"Wir brauchen dich auch morgen"

Pöttmes | am 11.10.2010 - 12:57 Uhr | Aufrufe: 677

Es ist Samstagabend. Jugendliche feiern ausgelassen in der Disco und trinken Alkohol. Häufig unterschätzen vor allem Fahranfänger den Alkoholeinfluss und setzen sich danach noch hinters Steuer.

"Wir brauchen dich auch morgen"

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Und die Fahrt nach Hause kann mit einem Unfall und schlimmstenfalls tödlich enden. Damit solche sogenannten „Discounfälle“ nicht passieren, fand gestern die Aktion „Disco-Fieber“ in der Pöttmeser Hauptschule statt. Rettungskräfte der BRK, Feuerwehr, Krisenintervention und Polizei wollten sie bei dieser Aktion für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren.

Die Aktion war die Abschlussveranstaltung im Landkreis im Rahmen des landesweiten Projekts „KliK“. Die Abkürzung steht für „Klar im Kopf“. Die Schüler der achten und neunten Klasse der Hauptschule hatten im vergangenen Jahr bereits im Unterricht gelernt, welche Folgen Drogen- und Alkoholeinfluss haben können.

2009 kein einziger Discounfall im Landkreis

Nach dem einleitenden Film „Warum“, der zeigt, was passiert, wenn man sich nach dem Feiern und Alkoholgenuss noch ans Steuer setzt, berichtete Karin Bialas von der Polizei Aichach den Jugendlichen von ihren Erfahrungen. Sie schildert: „Die meisten denken immer ,Mir passiert schon nichts‘.“ Vor allem Fahranfänger seien gefährdet, da sie die Gefahren im Straßenverkehr nur aus der Theorie gelernt haben. Allerdings kann man laut Bialas im Landkreis eine positive Tendenz erkennen: „Im Jahr 2009 gab es keinen einzigen Discounfall.“

Die Jugendlichen wirken nach den ersten Bildern und Eindrücken nachdenklich. Thomas Winter vom BRK betont, die jungen Menschen sollen den Mut haben „Nein“ zu sagen. „Fahrt später nicht, wenn ihr schon getrunken habt. Und steigt auch zu anderen nicht ins Auto“, warnt er.

Klaus Hartwig, der bei der Berufsfeuerwehr in München arbeitet und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pöttmes ist, erklärt, was in den Hilfskräften selbst vor geht, wenn sie zum Unfallort gerufen werden. „Es gibt Bilder, die vergisst man nie“, sagt er.

Nach dem Film „Nur 18 geworden...“ ist es still in der Turnhalle. Noch stiller wird es, als Sandra Leicht vom Kriseninterventionsteam davon berichtet, wie es abläuft, wenn Eltern die Todesnachricht überbracht werden muss. „Viele können es einfach nicht glauben. Das ist wohl die härteste Aufgabe in diesem Beruf“, erzählt sie.

Zum Abschluss wird den Schülern auf dem Schulhof eine realistische und eindrucksvolle Rettungsübung gezeigt. Feuerwehr, Sanitäter und Polizei demonstrieren, was sie alles zu tun haben, wenn ein Auto gegen einen Baum geprallt ist. Alle Referenten waren sich einig, dass die Veranstaltung sowie das gesamte Projekt erfolgreich verlaufen sind. Auch Schulleiterin Brigitte Beck hofft, dass alle Schüler nur „klar im Kopf Auto fahren“, denn „wir brauchen dich auch morgen“. 

 

Text- und Bildautor: Ariane Attrodt

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