Schneller, besser und effektiver Helfen durch neue Techniken

Unterschleißheim | am 04.05.2011 - 09:09 Uhr | Aufrufe: 386

Mit neuen Techniken und Einsatzstrategien gehen die Feuerwehren in den nächsten Jahren effektiver zur Sache: Mit der Wärmebildkamera ein Feuer in einem verqualmten Zimmer lokalisieren und gezielt mit Wasser bekämpfen ist eine Möglichkeit Brände schneller und effektiver zu löschen, die bei vielen Feuerwehren immer häufiger zum Einsatz kommt.

Feuerwehr Trägerfahrzeug AB TopboxDurch die Kamera werden Wärmequellen angezeigt und in einem Raum, in dem nur wenige Zentimeter Sichtweite herrscht, kann gezielter gelöscht und nach Menschen gesucht werden.

Nicht zuletzt der Versicherungskammer Bayern, die jedem Landkreis in den letzten fünf Jah-ren eine Kamera sponserte, ist es zu verdanken, dass die rund 10.000 Euro teuren Wärmebildkameras immer häufiger bei größeren Feuerwehren eingesetzt werden. Einsatzzeiten verkürzen sich, Wasserschäden werden minimiert. Der Landesfeuerwehrverband Bayern e.V. fordert derzeit u. a. die Aufnahme der Wärmebildkameras in die staatliche Förderung.

Ein weiteres Projekt der Versicherungskammer ist der mobile Rauchverschluss. Dieser ver-setzt die Wehren in die Lage, die Ausbreitung von Brandrauch sehr viel besser als bisher zu kontrollieren und zu begrenzen. Die Feuerwehr geht bei Brandeinsätzen in mehrgeschossigen Gebäuden meist über den Treppenraum vor. Hierbei besteht die Gefahr, dass durch das erforderliche Öffnen von Türen der Treppenraum als wichtigster Rettungsweg für fliehende Menschen durch die Rauchausbreitung unpassierbar wird. Mit einem mobilen Rauchver-schluss lassen sich rauchfreie Treppenräume als Rettungswege für die Selbst- und Fremdrettung sicherstellen, Rauchgasinhalationen vermeiden, kritische Einsatzsituationen ent-schärfen und umfangreiche Sachschäden verhindern. Bislang sponserte die Versicherungskammer rund 1.450 Rauchverschlüsse.

Mit der Umsetzung der Integrierten Leitstellen mit dem einheitlichen Notruf 112 muss sich die Bevölkerung nur noch eine Notfallnummer merken und erhält durch bessere technische Möglichkeiten in den Leitstellen schnellere und kompetentere Hilfe, indem die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst unter einem Dach, von einer Stelle aus, koordiniert werden.

Die veraltete Funktechnik der Polizei und Hilfsorganisationen soll in den nächsten zehn Jahren durch den Digitalfunk abgelöst werden. Eine bessere Funkversorgung mit weniger Über-reichweiten in den Landkreisen, Abhörsicherheit, Telefonanbindung, Gruppenbildung bei der nur die Einsatzkräfte einer Einsatzstelle sich unterhalten können, Datenfunk, mit dem GPS-Standortdaten der Fahrzeuge in die Leitstelle übertragen werden können, sind nur einige neue Möglichkeiten die die Hilfsorganisationen in gut fünf bis zehn Jahren nutzen werden.

Auch die Fahrzeugtechnik wird immer besser auf die Bedürfnisse der Feuerwehren abgestimmt, um beispielsweise mit weniger Einsatzpersonal effektiv arbeiten zu können. Wechsellader-Fahrzeuge setzen sich immer mehr auch bei den Freiwilligen Feuerwehren durch. Gerätschaften und Spezialausrüstungen, wie Ölsperren, Gefahrgutausrüstung, große Schlauchmengen, Sonderlöschmittel, größere Einsatzleitkomponenten die selten benötigt werden, größere Atemschutzausstattungen bis hin zu Technischer Hilfeleistung und Löschwasser sind in sogenannten Abrollbehältern untergebracht.

Ein Trägerfahrzeug das jeweils einen Abrollbehälter aufnimmt, transportiert diesen an die Einsatzstelle und kann ihn wie einen Container abstellen. Hierdurch braucht nicht für jedes Spezialgerät ein Fahrzeug angeschafft werden. Ein LKW-Fahrgestell kann für mehrere Abrollbehälter verwendet werden und es werden somit Kosten bei der Beschaffung eingespart. In der Regel werden für vier bis sechs Abrollbehälter zwei Trägerfahrzeuge vorgehalten. Bei der Wiederbeschaffung wird nur das Fahrgestell ersetzt und der Abrollbehälter wird weiter-verwendet.

Quelle: LFV Bayern e.V.

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