Hauptberuflich bei der Feuerwehr: Berufsbild Feuerwehrmann

Deutschland | am 10.09.2012 - 16:47 Uhr | Aufrufe: 1379

Traumberuf Feuerwehrmann: Was hinter dem Berufsbild eines hauptberuflichen Feuerwehrmannes alles steckt, wird in diesem Beitrag zusammengefasst.

In den meisten Fällen sind Berufsfeuerwehrleute im öffentlichen Dienst beschäftigt und verbeamtet. Die meisten hauptberuflichen Feuerwehrleute arbeiten bei der örtlichen Berufsfeuerwehr, welche es in Städten ab rund 100.000 Einwohnern häufig gibt. Bei der Berufsfeuerwehr wird in der Feuerwache rund um die Uhr im Schichtdienst gearbeitet.
Auch auf Flughäfen oder in industriellen Betrieben finden sich Stellen für hauptamtliche Feuerwehrleute: In Betrieben mit bestimmtem Gefährdungspotential muss eine Werkfeuerwehr vorhanden sein. Doch hauptberufliche Feuerwehrleute können auch woanders Arbeit finden. So gibt es in Städten, in welchen die Einwohnerzahlen stark zunehmen, zum Teil eine hauptamtliche Wache. Zwar handelt es sich bei der jeweiligen Feuerwehr um eine Freiwillige Feuerwehr, doch sind einige Feuerwehrleute hauptamtlich bei der Wehr beschäftigt. Diese müssen die Wache zu festen Zeiten besetzen, um im Einsatzfall schnellstmöglich ausrücken zu können. Auch in etwas kleineren Städten mit einer Freiwilligen Feuerwehr kann man als hauptberuflicher Feuerwehrler eine Stelle finden. Denn dort wird zum Teil ein sogenannter hauptamtlicher Gerätewart benötigt, der sich um die Instandhaltung der Geräte und Fahrzeuge kümmert.

Hauptamtliche Ausbildung bei der Feuerwehr

In der Regel wird die Ausbildung im mittleren oder gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst absolviert. Um sich für diese Ausbildung bewerben zu können, muss meist eine erste Berufsausbildung oder sogar ein Studium absolviert worden sein. Um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsfeuerwehr zu bekommen, müssen die Bewerber meist erst ein anspruchsvolles Eignungsverfahren bestehen.

Die Ausbildung findet Vollzeit am Stück statt und beinhaltet theoretische Ausbildungen, Praktika und vieles mehr. Der theoretische Teil der Ausbildung findet meist an den Landes- und Berufsfeuerwehrschulen statt. Der praktische Teil der Ausbildung wird in den jeweiligen Feuerwehrzentralen absolviert. Zu der Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr gehört auch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Feuerwehrleute sind häufig vor dem Rettungsdienst am Einsatzort und müssen dann verletzte Personen versorgen können. Während der Ausbildung wird eine Ausbildungsvergütung bezahlt. Abgeschlossen wird die Ausbildung dann mit einer Prüfung, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.

Eigenschaften und Fähigkeiten für die Berufsfeuerwehr

Grundvoraussetzung für jeden Feuerwehrmann oder jede Feuerwehrfrau ist die hohe körperliche Fitness. Da die körperlichen Anforderungen im Berufsalltag der Feuerwehrleute sehr hoch sind, wird die körperliche Verfassung der Feuerwehrleute auch regelmäßig kontrolliert. Auch Sportabzeichen und Rettungsschwimmer-Prüfungen müssen bei der Berufsfeuerwehr immer wieder absolviert werden.

Doch Feuerwehrleute leisten nicht nur physische, sondern auch psychische Schwerstarbeit. Neben körperlicher Fitness muss ein Mitglied der Feuerwehr auch dazu fähig sein, in Notsituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sorgfältige Ausführung der Aufgaben sowie das richtige Verantwortungsbewusstsein bei der Arbeit sind Eigenschaften, die für einen Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau unerlässlich sind.

Zwar ist es nicht mehr immer Pflicht, dass ein hauptamtliches Feuerwehr-Mitglied im Vorfeld eine handwerkliche oder technische Ausbildung absolviert hat, jedoch muss ein optimaler Umgang mit den technischen Geräten für einen Berufsfeuerwehrmann selbstverständlich sein.

Aufgabenbereiche bei der Berufsfeuerwehr

Die Aufgabenbereiche bei der Berufsfeuerwehr sind vielseitig. Neben der „normalen“ Feuerwehrtätigkeit wie Verkehrsunfälle, Brände oder auch Klassiker wie eine Katze vom Baum zu retten, kommen auch rettungsdienstliche Aufgaben dazu. Je nach Qualifikationsebene unterscheiden sich dann die Aufgaben in einer hauptamtlichen Feuerwehr. Auf der Qualifikationsebene 4 beispielsweise, der obersten Ebene einer Berufsfeuerwehr, werden auch Managementaufgaben übernommen. So beschäftigt man sich zum Beispiel mit der strategischen Planung der Feuerwehr oder der Vertretung der Feuerwehr nach außen.
Doch zu den Aufgaben als hauptamtlicher Feuerwehrler gehört auch der Dienst in der Leitstelle. Dort werden dann Notrufe entgegengenommen und Einsatzfahrzeuge koordiniert.

Verdienst: Zum Teil gibt’s Gefahren- oder Schichtzulagen

Gewöhnlich arbeiten hauptberufliche Feuerwehrleute in einem Angestelltenverhältnis oder sind als Beamte eingestellt. So erhalten sie einen geregelten Verdienst.  Je nach Qualifikationsebene, Ausbildung, Funktion und auch Verantwortungsbereich wird die jeweilige Besoldungsgruppe bestimmt. Durch verschiedene Zuschläge, wie einem Familienzuschlag, können die Feuerwehrleute einen höheren Lohn bekommen. Darüber hinaus erhalten die Feuerwehrleute auch verschiedene Zulagen, wie Gefahren- oder Schichtzulagen.

Überwiegend Schichtdienst: Die Arbeitszeiten bei der Berufsfeuerwehr

Will man hauptberuflich bei der Feuerwehr arbeiten, muss man davon ausgehen, dass man überwiegend im Schichtdienst arbeiten muss. Diese Schichten dauern meist zwischen 12 und 24 Stunden. Während der Schichten muss der Feuerwehrmann auf der Feuerwache anwesend sein. Zum Teil muss er dabei arbeiten; zum Teil – in der Bereitschaftszeit – können sich die Feuerwehrleute frei beschäftigen, bis ein Alarm einläuft.

Die Kehrseite: Schichtdienst, Arbeitsbelastung, körperliche Anstrengung

Entscheidet man sich wirklich für eine hauptberufliche Laufbahn bei der Feuerwehr, muss einem bewusst sein, dass der Dienst auch einige negative Aspekte mit sich bringt. Neben der hohen körperlichen Anstrengung kann der Schichtdienst auch für das Privat- bzw. Familienleben sehr belastend sein. Bei fortschreitendem Alter wird es zunehmend schwerer, den Einsatzdienst zu verrichten. Noch dazu nimmt die Arbeitsbelastung vieler Feuerwehren immer mehr zu, da immer öfter Stellen bei der Feuerwehr gestrichen werden, da das Geld im Haushalt der Kommunen fehlt. Es kommt dabei immer öfter zu einer Bündelung und Zusammenlegung von Feuerwehrstationen.

Doch zum Teil müssen die Gemeinden auch hauptamtliches Personal engagieren, um die Lücke in der flächendeckenden Feuerwehrbereitschaft zu füllen: Vor allem in ländlichen Gebieten finden sich immer weniger Menschen, die Zeit haben, sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren.

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