Schranke zu: Krankentransport benötigt Feuerwehrhilfe

Haunstetten | am 13.08.2009 - 17:16 Uhr | Aufrufe: 253

Wie eine kleine Ewigkeit kam Siegfried und Helga Schorrmüller die Zeit vor, bis der Rettungswagen endlich am Unfallort eintraf. Zwar waren sie nicht selber betroffen, sondern eine junge Frau, die mit ihrem Fahrrad gestürzt war, doch der Verlauf des Rettungseinsatzes löste bei beiden ein mulmiges Gefühl aus.

Feuerwehr muss kommen – Zufahrt versperrt

Die alarmierten Helfer vom privaten Krankentransport der Firma Bäuerle standen am Ende der Ilsungstraße vor der Schranke, die die Zufahrt versperrt. Alternativ hatten die Lebensretter die Möglichkeit, die Poller auf den daneben verlaufenden Wegen mit einem Dreikantbolzen zu entfernen und so auf das Gelände des Siebentischwaldes einzufahren.

Einen solchen Dreikantbolzen hätten alle Einsatzkräfte stets dabei, sagt Jan Quak, Geschäftsführer der Firma Bäuerle. „Die Poller ließen sich allerdings nicht herausnehmen, deshalb haben die Mitarbeiter die Feuerwehr angefordert“. Derweil verrannen die Minuten. „Was ist, wenn jemand in diesem Bereich einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleidet?“, fragt Siegfried Schormüller besorgt. Vom Alarm um 10:12 Uhr bis zum Abtransport ins Klinikum seien laut Quak 32 Minuten vergangen.

Schormüller bemerkte das Problem der Helfer und radelte von der Unfallstelle Waldrand zum Rettungswagen. „Der Sanitäter ist dann die 500 Meter neben mir her gerannt zu der jungen Frau und hat sie erstversorgt.“ Der Sturz auf dem Schotterweg ging für die Frau noch relativ glimpflich aus. Zwar steckten Kieselsteine in der Haut ihrer Hände und sie erlitt zahlreiche Schürfwunden, doch sie verletzte sich nicht lebensbedrohlich.

Bei Jürgen Dillmann, Pressesprecher der Stadtwerke, sorgte der Vorfall für Verwunderung. Schließlich habe man an Polizei, Forstamt, Feuerwehr, Rettungswacht, Bayerisches Rotes Kreuz und private Rettungsdienste, „darunter auch Bäuerle“, die Fernbedienungen verteilt, damit diese ungehindert hineinfahren können. Geschäftsführer Quak hingegen sagte, dass die Firma Bäuerle solche Fernbedienungen zum Öffnen der Schranken nicht besitze.

Dillmann bot der Firma Bäuerle an, sich bei Problemen an ihn zu wenden. Auch dass sich die Poller auf dem linken und rechten Rad- und Fußweg sich nicht aus der Verankerung lösen ließen, überraschte Dillmann. Diese würden regelmäßig vor den Wochenenden von Mitarbeitern der Stadtwerke überprüft.

„Die Poller lassen sich relativ leicht entfernen, das nutzen auch einige Bürger aus und werfen sie dann an den Wegrand. Unsere Mitarbeiter setzen diese dann wieder ein.“

600 Einsätze im Monat

Ob beziehungsweise warum sich die Poller nicht aus der Verankerung lösen ließen, dazu konnte die Berufsfeuerwehr keine Auskunft geben. Diese öffnete nur die Schranke, sodass der Krankentransport zur Verletztenfahren konnte. Dass man die Berufsfeuerwehr hinzurufen müsse, sei aber sehr selten, so Quak. „Die Fälle pro Jahr kann man an einer Hand abzählen – und wir fahren 600 Einsätze im Monat.“

Insgesamt haben die Stadtwerke neun solcher Anlagen installiert. Drei an der Staustufe 23 und sechs rund um den Siebentischwald. Die Stadtwerke sind für das Trinkwasserschutzgebiet im Siebentischwald zuständig und haben die Schranken und Poller in den Achtzigern angebracht, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden.

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