Neues Einsatzfahrzeug für Malteser Höhlenrettung

Stuttgart | am 16.01.2011 - 11:00 Uhr | Aufrufe: 454

Modernste Höhlenrettungstechnik und Notfallmedizingeräte haben am 16. Januar 2011 der Malteser Landesgeschäftsführer Baden-Württemberg, Klaus Weber, und Edmund Baur, Kreisbeauftragter der Malteser Göppingen, am Mordloch im Roggental bei Eybach (Geislingen) übergeben.

Neues Einsatzfahrzeug für Malteser Höhlenrettung „Das neue Einsatzfahrzeug soll die Arbeit der Malteser Höhlenrettung, der einzigen in Deutschland, künftig noch effizienter machen", sagt Baur, zugleich Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes. Möglich gemacht hat diese Investition die Diözesangliederung der Malteser in Rottenburg-Stuttgart, die aus ihren Mitteln für Notfallvorsorge und Katastrophenschutz 40.000 Euro beisteuerte. Die restlichen 25.000 Euro für das insgesamt 65.000 Euro teure Fahrzeug trägt die Kreisgliederung Göppingen. Die Entwicklung und der Umbau des Fahrzeuges nach Erfordernissen der Höhlenrettung erfolgten durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Stefan Allich in Zusammenarbeit mit der Firma Binz. Beeindruckend dabei das zeitintensive ehrenamtliche Engagement dieser Höhlenretter.

Um den Ford Transit jedoch vollkommen einsatzklar zu machen, waren einige zusätzliche Handgriffe nötig. „Die derzeit 30 ehrenamtlich aktiven Malteser Höhlenretter haben den Innenraum für die circa 400 Kilogramm schwere Ausrüstung, die teilweise selbst konzipiert und konstruiert wurde, individuell ausgebaut. Für den Einsatz im Dunkeln brauchen wir spezielles Material, das man nicht immer 'von der Stange' bekommt", erklärt Fee Gloning, Zugführerin der Malteser Höhlenrettung.

Kein "Fahrzeug von der Stange"
Zur Ausrüstung gehören beispielweise zwei Hartschalentragen und eine eigenentwickelte flexible Trage, die eine an die Höhlenverhältnisse und das Verletzungsmuster angepasste horizontale sowie vertikale Rettung ermöglicht. Für den technischen Teil gibt es unter anderem Zubehör für den Schachteinbau, Flaschenzüge und Seilbahnsysteme. Rettungsdecken, chemische Wärmebeutel, Wärmezelt und Schlafsack stellen die Standardversorgung, um zum Beispiel eine Hypothermie (Unterkühlung) des Patienten in den Griff zu bekommen. Natürlich gehören auch Materialien zur Wundversorgung, Immobilisation (zum Beispiel für Knochenbrüche), Monitoring (Überwachung der Herz- und Kreislaufaktivität) sowie Defibrillation zur Notfallausrüstung. Durch den oftmals schwierigen Transportweg in der Höhle sind Einsatz- und Suchzeiten von über acht Stunden nichts Besonderes.

BOS-Funk und Grubentelefon
Der 3,5 Tonnen schwere und 140 PS starke, allradangetriebene Ford Transit FT 350 verfügt außerdem über einen modernen Einsatzleitbereich mit Kommunikationsmittel, wie BOS-Funk sowie dem speziellen Grubentelefon.

Mit diesem Fahrzeug stellen die Malteser als erste Hilfsorganisation in der Bundesrepublik Deutschland ein Rettungsmittel in den Dienst, das speziell für die Rettung von Menschen aus Höhlen und unterirdischen Hohlräumen konzipiert ist. Rund dreimal pro Jahr rückt die Malteser Spezialeinheit zu Einsätzen aus – die Einsatzschwerpunkte sind die vielen Karsthöhlen auf der Schwäbischen Alb. Aus- und Fortbildung in Theorie und Praxis werden das ganze Jahr über praktiziert. Zum Lehrinhalt gehören unter anderem die höhlenspezifischen Besonderheiten und die Eigensicherung. „Denn nur wenn für die Einsatzkräfte keine Gefahr besteht, können sie eingeschlossene Personen retten", erklärt Höhlenretterin Gloning.

Bild- und Textautor: Malteser

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