Malteser ziehen Mitarbeiter ins Hinterland von Kambodscha zurück

Die Gefechte zwischen thailändischen und kambodschanischen Militärs um den Tempel Preah Vihear zwingen die Malteser, Mitarbeiter aus den Gesundheitseinrichtungen und -projekten der Grenzregion zurückzuziehen.

Malteser Logo2„Die in der kambodschanischen Bevölkerung verwurzelten Traumata aus der Zeit der Roten Khmer unter Pol Pot betreffen auch unsere Mitarbeiter“, sagt Vera Minnik, Programmkoordinatorin von Malteser International in Kambodscha. „Aus Fürsorge schicken wir bei Bedarf Hebammen und Gesundheitshelfer mit ihren Familien ins Landesinnere, damit sie Abstand gewinnen.“

Bei den Gefechten sind bisher mindestens fünf Menschen getötet und dutzende verletzt worden. Rund 30.000 Menschen waren vergangene Woche ins Hinterland geflüchtet. „Die psychologischen Auswirkungen der Kämpfe sind fatal. Die Menschen reagieren mit Schrecken und Panik auf alle Anzeichen von Krieg und Gewalt“, so Minnik. Die Bevölkerung sei extrem beunruhigt. Gerüchte über bevorstehende Bombenangriffe oder Angriffe mit biologischen Waffen machten die Runde. Die Kölnerin, die seit drei Jahren in Kambodscha arbeitet, rechnet zwar mit einer Beruhigung der Lage, sorgt sich aber um die Gesundheitsversorgung der Menschen in der betroffenen Region.

Die meisten Flüchtlinge kommen bei Verwandten unter. Bisher haben die Malteser nur wenigen Flüchtlingen mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Hygienekits helfen müssen.

Malteser International engagiert sich seit 1993 in Kambodscha und betreute zwischen 1979 und 1999 kambodschanische Flüchtlinge in Thailand. Die Hilfsorganisation unterhält in der Region Oddar Meanchey, in der rund 190.000 Menschen leben, Projekte zur Mutter-Kind-Gesundheit, zur Ausbildung von freiwilligen Erste-Hilfe-Teams in abgelegenen Gebieten und zum Aufbau eines gemeindebasierten Krankenkassen-Systems, mit dem die meist armen Bauern vor ruinösen Kosten im Falle einer Erkrankung bewahrt werden.

Quelle: Malteser

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