Zell im Landkreis Hof/Saale: Erneut Feuerwehrmann als Brandstifter

Zell im Landkreis Hof/Saale | am 24.01.2011 - 16:33 Uhr | Aufrufe: 823

Die Polizei hat erneut einen jungen Feuerwehrmann der Brandstiftung überführt. Der 19-Jährige gestand nach langwierigen Ermittlungen, im Sommer vergangenen Jahres in Zell (Landkreis Hof/Saale) drei Scheunen angezündet zu haben. Er wollte damit seine Fähigkeiten als Feuerwehrmann unter Beweis stellen, berichtete die Polizei am Montag in Bayreuth.

Zell im Landkreis Hof/Saale: Erneut Feuerwehrmann als BrandstifterUnter Ausschöpfung aller strafprozessualen Möglichkeiten und mit modernster Kriminaltechnik verfolgten die Kriminalbeamten unter Federführung des zuständigen Oberstaatsanwaltes über Monate alle Spuren, die der unbekannte Brandstifter von Juli bis September letzten Jahres bei seinen Taten hinterlassen hatte.

Konkreter Tatverdacht bestätigt sich
Die Brandfahnder gingen bei ihren aufwändigen Ermittlungen jedem kleinsten Hinweis aus der Bevölkerung nach und schließlich kristallisierte sich ein konkreter Tatverdacht gegen einen 19-jährigen Einheimischen heraus. Konfrontiert mit dem zusammengetragenen Beweismaterial gestand der junge Mann jetzt, drei der Scheunenbrände absichtlich gelegt zu haben.

Drei Scheunenbrände geklärt
Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen gehen demnach die Brände der beiden Scheunen am späten Abend des 15. August in Zell/Oberhaid und am 16. September in der Zeller Winholzstraße auf das Konto des Mannes. Bei einer weiteren Scheune im August in der Walpenreuter Straße blieb es bei einer versuchten Brandstiftung, weil das Feuer zum Glück wieder ausging, ohne größeren Schaden anzurichten. Bei diesen Bränden waren Schäden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro entstanden. Menschen und Tiere waren in diesen Fällen nicht zu Schaden gekommen, was vom Täter auch nie beabsichtigt gewesen sei.

Ermittlungen zum Wohnhausbrand dauern an
Der 19-Jährige bestreitet bislang jegliche Tatbeteiligung an dem verheerenden Wohnhausbrand in der Nacht zum 28. Juli 2010 in der Zeller Unteren Hangstraße. Dort war es den fünf schlafenden Bewohnern nur dank aufmerksamer Nachbarn in letzter Sekunde gelungen, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen und ins Freie zu flüchten. Die Ermittlungen zu diesem Fall der schweren Brandstiftung dauern weiter an.

Brandbekämpfung als Motiv
Der Grund für sein kriminelles Verhalten, so der Tatverdächtige zu den Kriminalbeamten, sei das Bedürfnis gewesen, Brände zu löschen und damit seine Fähigkeiten und Fertigkeiten als Feuerwehrmann zu trainieren. Er hatte jeweils engagiert an den Löscharbeiten teilgenommen.
In Anbetracht des Ermittlungsstandes, des Alters und insbesondere des Geständnisses des berufstätigen Mannes sah die Staatsanwaltschaft Hof derzeit von der Beantragung eines Haftbefehles ab.


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