Unfall bei Flugplatzfest

Ellwangen | am 23.08.2009 - 18:00 Uhr | Aufrufe: 363

Schock beim Flugplatzfest in Ellwangen- Erpfental im Ostalbkreis: Rund 1000 Besucher wollten sich über den Flugsport informieren oder auch selbst mal eine Runde durch die Luft drehen.

Während sie im ausgeräumten Hangar auf Bänken bei Kaffee, Kuchen und Bier saßen, stießen plötzlich nur 500 Meter von ihnen entfernt ein Hubschrauber auf einem Rundflug und ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna 172 zusammen. Alle vier Männer im Helikopter, der Pilot und drei Fluggäste, starben.

Der Hubschrauber war senkrecht auf ein abgeerntetes Getreidefeld gestürzt und in Brand geraten. Der 57-jährige Pilot der Cessna schaffte es noch, die manövrierunfähige Maschine im Gleitflug aufs Flugfeld zu bringen. Bei der Bruchlandung am Beginn der rund 800 Meter langen Graspiste wurde er schwer verletzt. Das Flugzeug, das zuvor Fallschirmspringer abgesetzt hatte, bohrte sich mit dem Bug in die Erde. Nach Angaben der Polizei ist die Cessna in Nördlingen gemeldet.

Das Fest wurde nach Polizeiangaben sofort abgebrochen. «Die Gäste waren aber nicht gefährdet», betonte ein Polizeisprecher. «Es gab keine Flug-Show.» Mitglieder der Fliegergruppe Ellwangen e.V., die das Fest organisiert hatte, waren sofort zur Absturzstelle des Hubschraubers gerannt. Helfen konnten sie nicht mehr, wie der Sprecher berichtete.

Der Helikopter auf dem Stoppelfeld brannte lichterloh. Notfallseelsorger betreuten sie. Wer die Toten sind, war zunächst nicht bekannt.

Die Kollision hatte sich nach ersten Ermittlungen in relativ niedriger Höhe ereignet. Der Hubschrauber aus Weiden in der Oberpfalz und die Cessna aus Nördlingen (ebenfalls Bayern) befanden sich auf dem Rückflug, wie der Polizeisprecher weiter berichtete. Ein Augenzeuge hatte als erster Alarm geschlagen. Er hatte beobachtet, wie sich Helikopter und Cessna gefährlich nahe gekommen waren und dann einen Explosionsknall gehört. Zur Unglücksursache konnte die Polizei noch nichts sagen. Am Abend wurden Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) aus Braunschweig an der Unglücksstelle erwartet.

Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) reagierte mit Betroffenheit auf die Unglücksnachricht. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Auf dem Flugfeld Erpfental dürfen Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Motorflugzeuge bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 2000 Kilogramm starten und landen, wie es auf der Internet-Seite der Ellwanger Fliegergruppe heißt.

Der Verein veranstaltet dort einmal im Jahr ein Fest, um über den Luftsport zu informieren, wie ein Sprecher der Gruppe sagte. Er zeigte sich geschockt über das Unglück. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Hinterlegte Stichworte (Tags)
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
13 Tote bei Flüssiggas-Inferno in Italien
Die vermutlich einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes vor den Komoren ist am Donnerstagmorgen in Paris eingetroffen. Die 14-jährige Französin Bahiya Bakari reiste in ärztlicher Begleitung an Bord ... mehr
am 30.06.2009 09:48
von Martina PetzFrau     
In der Nacht von Samstag auf Sonntag ging bei der integrierten Leitstelle ein Notruf ein. Ein Mann lag in Ellwangen scheinbar bewusstlos auf der Straße. Doch was den Rettungsdienst dann ... mehr
am 27.10.2013 03:20
von retter.tvretter.tv Profilbild     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung