Rostock: Ausspäh-Affäre auch bei der Freiwilligen Feuerwehr?

Am vergangenen Freitag wurden zwei Feuerwachen der Freiwilligen Feuerwehr Rostock von der Kriminalpolizei Rostock und dem Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Der Verdacht: interne Informationen sollen ausgespäht und an Reporter weitergegeben worden sein.

Zwei Feuerwehrhäuser der Rostocker Feuerwehr wurden gleichzeitig durchsucht – nach Angaben des Vorsitzenden des Rostocker Stadtfeuerwehrverbandes scheinbar zunächst ohne gültigen Durchsuchungsbeschluss. Etwa ein Dutzend Polizisten durchsuchte die beiden Gebäude mehrere Stunden lang, um Hinweise zu finden, die den Ausspäh-Verdacht erhärten könnten. Im Rahmen dieser Durchsuchungsaktion wurden dann auch EDV- und Kommunikationsgeräte beschlagnahmt. Ob sich dadurch beweisen lässt, dass Mitglieder der Feuerwehr vertrauliche Informationen an die Presse weitergegeben haben, ist noch unklar. Der Verdacht, dass Daten ausgespäht wurden, ergab sich laut den Angaben wohl daraus, dass die Presse mit Kamerateams noch vor der Polizei an Einsatzorten war.

Freiwillige Feuerwehren fühlen sich ungerecht behandelt

Die Vorgehensweise der Polizei bei dieser Durchsuchung wird unterdessen von der Feuerwehr selbst harsch kritisiert. Sie sieht sich zu Unrecht unter Generalverdacht gestellt. Die Polizei habe der Pressemitteilung zu Folge durch ihr Vorgehen scheinbar versucht, einen Beschuldigten für die Ausspäh-Affäre zu finden, nachdem Ermittlungen in den eigenen Reihen zu keinem Ergebnis geführt hatten. Durch die Art und Weise, wie die Polizei mit den Feuerwehrleuten umgegangen ist, fühlen sich einige Kameraden offenbar sehr gekränkt. Sie spielen scheinbar sogar mit dem Gedanken, der Freiwilligen Feuerwehr den Rücken zu kehren. Die Durchsuchung ist dem Pressesprecher zu Folge auch nicht besonders förderlich für die ohnehin schwierige Nachwuchssuche. Ob sich der Verdacht gegen einige Feuerwehrleute erhärtet oder die Schuldigen weiter gesucht werden müssen, blieb zunächst offen.

Quelle: Stadtfeuerwehrverband Rostock

Bild: retter.tv Symbolbild

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