Interview mit dem Projektleiter von „Projekt Agon“ Klaus Meyer

Klaus Meyer, Vereinsvorsitzender Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e.V. und Projektleiter „Projekt Agon“erklärt im Interview mit retter.tv, um was es bei dem "Projekt Agon" geht und wie es entstanden ist.

Eine Challenge für Deutschland: Projekt Agon - Der deutsche Rettungsdienst Wettkampfretter.tv: Herr Meyer, können Sie bitte kurz das Projekt Agon vorstellen, wer steht hinter dem Projekt Agon?
Klaus Meyer: Professionelle Wettkämpfe für Mitarbeiter der Rettungsdienste sind in Deutschland bisher weitestgehend unbekannt. In vielen englischsprachigen Ländern haben solche sogenannten EMS Challenges oder EMS Competitions eine lange Tradition und sind in der Szene sehr beliebt. EMS dabei steht für Emergency Medical Service, übersetzt Rettungsdienst. Die Initiatoren des deutschen Rettungsdienst-Wettkampfes sind zwei gemeinnützige Einrichtungen denen die leitliniengerechte Patientenversorgung am Herzen liegt, die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e.V. und ITLS Germany e.V.


retter.tv:
Wie entstand die Idee ein solches Projekt zu starten?
Klaus Meyer: Die Idee entstand bereits vor knapp zwei Jahren.  Kollegen erzählten von Wettkämpfen, die sie in den USA, Ungarn, England und Südafrika gesehen hatten. Sie erzählten von der guten Stimmung dort und von den guten Leistungen der dort startenden Teams. So formte sich schnell der Gedanke eine solche Veranstaltung auch in Deutschland zu organisieren.

retter.tv:
Welche Ziele verfolgt das Projekt Agon und welche Zielgruppe möchte es im Besonderen ansprechen?
Klaus Meyer: Uns geht es um zwei Dinge. Erstens soll die Veranstaltung die Orientierung an vorhandenen Leitlinien bei der Versorgung von kritischen Patienten unterstützen und populärer machen. Hier stecken wir in Deutschland in manchen Bereichen noch in den Kinderschuhen. Zweitens soll es einfach ein toller Event werden, der allen Beteiligten Spaß macht. Die Zielgruppe sind alle Mitarbeiter, die im deutschen Rettungsdienst mitwirken. Wobei sich auch schon einige Teams aus dem umliegenden Ausland angemeldet haben.

retter.tv: Findet der Deutsche Rettungsdienst Wettkampf zum ersten Mal statt und sind Folgeveranstaltungen geplant?
Klaus Meyer: Das Projekt Agon findet zum ersten Mal statt. Wir planen derzeit mit einem zweijährigen Turnus. Stellen Sie uns die Frage nochmal, wenn die erste Veranstaltung vorbei ist. Momentan laufen alle in der Organisation Beteiligten auf 125 %.

retter.tv: Gibt es neben dem Wettkampf ein weiteres Veranstaltungsprogramm?
Klaus Meyer: Ja, natürlich. Wir planen an jedem Wettkampftag einen Abendevent für die Teilnehmer, Helfer und Zuschauer. Am Samstag gibt es darüber hinaus ein Angebot an verschiedenen notfallmedizinischen Workshops.

retter.tv: Wer kann an dem Wettbewerb teilnehmen und gibt es besondere Teilnahmeregeln?
Klaus Meyer: Teilnehmen kann prinzipiell Jeder, der eine rettungsdienstliche Ausbildung hat. Ein Team besteht aus fünf Personen. Grundsätzlich wird zwischen ALS-Anwendern (Advanced Life Support), wie z. B. Ärzte, Rettungsassistenten, Paramedics, usw. und BLS-Anwendern (Basic Life Support), wie z. B. Rettungssanitäter, First-Responder, usw. unterschieden. In einem Team muss jeweils mindestens ein ALS und ein BLS-Anwender vertreten sein.

retter.tv: Wie viele Teams werden zum Wettkampf erwartet?
Klaus Meyer: Theoretisch möglich wären 100 Teams. Wir spüren jedoch, dass sich eine solche Veranstaltung in Deutschland erst etablieren muss. Es gibt großes Interesse, die Hemmschwelle sich tatsächlich anzumelden scheint jedoch gegeben zu sein. Derzeit haben wir ca. 20 Anmeldungen. Es werden in den nächsten Wochen sicherlich noch einige dazu kommen.

retter.tv: Besteht auch die Möglichkeit als Zuschauer die Veranstaltung zu verfolgen? Falls ja, wie viele Besucher erwarten sie?
Klaus Meyer: Die Möglichkeit besteht in jedem Fall. Wir legen unsere Kapazitäten derzeit auf 500 bis 1000 Leute aus, schon alleine wegen der Abendevents.


retter.tv: Welche Pläne haben Sie zukünftig für das Projekt Agon?
Klaus Meyer: Wir würden uns wünschen, dass sich die Veranstaltung in der deutschen Rettungsdienstwelt als „feste Größe“ etabliert. Zumindest erhalten wir aus Fachkreisen und von Kollegen großen Zuspruch.

Weitere Informationen: http://www.projekt-agon.de/

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