Vier Höhlenforscher gerettet - Großübung in Hessen

Breitscheid, Hessen | am 10.09.2011 - 11:20 Uhr | Aufrufe: 385

Breitscheid / Lahn-Dill-Kreis (Hessen) Höhlenrettungsgruppen aus ganz Deutschland übten am 10. September 2011 in Schwinde C, einem 100m tiefen und über 2 km langen Höhlensystem, den Ernstfall. Innerhalb der 10stündigen nationalen Rettungsübung des Höhlenrettungsverbundes Deutschland (HRVD) wurden vier Personen gesucht, medizinisch versorgt und ans Tageslicht transportiert.

Vier Höhlenforscher gerettet - Großübung in Hessen

Nach einem Jahr an Vorbereitungen war es dann endlich soweit: Neun der zehn deutschen Höhlenrettungen waren am Samstag mit ihren Rettern und Material in Breitscheid, um im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden nationalen Großübung des HRVD ihr Können unter Beweis zu stellen.

„Vier Höhlenforscher befinden sich in Schwinde C und können aus eigener Kraft die Höhle nicht verlassen. Zu Einem der Eingeschlossenen besteht Telefonkontakt. Über den Aufenthaltsort und Zustand seiner Kollegen ist ihm nichts bekannt.“ so lautete die Alarmmeldung der auf den Notruf zuerst vor Ort geeilten Feuerwehr Breitscheid an die Höhlenrettung Hessen / Rheinland-Pfalz.

Aufgrund der Schadenslage würde daraufhin deutschlandweit um Hilfe gebeten werden und Teams aus ganz Deutschland würden zum Einsatzort eilen. Die Höhlenrettungen waren allerdings bereits seit Freitagabend in Breitscheid und kamen unter Berücksichtigung der Anfahrtszeiten versetzt zum Einsatz.

Nach eineinhalb Stunden war der erste Patient gefunden. Drei bzw. vier Stunden nach Alarmierung konnten auch die restlichen Personen gefunden und medizinisch versorgt werden. Für den Transport waren umfangreiche Einbauten in der anspruchsvollen Schachthöhle zu tätigen.

Die Höhlenretter der verschiedenen Teams arbeiteten Hand in Hand und teilweise auch mit fremdem Material und retteten die Patienten in stundenlanger Arbeit durch zwei 30m tiefe Schächte und eine verwinkelte und enge Strecke nach draußen. Um sechs Uhr abends waren dann alle Retter und Ihr Rettungsmaterial wieder aus der Höhle.

In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr koordinierte Einsatzleiter N. Bräunig den Einsatz der 70 Rettungskräfte und deren umfangreichen Rettungsmaterials. Für die Feuerwehr war die Übung eine ganz neue Erfahrung. „Unsere Kräfte konnten nicht viel helfen.“ sagte F. Bechtum, Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter der FW Breitscheid.

Bei der Nachbesprechung wurden Verbesserungsvorschläge für einige Details vorgebracht. Insgesamt wurde die Übung aber von allen beteiligten Kräften als Erfolg und Beweis für die Einsatzstärke des Verbundes gewertet.

Der Samstagabend stand im Anschluss an die Besprechung ganz im Zeichen der Kameradschaft: Bei hervorragender Verpflegung wurde gefachsimpelt und gelacht.

Organisationsübergreifend arbeiten im HRVD alle deutschen Höhlenrettungsgruppen eng zusammen und formen so eine schlagkräftige Mannschaft für größere Schadenslagen, mit denen die Höhlenrettungsgruppen vor Ort überfordert sind.

Vielen Dank an die ausrichtende Gruppe: Die Höhlenrettung Hessen / Rheinland-Pfalz des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen, deren ortsansässiger Mitgliedsverein, die Speläologische Arbeitsgemeinschaft Hessen, die komplette Logistik auf die Beine gestellt hat. Auch der Gemeinde gebührt Dank für die großzügige Unterstützung.

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