Memmingen: Polizei überwältigt bewaffneten Jugendlichen

Memmingen | am 22.05.2012 - 20:53 Uhr | Aufrufe: 1508

Die Polizei hat den 14-jährigen Tatverdächtigen gefasst, der wie berichtet am Dienstag ganz Memmingen in Atem gehalten hatte. Niemand wurde verletzt . Wie die Polizei mitteilte, nahmen die Beamten den Jugendlichen auf einem Sportplatz im Memminger Stadtteil Steinheim fest. Mit dem Schüler, der sich auf einem Sportgelände in einer Hütte verschanzt hatte, konnte Kontakt aufgenommen werden. Die Bemühungen der Polizei, den Jungen zur Aufgabe zu bringen, zeigten letztlich Erfolg.

Um 20.10 Uhr kam die Meldung, dass der Schüler aufgegeben hat. Er wurde durch Polizeikräfte festgenommen und zu einem Notarzt gebracht. Die Waffen sind sichergestellt. Gegen den strafmündigen Jugendlichen wurde Haftbefehl erlassen.

Zunächst hatte der 14-Jährige in einer Schule einen Schuss abgegeben. Anschließend verschanzte er sich auf dem Sportplatz im Memminger Stadtteil Steinheim. Dort hielt er sich eine Waffe an den Kopf und schoss mehrfach, "aber nicht gezielt auf Polizisten", wie ein Polizeisprecher sagte.

Immer wieder waren auf dem Gelände Schüsse zu hören. Verletzt wurde niemand.

Großaufgebot von Polizisten

Ein Großaufgebot von Polizisten mit Hunden und Hubschraubern hatte den Jugendlichen am späten Dienstagnachmittag auf dem Sportplatz entdeckt. Er gab trotz der ausweglosen Lage am Abend zunächst nicht auf. Eine Verhandlungsgruppe der Polizei stand mit dem bewaffneten Schüler im Gesprächskontakt, berichtete ein Polizeisprecher.

Ziel der Verhandlungen war es, den Schüler zu beruhigen und zum Aufgeben zu überreden, sagte der Sprecher. Informationen, dass auch der Vater des Jungen bei der Verhandlungsgruppe sei, bestätigte der Sprecher bisher nicht. Seitens der Polizei sei nicht geschossen worden, stellte der Polizeisprecher klar.

15 Jugendliche in Sportheim

Im Sportheim in Steinheim befanden sich etwa 15 Jugendliche und der Wirt des Sportheims, die zufällig anwesend waren. Polizisten konnten die Jugendlichen aber sichern. Die Polizei, die das Gelände in Steinheim umstellt hatte, wollte aber keinen Zugriff auf den Täter wagen, um das Leben der Jugendlichen und des Wirts nicht zu gefährden. Der bewaffnete Schüler hielt sich permanent eine Waffe an den Kopf. Drei Personen, die sich in einem Pkw vor dem Sportheim befanden, wurden in Sicherheit gebracht.

"Hau ab, sonst erschieß' ich dich"

Der Schüler hatte am Dienstag im schwäbischen Memmingen in einer Mittelschule einen Schuss abgegeben. Er hatte in die Decke geschossen und hielt zwei Pistolen in der Hand – eine davon an den Kopf einer Aufsichtsperson. "Hau ab, sonst erschieß' ich dich", soll er einem Zeugen zufolge zu ihr gesagt haben. Drei Schüler hatten den Jugendlichen mit den Waffen in der Hand gesehen. Dann war ein Schuss im Eingangsbereich der Schule zu hören. Aufgrund der Mitteilung hatten sich ein Großaufgebot der Polizei zur Schule begeben. Hubschrauber überflogen das Gelände. Nachdem der Schütze in der Schule nicht entdeckt wurde weitete die Polizei die Suche auf das Memminger Stadtgebiet aus. Am Sportplatz in Steinheim entdeckten sie schließlich den Amokläufer.

 

SEK durchsuchte Gebäude

Die Schüler seien sofort mit den Lehrern in die Klassenzimmer geflüchtet, berichtet die Polizei. Pädagogen alarmierten gegen 12.30 Uhr die Polizei. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei, das gegen 14 Uhr eintraf, durchsuchte das Gebäude, ohne den Täter zu finden. Laut Polizei handelt es sich bei dem Jungen wohl um einen 14 Jahre alten Schüler der 8. Klasse. Bei der Schule handelt es sich um die Lindenschule, eine Mittelschule.

Die Waffen des Schülers stammten wohl aus dem Besitz des Vaters. Dies konnte ein Polizeisprecher jedoch zunächst nicht bestätigen - dies werde noch überprüft. "Wir ermitteln jetzt im Umfeld des Jungen, bei Freunden und der Familie", so die Polizei.

280 Schüler verschanzten sich in Schule

Die in der Schule anwesenden 280 Schülerinnen und Schüler wurden umgehend mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, die Klassenzimmer nicht zu verlassen. Auch wurden die Klassenzimmer von den Lehrkräften versperrt.

Die Schülerinnen und Schüler wurden zum Parkplatz des Einkaufsmarktes „ALDI“ gebracht, der sich in der Hans-Grässel-Straße 6 in Memmingen befindet. Betroffene Eltern wurden gebeten, ihre Kinder dort abzuholen. Die Kinder und Jugendlichen wurden psychologisch betreut.

 

Quelle: Augsburger Allgemeine

Bild: retter.tv Archivbild

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