Rauchmelder können Leben retten - vor allem im Schlaf

Deutschland | am 13.05.2011 - 10:00 Uhr | Aufrufe: 309

Am 13. Mai ist bundesweiter Rauchwarnmeldertag. Die kleinen Geräte können überlebenswichtig sein. Doch nur bei korrekter Anwendung.

RauchmelderJeden Monat sterben in Deutschland etwa 40 Menschen bei einem Brand. Trotzdem ist durchschnittlich nur ein Drittel aller deutschen Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet. Doch Melder sind äußerst wichtig und können im Ernstfall Leben retten. Friedhelm Bechtel, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Augsburg, erklärt warum: "Im Schlaf setzt der Geruchssinn aus. Unsere Nase nimmt selbst beißenden Brandrauch nicht wahr."

Da hilft nur ein Geräusch, das den Schlafenden weckt und dadurch das Schlimmste verhindern kann. So aus dem Schlaf gerissen, entdecken Bewohner den Brand meist schnell und können die Feuerwehr verständigen. Oft löschten Betroffene den Brandherd sogar selbst.

Doch das, so Bechtel, sei nicht wichtig. "Uns ist es wichtiger, dass alle Bewohner die Wohnung oder das Haus verlassen und eventuell andere warnen", sagt der Feuerwehrmann, und das möglichst  ohne Panik zu erzeugen. Es sei nicht sinnvoll, in einem Mietshaus alle Wohn-Parteien aus dem Bett zu klingeln. "Es genügt, nur die Bewohner des betroffenen Stockwerks zu informieren und die Feuerwehr zu rufen."

Doch damit ein Brandmelder richtig funktionieren kann, müssen ein paar Regeln beachtet werden: Die Geräte sollten alle zwei Wochen auf Funktionstüchtigkeit getestet und nach spätestens zehn Jahren ausgetauscht werden. Auf Schränken oder in Räumen mit starker Dampf- oder Staubentwicklung sind sie jedoch tabu. Wird der Rauchmelder auf einem Möbelstück oder in einer ungünstigen Umgebung positioniert, besteht die Gefahr, dass er nicht richtig funktioniert. Bechtel weiß warum: "Rauch steigt immer senkrecht nach oben. Darum ist nur die Mitte der Zimmerdecke in einem geeigneten Raum der richtige Platz. Durch übermäßig viel Staub oder Dampf können die Geräte Fehlalarm auslösen."

Als Mindestschutz empfiehlt der Fachmann in jeder Wohnung mindestens einen Rauchmelder, am Besten im Flur. Wie viele Geräte angebracht werden sollten, hängt immer von der Größe der Wohnung ab. Als Faustregel, so Bechtel, seien in einer Wohnung ab einer Flurlänge von zehn Metern zwei Rauchmelder sinnvoll. In Häusern sollten es natürlich mehr sein. Dafür können problemlos auch die preiswerten Geräte aus dem Baumarkt oder vom Discounter genutzt werden. Selbst Rauchmelder für gerade einmal fünf Euro seien hoch sensibel und funktionierten sehr gut, weiß Bechtel aus Erfahrung.

Geht einmal die Batterie zur Neige mache bei den teuren wie bei den preiswerten Geräten ein monotoner Piep-Ton darauf aufmerksam, rund eine Woche lang. So stehen die Chancen gut, dass man die leeren Batterien bemerkt, auch wenn man ein paar Tage verreist ist. Sollte das Signal ausgerechnet dann ertönen, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, und Nachbarn die Feuerwehr rufen, weist Bechtel auf folgendes hin: "Wird die Wohnungs- oder Haustür durch die Feuerwehr beschädigt, weil ein Brand vermutet wird, müssen dafür nicht die Bewohner aufkommen. Den Schaden bezahlt die Versicherung." Das besagt ein Gerichtsurteil.

Wer einen Rauchmelder installiert kann also nur gewinnen - vorausgesetzt man wacht durch das Warngeräusch auf. Denn die Geräte, so Bechtel, gibt es in Deutschland nur in einer einheitlichen Lautstärke von 105 Dezibel. Für gehörlose Menschen ist, so der Fachmann, eine besondere Variante verfügbar: "'Hierbei ist ein vibrierender Sensor ein Teil des Rauchmelders. Den können gehörlose Menschen nachts unter das Kopfkissen legen."

Quelle: Melanie Steck

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