Retten und bergen im kalten Nass

Senden | am 17.04.2010 - 08:00 Uhr | Aufrufe: 45

24 Stunden Einsatzbereitschaft demonstrierten vierzig Aktive der Wasserwacht aus dem gesamten Landkreis Neu-Ulm am Samstag in Senden: Schon am Morgen herrschte reges Treiben in und um die Bürgermeister-Engelhart-Schule, wo die Retter zunächst mehrere Ausbildungsstationen zu durchlaufen hatten.

retter.tv FotosDer Sprechfunkverkehr im Einsatz wurde ebenso geübt wie das Verhalten bei „Großschadenslagen“ zum Beispiel bei Hochwasserkatastrophen, und dazu gab es eine Einweisung in das neue Zugtruppfahrzeug des Bezirks Schwaben, in dem bei solchen Lagen die Einsatzleitung arbeitet. Dazu wurden die Wasserretter in ihrem ursprünglichen Metier, dem Rettungsschwimmen und -tauchen, weitergebildet.

Nach der Mittagspause galt der Befehl „Marschbereitschaft herstellen“, denn nun standen Alarmübungen auf dem Programm, deren Inhalt nur den beiden Übungsleitern bekannt war.

Evakuierungsübung
Karl-Heinz Schindler, Technischer Leiter der Wasserwacht im Landkreis Neu-Ulm, und sein Stellvertreter Dieter Schmid hatten verschiedene Szenarien vorbereitet: Gegen 14 Uhr wurde zunächst die Freiwillige Feuerwehr Senden mit der Meldung alarmiert: „Ausgelöste Brandmeldeanlage im Altenzentrum St. Elisabeth.“ Beim Eintreffen der Feuerwehr stellte sich dann heraus, dass ein Flügel des Gebäudes evakuiert werden musste. So drangen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in das betroffene Stockwerk vor, holten etwa fünfzehn Bewohner im Rollstuhl heraus und übergaben diese an der Grenze des Gefahrenbereiches an die inzwischen bereit gestellten Einsatzkräfte der Wasserwacht.

Diese transportierten die Heimbewohner über das Treppenhaus hinunter in die Cafeteria, wo dann die Registrierung und die Betreuung der „Übungs-Verletzten“ auf dem Programm stand. Währenddessen hatte die Feuerwehr einen umfassenden Löschangriff vorbereitet.

Vermisstensuche am Mühlbach
Nach Auswertung dieser Übung ging es zurück ins Quartier, wo kurz nach dem Abendessen der nächste Alarm auflief: „Vermisstensuche im Bereich zwischen Mühlbach und alter Pipeline bei den Waldbaggerseen.“ Nun kam alles zum Einsatz, was die Wasserwacht an Mannschaft und Gerät aufzubieten hatte: Boote wurden auf dem Mühlbach und den Seen eingesetzt, von denen aus dann Taucher und Rettungsschwimmer die Gewässer durchkämmten, während Fußstreifen die Uferbereiche absuchten. Als es dunkel wurde, konnte die „vermisste Person“ - eine Übungspuppe - schließlich unter einem umgestürzten Baum im Uferbereich des nördlichen Waldbaggersees ausfindig gemacht und „reanimiert“ werden.

Kurze Nachtruhe auf Feldbetten
Danach waren den Helfern nur wenige Stunden Nachtruhe auf ihren Feldbetten in der Aula der Bürgermeister-Engelhart-Schule vergönnt, denn schon um vier Uhr morgens gab es den nächsten Alarm: Im Bereich der Illerbrücke, die als nicht begehbar eingestuft wurde, mussten mehrere Personen vom württembergischen ans bayerische Ufer gebracht werden, sodass wiederum die Boote zum Einsatz kamen.

Eine positive Bilanz
Nach erfolgreichem Abschluss dieser Übung hatten sich die Einsatzkräfte ihr Frühstück redlich verdient, und danach konnte bei der Abschlussbesprechung Bilanz gezogen werden. Wie Karl-Heinz Schneider mitteilte, fiel diese durchwegs positiv aus, sodass 40 zwar müde, aber zufriedene Retter den Heimweg im Bewusstsein antreten konnten, ihre Leistungsfähigkeit unter abwechslungsreichen Bedingungen erfolgreich unter Beweis gestellt zu haben.

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