Interview zum Virtual Fires Kongress mit Martin Zimmermann

St. Georgen | am 14.04.2011 - 10:00 Uhr | Aufrufe: 1330

Der Virtual Fire Kongress am 14. und 15.4. 2011 in St Georgen im Schwarzwald findet in diesem Jahr bereits zum 6. Mal statt. Martin Zimmermann erklärt im Interview mit retter.tv die wichtigsten Fragen rund um den Kongress für die Themen Virtuelle Realität und Simulation in den Bereichen Safety & Security.

Virtual Fire Kongress Martin Zimmermannretter.tv: Der Virtual Fire Kongress findet in diesem Jahr bereits zum 6. Mal statt, können Sie erklären, was der Virtual Fires Kongress ist?
Zimmermann: Der Virtual Fires Kongress ist eine Fachtagung für die Themen Virtuelle Realität und Simulation und ihre Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Safety & Security. Vertreter der Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitskräfte treffen sich hier jährlich mit Forschern und Entwicklern moderner Simulations- und Visualisierungslösungen, um das europaweite Potential innovativer Technologien und Anwendungen zu bündeln und zum Einsatz zu bringen.

retter.tv: Wie sah die Entwicklung des Virtual Fire Kongress in den letzten Jahren aus?
Zimmermann: Mit rund 500 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in den vergangenen Jahren zählt der Virtual Fires Kongress inzwischen zu den erfolgreichsten Fachveranstaltungen in seinem Themenfeld. Die stetig wachsende Unterstützung auf politischer Ebene und prominente Partner, wie bspw. die Carl Zeiss AG, die Versicherungskammer Bayern oder die Deutsche Bahn AG, unterstreichen die Bedeutung der Veranstaltung. Sie leistet einen wichtigen Beitrag für die Förderung des Einsatzes von Simulation und Visualisierung in Ausbildung und Training von Einsatzkräften, bei der Entwicklung von Sicherheitskonzepten und der Auslegung von Infrastruktureinrichtungen.

retter.tv: An wen richtet sich der Virtual Fire Kongress 2011 und wie funktioniert die Anmeldung?
Zimmermann: Der Virtual Fires Kongress 2011 richtet sich an sich an Vertreter der Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitskräfte aus Ausbildung und Praxis, Vertreter öffentlicher Einrichtungen und Institutionen im Bereich Brand- und Katastrophenschutz, Verkehrs- und Umweltexperten, Vertreter aus Forschung und Lehre, Anbieter von Simulations- und Visualisierungslösungen sowie Ingenieure und Architekten. Die Anmeldung erfolgt online über das Anmeldeformular unter www.virtual-fires.de oder telefonisch bzw. via Fax unter 0711-8497000 oder 0711-84970079 über die VISENSO GmbH. Als Initiator des Kongresses ist der Stuttgarter Visualisierungs- und VR-Experte VISENSO auch in diesem Jahr wieder für die Organisation verantwortlich.

retter.tv: Was ist das Ziel des Virtual Fire Kongress und wie unterscheidet sich die Veranstaltung von anderen Veranstaltungen in diesem Bereich?
Zimmermann: Der Virtual Fires Kongress zielt auf einen Transfer von Forschungsergebnissen und innovativen Technologien aus den Bereichen Simulation, Visualisierung und Virtuelle Realität in die praktische Anwendung. Vertreter aus Forschung, Entwicklung werden zusammengeführt, um das vorhandene Potential zu bündeln. Damit grenzen sich die Veranstaltung von anderen ab, die in der Regel entweder die Forschung oder die Praxis im Fokus haben.

retter.tv: Der Virtual Fire Kongress steht in diesem Jahr unter dem Stichwort Tunnelsicherheit, warum ist gerade auch die Tunnelsicherheit ein so wichtiges Thema bei den Feuerwehren und anderen Hilfs- und Rettungsdienstorganisationen?
Zimmermann: Mit dem Schwerpunkt „Tunnelsicherheit“ widmet sich der Kongress in diesem Jahr einem Thema, das seit den letzten großen Ereignisfällen im Gotthard- und Mont Blanc-Tunnel nicht an Brisanz verloren hat. Nicht nur im Straßenwesen, auch im Bereich der Eisenbahn wurden und werden große Tunnelprojekte realisiert. Mit dem Gotthard-Basistunnel (GBT) entsteht derzeit in der Schweiz der längste Eisenbahntunnel der Welt. Auch die Schwarzwaldbahn stellt mit ihren 39 Tunneln (davon zwei Kehrschleifen) Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitskräfte vor große Herausforderungen. Damit passt das Thema erneut optimal in die Region. Die unübersichtliche Lage, der eingeschränkte Zugang und die wenigen Fluchtwege lassen den Ereignisfall im Tunnel schnell zu einem „Horrorszenario“ werden.

retter.tv: Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Tage, am ersten Tag haben die Teilnehmer die Möglichkeit zahlreiche Vorträge zu besuchen. Können Sie uns die Referenten und die Vortragsthemen kurz vorstellen?
Zimmermann:
An Vielfalt und Spannung ist das diesjährige Kongressprogramm kaum zu überbieten. Experten aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz geben Einblick die Herausforderungen und Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Gefahrenabwehr. Simulationen, 3-D Visualisierung, Virtuelle Welten und Intelligente Sicherheitssysteme helfen die Sicherheit von Tunnelanlagen bereits in der Planungsphase und im laufenden Betrieb zu erhöhen, und im Krisenfall den Einsatz der Rettungskräfte zu optimieren.

So werden bspw. Prof. Dr. h.c. Ing. Christian Bartenbach, Direktor der Lichtakademie Bartenbach, Aldrans in Österreich und Prof. Dr. Andreas Mühlberger vom Lehrstuhl für Psychologie I, Biologische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Würzburg den Einfluss der Beleuchtung von Notausgängen auf die Wahrnehmung vorstellen und aufzeigen wie das Fluchtverhalten der Tunnelnutzer in einer virtuellen Umgebung realitätsnah simuliert werden kann. Zu den weiteren Referenten zählen Simulations- und Sicherheitsexperten, wie Dr. Andreas Wierse, Geschäftsführer VISENSO GmbH, Stuttgart; Dipl.-Ing. Erwin Schnell, Senior-Projektleiter Simulationen Bauklimatik/Simulationen, Gruner AG, Basel (Schweiz); Frank D. Stolt, Sicherheitsfachwirt (FH), M.MSc, MA, MIFireE, Sachverständiger und Technischer Fachberater Feuerwehr, Mannheim; Ingrid Mausa, Grundsatzangelegenheiten Kritische Infrastrukturen, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Bonn;

Dipl.-Ing. Ernst-Peter Döbbeling, Security & Safety Engineering, Hochschule Furtwangen University; Klaus-Jürgen Bieger, Leiter Sicherheit, Konzernbeauftragter Brandschutz, Betriebsleiter der Deutschen Bahn AG, Technik, Systemverbund (TQS), Frankfurt und last but not least Mathieu Cazzato, Koordinator Sicherheitstraining Mont Blanc Tunnel (TMB), Courmayeur (Italien).

retter.tv: Was erwartet die Teilnehmer am zweiten Tag des Virtual Fires Kongress?
Zimmermann: Mit dem Besuch der International Fire Academy ifa in Balsthal (CH) am zweiten Veranstaltungstag erhalten die Teilnehmer des 6. Virtual Fires Kongresses die seltene Gelegenheit die bislang weltweit einzigartige Trainingsanlage im Ausbildungsbetrieb zu besichtigen. D.h. sowohl Simulationslösungen im Einsatz zu erleben als auch eine reale Tunnelbrandübung. Damit soll aufgezeigt werden wann ein Einsatz von Simulationen sinnvoll ist und wann reale Szenarien für das Training erforderlich sind.

retter.tv: Im Rahmen des Virtual Fire Kongress wird auch eine Fachausstellung zu sehen sein, was erwartet die Teilnehmer dort?
Zimmermann: In der begleitenden Ausstellung werden innovative Simulations- und Visualisierungstechnologien, wie bspw. ein virtueller Feuerlöscher, verschiedene Serious Gaming Anwendungen von e-semble, der Cyber Classroom vom Visenso und die Videobrille Cinemizer von Carl Zeiss vorgestellt. Die Teilnehmer haben hier die Möglichkeit sich selbst mit den Lösungen vertraut zu machen und ihre Erfahrungen mit Ausstellern, Referenten und den anderen Teilnehmern auszutauschen.

retter.tv: Was ist Ihr persönliches Highlight im Programm des Virtual Fire Kongress 2011?
Zimmermann: Mit großer Spannung erwarte ich die abschließende Podiumsdiskussion zwischen Feuerwehrvertretern, Sicherheitsexperten und der Deutsche Bahn AG. Wir sind sehr stolz, dass wir solch hochkarätige Vertreter der entsprechenden Organisationen für unseren Kongreß gewinnen konnten.

Mehr zu diesem Thema:

VIRTUAL FIRES KONGRESS 2011

VIRTUAL FIRES KONGRESS 2011 - Tunnelsicherheit

 

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