Was tun, wenn´s brennt – im Hotel? VdS gibt Ratschläge

Sichere Ferien für Sie und Ihre Liebsten: Experten von Europas Nummer Eins-Institut für Brandschutz, VdS (Vertrauen durch Sicherheit), erklären, worauf Sie als Hotelgast achten sollten und wie Sie sich im Ernstfall schützen.

Was tun, wenn´s brennt – im Hotel? VdS gibt RatschlägeMitten in den Sommerferien brennt auf der Nordseeinsel Sylt ein bekanntes Vier-Sterne-Hotel. Hunderte Menschen verbringen die Nacht in Notunterkünften. In Niederbayern mussten, ebenfalls im August 2010, 136 Gäste wegen Brandstiftung aus einem Hotel evakuiert werden. Und im Oktober 2010 flohen im türkischen Side 612 Hotelgäste vor einem nächtlichen Feuer. Ein Stockwerk brannte komplett aus. Häufige Ursachen für Hotelbrände sind alltägliche Defekte in der Elektrik, aber auch Feuerarbeiten, ein sorgloser Umgang der Gäste beispielsweise mit Zigaretten oder Brandstiftung.

Aushang über Rettungswege beachten

„Die akute Lebensgefahr durch einen Brand bewirkt eine absolute emotionale Ausnahmesituation. Sie wird noch verstärkt, wenn wir uns in einer fremden Umgebung aufhalten oder sogar übernachten“, erklärt Hardy Rusch, Entwickler für Brandschutzkonzepte bei VdS. Das unabhängige Institut ist Europas größte Sachverständigenorganisation für Brandschutz. Rusch erklärt, worauf ein Hotelgast während des Urlaubs achten sollte: „In jedem Hotelzimmer informiert ein Aushang über Rettungswege für den Notfall. Diesen Weg sollte jeder Gast nach dem Beziehen des Zimmers einmal abgehen, damit er für den Fall der Fälle weiß, wie er sich in Sicherheit bringt - auch wenn es dunkel ist oder Rauch die Sicht nimmt.“

Außerdem hat ein solcher Erkundungsgang den Vorteil, dass mögliche Hindernisse rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. „Ausgewiesene Rettungswege über Flure und Treppenhäuser bis ins Freie müssen so nutzbar sein, dass eine Flucht aller Hotelgäste zu jeder Zeit nicht maßgeblich behindert wird“, sagt Rusch. Rettungswege dürfen also nicht zugestellt und insbesondere Türen, die auf den Rettungswegen liegen, nicht abgeschlossen sein.

Brand- und Rauchschutztüren

Zahlreiche Hotels verfügen auch über Brand- und Rauchschutztüren in Fluren und Treppenräumen, die die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern. Erkennen kann man diese Türen an einem Metallschild an der Türfalz mit Informationen zum Feuer- und Rauchschutz. Solche Türen müssen entweder geschlossen oder an eine Feststellanlage angeschlossen sein, die im Brandfall selbsttätig schließt. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass solche Türen nicht z.B. durch Keile, Seile oder an der Tür aufgestellte Feuerlöscher offen gehalten werden. Sind Gäste unsicher, ob es sich um eine Brandschutz- oder Rauchschutztür handelt, die offen steht, oder ob eine solche Tür verbotenerweise offen gehalten wird, sollten sie das Hotelpersonal fragen. Wegen aufgekeilter Brandschutztüren breitete sich beispielsweise das Feuer im bayerischen Hotel ungehindert auf fast alle Stockwerke aus.

Im Zimmer selbst gilt laut Rusch: „Brandmelder und Sprinklerköpfe von Feuerlöschanlagen werden bei Renovierungsarbeiten bisweilen abgeklebt oder abgedeckt. Leider wird oft versäumt, diese Abdeckungen anschließend wieder zu entfernen. Die lebensrettende Wirkung von Brandmelde- und Löschtechnik ist dann eingeschränkt oder entfällt ganz. Wenn Ihnen Beeinträchtigungen an diesen Bauteilen auffallen, informieren Sie umgehend die Hotelleitung.“

Und was ist zu tun, wenn es brennt? „Fassen Sie Türen vor dem Öffnen an. Sind sie heiß, dürfen sie auf keinen Fall geöffnet werden“, so Rusch. „Denn durch die plötzliche Sauerstoffzufuhr können gewaltige Stichflammen entstehen.“ Sitzen Personen im Hotelzimmer fest, so sollten sie Wanne und Mülleimer mit möglicherweise lebensrettendem Löschwasser füllen. Und vor allem nasse Bettlaken oder Handtücher zwischen die Türritzen klemmen – die größte Gefahr bei einem Brand geht nämlich nicht vom Feuer aus, sondern von den tausenden giftigen Stoffen im Rauch.

Schon zwei Atemzüge können zu Bewusstlosigkeit führen

„Laufen Sie nie in dichten Rauch hinein. Hier können schon zwei Atemzüge zu Bewusstlosigkeit führen“, erklärt Rusch. „Wenn es unumgänglich ist, befeuchten Sie Ihr Hemd mit Wasser oder Speichel und atmen Sie durch den feuchten Stoff. Und bewegen Sie sich auf dem Boden kriechend, denn Brandgase und Rauch steigen durch ihre Hitze nach oben.“ Deswegen ist bei einer Flucht auch immer der Zimmerschlüssel mitzunehmen. Denn wenn die Wege blockiert sind, kommen Gäste so wieder zurück.

„Falls Rauch und Feuer Ihren Fluchtweg blockieren: Bleiben Sie in Ihrem Zimmer, denn die Feuerwehr ist unterwegs“, rät Rusch. „Viele Menschen haben einen Hotelbrand deshalb überlebt, weil sie in ihrem Zimmer geschützt auf Rettung warteten.“


Quelle: VdS

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