fremdverschulden auszuschließen.
Als Polizisten die Verwandten des Toten informierten, wurden sie gewarnt. Der Mann habe sein Haus möglicherweise mit Sprengfallen gesichert. Er habe gedroht, keiner könne seine Wohnung lebend betreten. Darüber hinaus galt er als Waffennarr und Sprengstoffbastler, der immer wieder eigene Bömbchen oder Böller herstellte. Allerdings war er zumindest bei den Behörden noch nicht einschlägig aufgefallen.
Gestern Mittag startete die Polizei deshalb eine vorsichtige Untersuchung und bohrte zunächst ein Guckloch durch die Tür. Tatsächlich: In der Wohnung lagen „verdächtige Kabel an Stellen, an denen sie eigentlich nicht liegen sollten“, so Polizeisprecher Jürgens. Das erhärtete den Verdacht auf Sprengfallen.
Deshalb machte sich das Landeskriminalamt mithilfe eines Roboters daran, Raum für Raum zu untersuchen. Das kleine blaue Raupenfahrzeug rollte durch das Gebäude, sprengte Türen auf und jagte auch zweifelhafte oder möglicherweise gefährliche Gegenstände mit Sprengkapseln in die Luft. Gegen 20 Uhr war die Luft sozusagen wieder rein, das Haus „entschärft“. Wie sich herausstellte, lagerten dort tatsächlich diverse gefährliche Gegenstände – und zwar in einer nicht geringen Menge, wie es gestern am Einsatzort hieß.
© Text, Bild und Video: Wilhelm Schmid für ILLERTISSER ZEITUNG

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