Tu was-Projekt am Tag der Zivilcourage in Rotenburg

Rotenburg | am 16.03.2010 - 09:18 Uhr | Aufrufe: 154

"Spielerisch lernen, wie man's besser macht!"

Personen des öffentlichen Lebens im Landkreis gaben in der letzten Woche Antworten auf die Frage: Was ist Zivilcourage? Am Tag der Zivilcourage am Montag zeigten Schüler der Klasse 6a der Theodor-Heuss-Schule im Rahmen des Tu was-Projektes in Theaterszenen ihre Sicht auf den Umgang mit Gewalt und gaben unter Anleitung von Theaterpädagogen positive Beispiele bürgerlichen couragierten Einschreitens.

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Aber auch die Grenzen wurden dabei deutlich. Und es gehörte Mut dazu, denn es gab zahlreiche Zuschauer: Bürgermeister  Detlef Eichinger, Superintendent Hans-Peter Daub, Polizeichef Burkhard Klein, Schulrektor Lüder Bischoff sowie weitere Vertreter der Schule, der Stadt und der Polizei.

    Nachdem die Schülerinnen und Schüler am Freitag bei der Rotenburger Polizei viel über Gewalt, und wie man damit umgehen sollte, gehört hatten, folgte am Montagmorgen das Einstudieren der Szenen unter Leitung der erfahrenen Theaterpädagogen Karin Tischer und Frank Stuckenbrok, die das Projekt in der Kreisstadt bereits lange betreuen.

    Eine Schlägerei und ihre Folgen, waren Inhalt des ersten Stückes. Nach einige Szenen, die deutlich machten, wie es besser nicht laufen sollte, folgt der richtige Tipp: Helfen und die Polizei sowie den Rettungswagen rufen!

    Im zweiten Stück ging es um einen Samstagabend vor einer Berliner Disko. Der 13-jährige Rotenburger Schüler Ferhat als "Türsteher Murat" ging in seiner Rolle auf. Auf den Tipp einer Bekannten hin wies er an der Diskotür drei Jugendliche ab, die mit Drogen zu tun haben. Im Stück lauerten die drei "Ganoven" der Tippgeberin auf und verletzten diese schwer. Ein Rentner mit Stock, der helfen will, wird getötet. Die Polizei ermittelt.

    Was wird aus den Beteiligten? Für den Täter heißt es, acht Jahre in den Knast zu müssen, ein Mittäter hört auch danach nicht auf. Sein Leben ist verpfuscht. Jedes Schicksal wird beleuchtet, auch das der Opfer.

    Die Zuschauer konnten sich ein lebhaftes Bild davon machen, wie die Schüler die Szenen reflektieren und sich damit befassen, was nach dem Ausraster und seinen schweren Folgen kommt. Zum Schluss folgte eine große Feedback-Runde, die viele Schüler mit den Worten "Ich habe gelernt ..." beginnen. Viele fanden besonders den Besuch bei der Polizei gut, wo sie Antworten auf ihre zahlreichen Fragen bekamen.

    Ferhat alias Türsteher Murat: "Ich weiß jetzt, wenn man Stress macht, was alles so passieren kann!" Für den Schauspieler und Pädagogen Frank Stuckenbrok ist besonders wichtig zu lernen, wie man sich einmischt: "Mit falschen Worten, wie "Verpisst euch!" fangen Streitereien schnell an. Er gab den Schülern den Tipp, sich selbst mal zurückzunehmen und mehr zuzuhören.

    Auch Bürgermeister Detlef Eichinger war begeistert: "Toll, dass ihr sagt, wir haben was draus gelernt." Besonders gut fanden die jungen Künstler, als der Bürgermeister das Engagement mit drei Kugeln Eis für jeden honorierte. Während Polizeichef Klein besonders die Courage vor Publikum zu spielen lobte,  regte Rektor Lüder Bischoff die Jugendlichen an, sich für die nächste Streitschlichter-Ausbildung zu melden. Zum Schluss gab es noch Verhaltenstipp im Scheckkartenformat für die Geldbörse.

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