Rettungsdienst-Schicht mit „himmlischem Beistand“

Augsburg / Stätzling | am 31.03.2010 - 08:00 Uhr | Aufrufe: 705

Am 29. März hatten die Johanniter auf ihrem Rettungswagen in Augsburg ihren Standortpfarrer Dr. Matthias Dreher als Praktikanten an Bord: „So war uns
der himmlische Beistand noch ein Stück näher gerückt“, sagt Rettungsassistentin Manuela Heinz schmunzelnd. 

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Dr. Dreher – kein Arzt, sondern promovierter Theologe – fand den Einblick in die Arbeit der Rettungskräfte „spannend“: „Jetzt weiß ich noch besser, was im Rettungsdienstalltag passiert, worüber die Kollegen sprechen. Ich hatte ja keinerlei Vorerfahrungen – und ich war von dem Engagement und dem Einsatz der Rettungskräfte dann sehr beeindruckt.“

Sieben Einsätze haben die Johanniter-Rettungskräfte in zwölf Stunden von 8 Uhr morgens bis abends um 20 Uhr abgewickelt. „Wenig Blut“ floss bei den Einsätzen, wie der Standortpfarrer überrascht feststellen musste: „Als Laie denkt man ja, dass mehr passiert, dass es blutig ist, so wie man es aus dem Fernsehen kennt.“ Stattdessen hatten die Johanniter mit internistischen Notfällen an diesem Tag zu tun, also Einsätze wegen Schlaganfall oder Kreislaufproblemen. Aber auch Kinder mussten der Rettungskräfte versorgen: „Unser jüngster Patient war erst zwei Jahre alt, unser ältester schon 87 Jahre“, erzählt Pfarrer Dr. Matthias Dreher aus Stätzling.


Den Einblick in den Alltag der Rettungskräfte fand der Johanniter-Standortpfarrer sehr
interessant: „Unsere Rettungskräfte wirken in drei Dimensionen: Sie müssen technisch fit sein, also insbesondere auch den Rettungswagen sicher ans Ziel bringen. Sie müssen medizinisch fit sein. Und sie müssen, und das zählt gerade bei uns Johannitern, eine hohe soziale Kompetenz haben. Alle drei Dinge habe ich perfekt verzahnt erlebt. “ Auch bei schwierigeren Patienten blieben die Rettungsassistenten selbst gelassen, konnten aggressive oder aufgebrachte Patienten beruhigen – und auch auf die kleinen Patienten mit zwei und sechs Jahren eingehen.

„Beim Umgang miteinander habe ich zudem ein besonderes Teamgefühl gespürt“, erzählt Dr. Dreher. „Man merkt, dass jeder aus Überzeugung hilft. Es ist nicht nur ein Job.“ Dieser Einblick war dem Johanniter-Pfarrer sehr wichtig: „Im Rettungsdienst nimmt man den christlichen Auftrag unserer Hilfsorganisation ganz elementar wahr. Und wenn ich jetzt bei einer Predigt von den Aufgaben der Johanniter spreche, habe ich auch selbst etwas davon erlebt.“ Dr. Dreher hat die Aufgaben eines Praktikanten mit Elan übernommen: Die Krankentrage herrichten, die Desinfektion des Rettungswagens, er hat auch Infusionen gehalten oder sich um spezielle Geräte zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut gekümmert. „Der Wert durfte nie unter 95 % fallen, das hatte ich immer Blick“, erzählt er.

Aber auch am Gespräch mit den Patienten hat er sich als Johanniter-Pfarrer beteiligt. „Einer Patientin habe ich während der ganzen Fahrt ins Krankenhaus die Hand gehalten. Das hat ihr gut getan.“

Nicht nur im Rettungsdienst will Dr. Matthias Dreher wieder mitfahren, sondern im April auch im Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität mitwirken. Und im Herbst möchte der Johanniter-Pfarrer wohl auch noch selbst die Ausbildung zum Sanitäter absolvieren: „Am Abend nach der ersten Rettungsdienst-Sicht habe ich nämlich die Einsatzjacke nicht gerne ausgezogen.“

 

Mehr Informationen über die Johanniter gibt es im Internet auf www.johanniter.de.

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