Personalnot: Feuerwehr braucht mehr Hauptamtliche

Neu-Ulm | am 10.03.2010 - 08:02 Uhr | Aufrufe: 285

Die Freiwillige Feuerwehr in Neu-Ulm braucht weiteres hauptamtliches Personal, damit sie die gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzfristen einhalten und ihr Aufgabengebiet auch in Zukunft nachkommen kann. Mindestens zehn neue hauptamtliche Wehrmänner seien erforderlich, was die Stadt jährlich mehr als 200 000 Euro kosten dürfte. Dies war Kernpunkt einer im Neu-Ulmer Stadtrat nicht öffentlich geführten Diskussion über ein von einer Fachfirma vorgestelltes Konzept über das künftige Löschwesen.

retter.tv FotosDabei wurde sehr schnell klar: An zusätzlichen Kosten und damit Mehrausgaben für die Stadtkasse führt kein Weg vorbei. In der tagtäglichen Einsatzpraxis hat sich offenbar immer wieder gezeigt, dass Personal knapp ist, wenn es pressiert. Dies gilt in erster Linie für die Innenstadt, da in den Ortsteilen genügend Wehrmänner zur Verfügung stehen, die aber meist nicht so gut ausgerüstet sind wie ihre Kollegen in der Hauptfeuerwache. Deshalb sei eine Aufstockung des hauptamtlichen Personals in der Hauptwache auf künftig 31 Mann wohl unausweichlich. Allerdings muss darüber erst noch der Stadtrat entscheiden. Erste kritische Stimmen sind schon laut geworden. Offenbar werde das ehrenamtliche Engagement immer noch geringer und die Stadt steuere auf eine sündhaft teure Berufsfeuerwehr zu.

Bis dahin will man sich aber mit anderen Lösungen behelfen. So soll die Zusammenarbeit mit der Ulmer Feuerwehr intensiviert werden. Da könnten hauptsächlich Einsatzspitzenzeiten abgedeckt werden. Dies habe sich bei den Großbränden in der Kasernstraße und in der Silcherstraße bewährt, hieß es.

Vor Jahren hatte die Stadt noch eine groß angelegte und mit 40 000 Euro nicht eben billige Imagekampagne gestartet, von der sie sich den dringend benötigten Nachwuchs erhofft hatte. Die Beratungen haben sich aber in der Innenstadt nicht erfüllt. Zu wenige Jugendliche blieben nach ersten Schnupperbesuchen der Feuerwehr in der Innenstadt treu. In den Stadtteilen sei die Resonanz besser gewesen.

Dabei sind die Feuerwehren ganz dringend auf frisches Blut angewiesen. Das zeigt sich in erster Linie bei den Atemschutzträgern, die körperlich fit sein müssen. Ältere Wehrmänner stehen diese strapaziösen Einsätze unter den Masken und Schutzanzügen meist nicht über einen längeren Zeitraum durch. Andererseits dominieren „Innenangriffe“ von Brandherden das Einsatzgeschehen zunehmend. Das „Fitness-Problem“ bei den Wehren müsse daher rasch durch die Verjüngung der Atemschutztrupps gelöst werden.

Neu aufgeworfen wurde in der nicht öffentlichen Stadtratssitzung auch erneut die Standortfrage für die Pfuhler Feuerwehr. Unter anderem wegen der Lärmproblematik durch an und abfahrende Einsatzfahrzeuge sei ein Standort außerhalb von Pfuhl wohl besser, sagten die Kritiker des favorisierten Platzes für den Neubau der Ecke Kirchstraße/Holzstraße. Dies aber ist für die Feuerwehrspezialisten kein Thema. Ein Gerätehaus nahe des Ortszentrums sei für die Ausrückzeiten von Vorteil.

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